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Der Johannismarkt

Stichworte: Platz
14. Jhrd. bis 1958

Der heutige Johannismarkt in Erkelenz, nördlich der Pfarrkirche Sankt Lambertus, ist seit dem 15. Jahrhundert ein Platz, auf dem Märkte abgehalten wurden. Seit 1819 heißt er Johannismarkt.

Der Markt

© Archiv Heimatverein | Josef Dressen nach einer alten Katasterkarte | Stadtplan, etwa 1818

Nach der Stadterhebung (1326) hatte Erkelenz 1538 Marktrechte erhalten. Neben dem allgemeinen Donnerstagmarkt entstanden der Simon-Judas-Markt (23.10.) und der Johannismarkt (24.6.). Beide Märkte dauerten 7 Tage. Es spricht nichts gegen die Annahme, dass der heutige Johannismarkt der Platz für den Junimarkt war.

Seit spätestens 1819 hieß er Johannismarkt. Am 4. April 1933 wurde der Johannismarkt in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Seit 1945 hat er wieder den alten Namen.


1865 war der Platz schon zum größten Teil gepflastert. Am 1. Juni 1865 beschloss der Rat, die „noch nicht gepflasterten Stellen des Johannismarktes sollen ebenfalls gepflastert werden“.

© Hans Peter Jans | unbekannt | Johannismarkt um 1915

Auf Veranlassung von Anton Raky erhielt der bis dahin gepflasterte Platz 1903 eine gärtnerische Anlage. In dieser Anlage wurde eine Portrait-Büste von Kaiser Friedrich aufgestellt, ebenfalls von Raky gestiftet. Im 2. Weltkrieg wurde sie eingeschmolzen .

© Archiv Heimatverein | unbekannt | Innenstadt
Rund um Sankt Lambertus, nördlich der Kirche der Johannismarkt

Bebauung

Bebauung zwischen Kirche und Platz

© Archiv Heimatverein | Wilh. Schmitter | Johannismarkt

Bis zur Zerstörung im 2 . Weltkrieg schob sich zwischen Kirche und Johannismarkt eine Zeile kleiner Häuschen , die z. T. um 1890 dem vergrößernden Umbau des Gasthofes Langers weichen mussten (früher Otten, später Schiffers und Hotel Licht).

© Archiv Heimatverein | unbekannt | Johannismarkt Brauhaus, etwa 1900

Auf dem Johannismarkt stand das „alte Brauhaus“ (vorne links), früher einmal städtisch, um 1821 an Dreling, dann an den Brauer Otten verkauft. Es wurde 1903 wegen Baufälligkeit abgebrochen .

© Archiv Heimatverein | Lambert Schwingens | Johannismarkt, Sankt Lambertus, 1945

Nach der Zerstörung 1945 wurde diese Häuserreihe nicht wieder aufgebaut .
Seitdem ist der Johannismarkt nur noch durch die Pfarrkirche vom Markt getrennt .

Auf dem Johannismarkt lagerte in den ersten Jahren nach dem Krieg der Schutt der Kirche. Dieser wurde gemahlen und für den Bau des Hochchores verwendet.

In den 1980er Jahren wurde diskutiert, zwischen Kirche und Johannismarkt die neue Bücherei zu bauen. Dieser Gedanke wurde aber verworfen.

Rathaus

Pfarrhaus und Nebenhäuser

© Günther Merkens | Wilhelm Schmitter | Die "Türkei"

An der Stelle des heutigen kath. Pfarrhauses stand bis um 1908 ein Patrizierhaus, nach dem früheren Besitzer Türk die „Türkei‘ genannt. Es wurde zuletzt von Peters bewohnt, der Mitbesitzer der Leimfabrik (in der Ziegelgasse) war. Das Haus soll in schlechtem Zustand gewesen sein. Daher ließ Anton Raky es abreißen und 1908 das jetzige Pfarrhaus als Geschenk für die katholische Pfarrgemeinde erbauen .

© Günther Merkens | Wilhelm Schmitter | Johannismarkt, etwa 1942
Oben links das neue Pfarrhaus, rechts daneben die Häuser Terstappen und Dreling

Neben dem Pfarrhaus steht das Haus von Franz Terstappen, der schon 1854 eine Dampfmühle eröffnete, welche die fortschrittlichste Anlage im alten Erkelenz war.
Auch das daneben liegende Haus war ursprünglich ein landwirtschaftliches Anwesen. Besitzer war bis 1818 Franz Josef Dreling, dann Franz Pangels. Das Haus wurde „Im goldenen Ring“ genannt , war also wahrscheinlich ein Wirtshaus. In den 1860ziger Jahren ließ Geheimrat Dr. Herman Lukas das von ihm im Jahre 1835 erworbene Haus umbauen.

© Archiv Heimatverein | Lambert Schwingens | Ecke Johannismarkt/Burgstraße, etwa 1920


Die Ostseite des Platzes nahmen Bürgerhäuser ein, von denen das alte Eckhaus zur Burgstraße mit seinem Treppengiebel (angeblich 1494) das interessanteste war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dieses Haus durch einen repräsentativen Bau ersetzt.

Das Missionskreuz

© Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. | Roswitha Hagel | Friedenskreuz

Das alte Missionskreuz wurde bei der Neugestaltung des Platzes 1903 an die Stirnseite versetzt und 1945 zerstört. Ein neues Kreuz aus Stahl errichtete man 1947 an der gleichen Stelle. Dieses Kreuz wiederum wurde nach der Errichtung des Friedenskreuzes 1958 (gestaltet von Peter Haak) als Hagelkreuz an die Tenholter Straße versetzt.

1
  1. Text von Günther Merkens 2022 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande unter Benutzung des Berichtes von Josef Lennartz/Theo Görtz „Erkelenzer Straßen“, Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, Band 3, Seite 119ff
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 3, 1982. Josef Lennartz, Theo Görtz: Erkelenzer Straßen. Materialien zu Namen und Geschichte.

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