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Peter Haak

⁎ 01.03.1912 † 10.11.1983
Bildhauer in Erkelenz
Stichworte: Künstler
01.03.1912 bis 10.11.1983
© heimatverein der Erkelenzer Lande | Frank Maraite | Peter Haak

Peter Haak war ein Erkelenzer Bildhauer, der nach dem 2. Weltkrieg in seiner Heimat und darüber hinaus zahlreiche Kunstwerke für Kirchen und für den öffentlichen Raum geschaffen hat.

Sein Leben

Peter Haak wurde am 1. März 1912 als Sohn des Bildhauers Franz Xaver Haak und Elisabeth geb. Plum in Aachen geboren. In Erkelenz, wo sich sein Vater Franz Xaver Haak als freischaffender Künstler im ersten Weltkrieg niederließ, besuchte er Volksschule und Gymnasium (Abitur 1931). Während des 2. Weltkrieges, am 9.4.1942, vermählte er sich mit Marianne Linden und wurde Vater von vier Söhnen.

Seine künstlerische Ausbildung erhielt Haak an der Werkkunstschule in Aachen bei dem Bildhauer Prof. Hein Minkenberg, dem Maler Prof. Anton Wendling, dem Architekten Prof. Dr. Hans Schwippert. Studienaufenthalte in Berlin an der Kunsthochschule und ein Studium an der Kunstakademie in Weimar folgten. Zahlreiche Studienfahrten im In- und Ausland bereicherten seine umfassende Ausbildung.

Von 1939 bis zum Ende des Krieges war Peter Haak Soldat und kehrte 1945 aus englischer Kriegsgefangenschaft nach Erkelenz zurück. Nun konnte er endlich seine künstlerische Tätigkeit wieder aufnehmen. Jetzt begann seine fruchtbarste Schaffenszeit im Erkelenzer Atelier. Von ihr zeugen in seiner rheinischen Heimat und darüber hinaus die zahlreichen Arbeiten, die seine unverwechselbare künstlerische Aussage wiedergeben.

Gestorben ist Peter Haak am 10. November 1983 in Erkelenz, beerdigt wurde er am 15. November.

Sein Werk

Das breite bildhauerische, malerische und grafische Werk von Peter Haak umfasst religiöse und profane Werke. Er arbeitete mit unterschiedlichen Materialien wie Holz, Stein und Bronze. In seinen Werke ist deutlich der Aufbruch in die Moderne zu erkennen.

Frau mit Kindern

Aus der Zeit vor dem 2. Welkrieg sind nur wenige Werke erhalten. Ein Bespiel dafür ist die Plastik Frau mit Kindern. Sie zeigt schon reduzierte Formen und vermittelt dadurch einen besonderen emotionalen Eindruck.1

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Mother With Two Children by Frank Maraite on Sketchfab

Stadtwappen Erkelenz

© HVEL | Ingrid Hagel | Wappen Rathaus

Etwa im Jahre 1950 entwarf Peter Haak dieses Stadtwappen. Es ist umgeben von einer Mauerkrone, das Wappenschild ist nach unten barock abgerundet und zeigt neben der Mispel auch zwei Lilien.

1961 wurde das Wappen durch Stadtratsbeschluss nach Beratung mit dem Düsseldorfer Heraldiker Walther Bergmann verändert. Es erhielt nun ein gotisches, spitz nach unten verlaufendes Wappenschild. Die Lilien aus dem mittelalterlichen Schöffensiegel wurden wie auch die Mauerkrone entfernt. Übrigens wurde auch das Stadtsiegel angepasst, es erhielt eine Umschrift in Antiquaschrift, die bisherige gotische wurde aufgegeben.

Sämann

Ingrid Hagel | Sämann

Eines der ersten Werke im öffentlichen Raum ist der im Jahre 1957 geschaffene „Sämann“. Peter Haak ist es gelungen, das Wesen des Sämannes in einer abstrakten Figur einzufangen. Allerdings war in seiner Zeit die Plastik nicht unumstritten und löste heftige Diskussionen aus.2

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Peter Haak: Der Sämann, the sower, 1957 by Lothmann on Sketchfab

Rathausmadonna

© HVEL | Ingrid Hagel | Madonna_Altes-Rathaus-2

Wenig später, im Jahre 1958, schuf Peter Haak für die Fassade des Alten Rathauses eine Madonna mit Kind im Stil der Romanik.

Gottesmutter und Jesus-Kind tragen zinnenartig geformte Kronen. Maria hat in ihrer linken Hand das Lilienzepter Aachens. Das Kind hält segnend die rechte Hand hoch, in der linken trägt es die Weltkugel. Ursprünglich waren die Figuren farbig bemalt. Eine Vorgängerfigur wurde im 2. Weltkrieg zerstört.

Die 1976 entstandene Figur „Mutter mit Kind“ hat eine ähnliche, allerdings stark reduzierte Struktur.

Das Podest weist die Inschrift Ave Maria Kaiserin auf. Bezug: Zwischen 966 und 1802 besaß das Aachener Marienstift grundherrschaftliche Rechte in Erkelenz.

Torso

Ebenfalls aus dem Jahre 1958 ist der Torso (Bronze). Lange Zeit war die Figur in Privatbesitz, seit einigen Jahren steht sie am Verbindungsweg zwischen Stadthalle und Westpromenade.

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Peter Haak, Erkelenz, „Torso“ 1958 by Frank Maraite on Sketchfab

Kreuzweg in Sankt Lambertus, Erkelenz

Aus den 1950er Jahren stammt der Kreuzweg in Sankt Lambertus Erkelenz. Geschaffen wurde er im Jahre 1952 für die Kirche Sankt Stephanus in Kleingladbach, dort aber im Jahre 1994 entfernt. Im Jahre 2000 kam der Kreuzweg nach Sankt Lambertus Erkelenz und wurde in der Pfarrkirche an der Nordseite angebracht.3

Engel-Fialen am Münster Sankt Vitus, Mönchengladbach

In den 1960iger Jahren schuf Peter Haak die Engel-Fialen auf den Strebepfeilern der Chorhalle des Münsters Sankt Vitus in Mönchengladbach. Wie beim Sämann gab es anfangs auch hier eine lebhafte und kontroverse Diskussion.

Kunstwerke in Erkelenz

In den 1970ziger Jahren schuf Peter Haak zahlreiche Kunstwerke im Erkelenzer Land und darüberhinaus.

Weitere Kunstwerke

Neben den verschiedenen Bildhauerarbeiten in Erkelenz (u. a. „Sämann“ am Berufskolleg, Reliefbrunnen Konrad-Adenauer-Platz, Stadtbrunnen auf dem Markt) und den Engel-Fialen stammen von Peter Haak u. a. der Vitusbrunnen in Mönchengladbach, der Marienbrunnen in Eschweiler, die mächtigen Natursteinreliefs am Friedrich-Rückert-Kulturhaus in Schweinfurt, das Grabmal für den bekannten Förderer moderner christlicher Kunst Pfarrer Winkelmann in Mariental, Grabmale für die Städtischen Ehrengräber der Oberbürgermeister Piecq und Nonnenmühlen in Mönchengladbach, Bronzeskulpturen „Das Gespräch“ im Atrium der Stadtbibliothek Mönchengladbach, Mahnmale in Schafhausen, Effeld, Tüddern usw., Arbeiten für Kirchen, Schulen und öffentlichen Gebäuden in Aachen, Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Rheydt, Viersen, Hückelhoven, Mainz, Hüttersdorf/Saar, Eschweiler, Schweinfurt, Remagen, Werne a. d. L. u. a.

Ausstellungen

Peter Haak stellte in zahlreichen Städten aus, so in Aachen, Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Bremen, Hamburg, Lübeck, Hannover, Essen, München, Freiburg. Er war Mitglied von Künstlervereinigungen in München, Köln, Aachen, Mönchengladbach und der Internationalen Gesellschaft Christlicher Künstler (SIAC) in der Pax Romana.

In der Ausstellungsdokumentation „Made in Erkelenz“ ist auf Seite 87 ein Werkverzeichnis abgedruckt.4

  1. Christina Clever-Kümper/Christoph Stolzenberger a.a.O., Seite 70
  2. Christina Clever-Kümper/Christoph Stolzenberger a.a.O., Seite 70
  3. In verschiedenen Publikationen u. a. in Band 23, Seite 221 der Schriftenreihe des Heimatvereins, dem kleinen Kirchenführer und Kunstgut Dr. Coester wird der Kreuzweg fälschlicherweise Franz Xaver Haak (Vater von Peter) zugeschrieben
  4. Günther Merkens unter Verwendung der Recherche von Hans Josef Broich, 2021 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V.
  1. Christina Clever-Kümper - Christoph Stolzenberger, MADE IN ERKELENZ - HOLZ STEIN-METALL Von Heinrich Jansen bis Ursula Klügel, Ausstellungsdokumentation. Ausstellungsdokumentation des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V. , Erkelenz, ISBN: 978-3-9818207-0-6, 2018

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