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Will Völker

⁎ 13.05.1921 † 03.08.1998
Kunstmaler


Der Künstler Will Völker, geboren in Lövenich, wo er auch zeitlebens lebte, war Landschafts- und Porträtmaler und schuf zahlreiche Entwürfe und Ausführungen von Glasfenstern in Kirchen, öffentlichen und privaten Bauten. Außerdem befasste er sich mit Wandgestaltungen. Er war Kunst- und Werkerzieher und beschäftigte sich auch intensiv mit der Geschichte seiner Heimat, insbesondere als passionierter Hobby-Archäologe.

Leben

Will Völker wurde am 13. Mai 1921 in Lövenich geboren, wo er auch die Schule besuchte. Danach machte er ab 1935 eine Bergmannslehre, und anschließend arbeitete er im Steinkohlenbergwerk Sophia – Jakoba in Hückelhoven. 1939 wurde er zum Militärdienst einberufen, wegen einer Verletzung 1942 entlassen. Danach arbeitete er als Technischer Zeichner bei der Firma Wirth u. Co in Erkelenz, bevor er im Jahre 1944 erneut zum Militärdienst einberufen wurde.

Ab 1947 folgte Will Völker seiner eigentlichen Berufung als Künstler und begann zunächst als Autodidakt mit Landschaftsmalerei, Porträtstudien und Zeichnungen. Später, von 1952 bis 1956, studierte er an der Werkkunstschule Krefeld Akt- und Glasmalerei sowie Mosaikgestaltung. Das Studium schloss er im Jahre 1956 mit dem Staatsexamen als Diplom-Designer ab.

Seit 1956 war Will Völker freischaffender Künstler, beschäftigte sich mit Landschafts– und Porträtmalerei, Entwürfen und Ausführungen von Glasfenstern und Mosaiken in Kirchen, öffentlichen Bauten und im privaten Auftrag. In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen wurden seine Werke gezeigt. Von 1971 bis 1986 war er als Kunst- und Werkerzieher an der Realschule in Erkelenz tätig.

Am 03. August 1998 ist Will Völker in Aachen gestorben.

Werk

Will Völker war ein vielseitig begabter Künstler, entsprechend unterschiedlich und vielfältig sind seine Werke. Neben der Landschaftsmalerei interessierte er sich für die Porträtmalerei, auch zeichnete er, vornehmlich im Erkelenzer Land. Bei seinen Landschaftsbildern setzt Will Völker verschiedene Techniken ein, Oel auf Papier und Hartfaser, Aquarelle und Pastell auf Karton sind seine bevorzugten Materialien. In den fünfziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts -nach dem Studium an der Werkkunstschule Krefeld – entstanden erste Entwürfe für Glasfenster. Mehrere Jahrzehnte hat er Glasfenster, vornehmlich für Kirchen, aber auch für Privathäuser gestaltet. Wie vielseitig Will Völker aufgestellt war, zeigt sich auch an seinen Entwürfen für keramische Mosaike.

Seine frühen Bilder sind noch nahe an der Realität, aber mehr und mehr verlässt er die naturalistische Malweise, um sich allmählich der Abstraktion zu widmen. Viele Motive seiner Bilder aus den 80er Jahren lösen sich in Farbschlieren oder Pinselsetzungen auf. Dennoch sind vielfach naturalistische Elemente, wie z.B. Bäume, zu erkennen.1 Noch stärker und vor allen Dingen zeitlich früher als in der Malerei ist das Abstrakte in seinen Entwürfen für Glasfenster und Mosaike zu sehen.

Richard E. Tristram beschieb Mitte der 1960er Jahre in der Rheinischen Post Will Völker „als einen der Stillen im Lande“ und stellte fest, dass sein Werk durch die Landschaften an der Rur, dem Licht in den Glasfenstern und den anderen verwendeten Materialien geprägt war und für sich steht. 2

Seine frühen Bilder

In seinen frühen Bildern erfasst Will Völker überwiegend die heimische Landschaft, die er so liebte. Auffallend ist, dass er die Menschen aus seinen Landschaftbildern verbannt hat. Die Rur, das Bruch und die Börde, jene fruchtbare Niederung in der Umgebung von Lövenich sind seine Inspirationsquellen. Zu dieser Zeit war er noch Autodidakt, erhielt aber u. a. Anregungen von dem Lövenicher Maler Arno Platzbecker.3 Erst im Jahre 1952 nahm er das Studium an der Werkkunstschule Krefeld auf.

Neben den Landschaften hat Will Völker in seiner ersten Schaffensphase auch historische Ortsansichten in seinen Bildern festgehalten.

Motive an der Rur hat Will Völker in jeder seiner Schaffensphasen gefunden und in unterschiedlichen Stimmungen festgehalten. In den frühen Jahren sind die Bilder noch recht nah an der Natur, auffallend sind die betonten Vertikalen, gestaltet durch die Bäume, die immer wieder Teil des Bildes sind.

Seine späten Bilder

Die Bilder der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zeigen das Verlassen der naturalistischen Malweise und die Hinwendung zum Abstrakten. Gleichwohl ist die Verwandschaft zu seinen früheren Werken erkennbar.

Porträts

Neben der Landschaftsmalerei galt Will Völkers Interesse dem Porträt. Schon gegen Ende der 1940er Jahre fertigte er zahlreiche Zeichnungen, später auch Gemälde von Menschen aus der Nachbarschaft oder von Verwandten oder Freunden an. „Völker versteht das Gesicht mit seinen eingeschriebenen Spuren des Lebens nicht weniger als Abbild der Natur als beispielsweise die Ansicht einer winterlichen Landschaft“, so Manfred Jülicher bei einer Ausstellungseröffnung 1991. Weiter sagte Jülicher: „Im Gegensatz zu seinen Porträtszeichnungen sind seine Porträtsmalereien fast ausschließlich kompositorisch total durchgestaltete Bilder, die farblich ins Expressive überleiten“4

Federzeichnungen

In den Jahren 1948/1949 hat Will Völker eine Serie von Federzeichnungen unter dem Titel „Von Dorf und Landschaft – Mit Bleistift und Zeichenfeder durch die Schönheiten der Heimat“ gestaltet. Ihm ging es darum, für den Ort oder das Dorf eine typische Ansicht festzuhalten, weniger um die genaue Wiedergabe eines bestimmten Gebäudes.5

Glasmalerei

Im Jahre 1952 begann Will Völker ein Studium der Glasmalerei und des Mosaik an der Werkkunstschule Krefeld, das er im Jahre 1956 mit dem Staatsexamen abschloss. Er gehörte zu den Schülern von Prof. Gustav Fünders, der in der Zeit in Krefeld die Glasmaler wesentlich prägte. Durch das Studium bedingt lag in den 50er Jahren der Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bei der Glasmalerei. Gleichwohl hat er aber weiterhin auch seine Landschaften gemalt. Seit dieser Zeit findet man seine Glasfenster vornehmlich im Erkelenzer Land, u. a. für die Pfarrkirchen in Erkelenz, Keyenberg, Kückhoven, Hückelhoven oder Doveren. Auch über das Erkelenzer Land hinaus schuf er Kirchenfenster, z.B. in Heinsberg-Kempen oder in Übach-Palenberg. In den 1960er Jahren gestaltete Will Völker Glasfenster u. a. in Berverath, Gerderhahn, Hetzerath oder Granterath.

Bei seinen Entwürfen für die Glasfenster lehnte sich Völker gerne an die Natur an, indem er Vögel, Fische und Pflanzenmotive integrierte, dabei aber oft die naturalistische Darstellung verließ. Stärker als in seinen Bildern arbeitete er in dieser Zeit bei den Glasfenstern schon abstrakt. Auch reine Ornamentfenster gestaltete er, z.B. die Hochfenster in St. Lambertus Erkelenz.

Weitere Glasfenster von Will Völker sind bei Forschungsstelle Glasmalerei zu sehen.

Wandgestaltung

Neben den Glasfenstern hat Will Völker auch Wandgestaltungen geschaffen, sowohl für private Wohnhäuser als auch im öffentlichen Raum. Dabei hat er unterschiedliche Techniken eingesetzt, wie z.B. Sgraffito oder Mosaik.

Ausstellungen

1951 Erkelenz, Kreishaussaal, Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Erkelenz, „Will Völker und die Arbeitsgemeinschaft Zeichnen und Malen“, vom 2. bis 16. Dezember 1951,
1959 Mönchengladbach, Städtisches Museum, Will Völker „Aquarelle-Temperabilder-Zeichnungen“ Oktober bis November 1959,
1959 Viersen, Stadthalle,
1967/68 Ausstellung des Nordrhein-Westfälischen Städtebundes, „Künstler aus unseren Städten- Das Aquarell – 1967 – 1968″,
1970 Erkelenz, Altes Rathaus, Will Völker „Grafik – Malerei – Mosaik – Glasbilder, 1950 – 1970“, 01. bis 22. November 1970,
1973 Erkelenz, Burg Erkelenz, „Künstler in Erkelenz“, 24. 06. bis 12. 08. 1973,
1975 Ausstellung „Kunst in der Bank“, in allen Genossenschaftsbanken des Kreises Heinsberg (Die Galerie HS stellt Bilder, Zeichnungen und Holzschnitte von Künstlern des Kreises Heinsberg aus),
1976 Erkelenz, Burg Erkelenz, „Alte Bilder aus Erkelenz und dem Erkelenzer Land“, eine Ausstellung der Stadt Erkelenz anlässlich der 650–Jahr-Feier, 20. 06. bis 04. 07. 1976,
1981 Erkelenz, Altes Rathaus, Will Völker „Landschaft um Erkelenz“ in Aquarell und Tempera, vom 2. bis 25. 10. 1981,
1982 Erkelenz, Altes Rathaus, „Kunst aus Städtischem Besitz“, vom 5. 9. bis 26. 9.1982,
1983 Erkelenz–Lövenich, Hofkirche, aus Anlass der 300 – Jahrfeier, Will Völker „Die Hofkirche in Lövenich“, Gemälde und Zeichnungen aus vier Jahrzehnten, vom 17. Juni bis 3. Juli 1983,
1984 Heinsberg, Kreisheimatmuseum, Will Völker „Landschaft an der Rur“, vom 21. Oktober bis 18. November 1984,
1986 Erkelenz, Haus Spiess, Will Völker „Landschaften“, vom 09. bis 30. November 1986,
1987 Mönchengladbach, Kunstkammer Köster, SOMMERAUSSTELLUNG 1987, „Keramik der Gegenwart – Aquarelle von Will Völker“, Juli – August,
1989 Geilenkirchen, Kreisheimatmuseum, Will Völker „Landschaft an der Rur“, vom 10. September bis 1. Oktober 1989,
1990 Krefeld, Fabrik Heeder, BBK Niederrhein, „Einblicke – Ausblicke `90“, vom 14. 10. bis 11. 11. 1990,
1990 Landeskulturtage in Erkelenz – Hohenbusch, „Kultur vor Ort“, Gemeinschaftsausstellung Erkelenzer Künstler, vom 01. 09. bis 16. 09. 1990,
1991 Erkelenz, Haus Spiess, Will Völker „Malerei und Grafik“, vom 29. 09. bis 20. 10. 1991,
1992 Aachen, Haus DAR, „11 Künstler aus dem Raum Erkelenz stellen aus“, vom 20. 3. bis 17. 4. 1992,
1997 Erkelenz, Haus Spiess, Will Völker „Malerei“, 18. 04. bis 04. 05.1997,
2010 Krefeld, Pavillon der „Alten Schlichterei“ im Verseidag-Gelände, Girmesgath 5 in 47803 Krefeld, „Glasmalerei nach 1945. Gustav Fünders und Schüler seiner Klasse an der Krefelder Werkkunstschule“, 21. Nov. 2010 bis 23. Jan. 2011,
2011 Hückelhoven- Ratheim, Altes Rathaus, Will Völker „Landschaft an der Rur“, Malerei, vom 15. 07.2011 bis 24. 07. 2011,
2019 Haus Hohenbusch Erkelenz, In Memoriam Will Völker, Malerei und Entwürfe, 06. 09. bis 22. 09. 2019.

Archäologie

Will Völker liebte nicht nur seine Heimat sondern auch die kleinen Dinge. So sammelte er schon sehr früh Oberflächenfunde, z.B. Steinwerkzeuge oder Glasfragmente auf den Feldern rund um Lövenich. Sorgfältig dokumentierte er die Funde, was nachher den Wert der Sammlung erheblich steigerte. Im Jahre 2007 wurde die Sammlung dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn übergeben.

6
  1. HK 2021, a.a.O., Seite 161
  2. HK 2021, a.a.O., Seite 164
  3. Mitteilung von Elfriede Völker, 2021
  4. Band 12, a.a.O., Seite 298
  5. Mappe „Will Völker, Federzeichnungen 1948/49, herausgegeben vom Will Völker Archiv
  6. Text von Günther Merkens 2021 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. Alle Fotos sowie Biografie und Ausstellungsübersicht wurden freundlicherweise vom Will Völker Archiv zur Verfügung gestellt.
  1. Manfred Jülicher, Ein Sohn unserer Landschaft - Will Völker wurde 70 Jahre. Schriften des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V., Band 12, Erkelenz, 1992
  2. Christian Krausch, Will Völker - Künstler aus Leidenschaft. Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2021, Heinsberg, 2020

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