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Josef Lennartz

⁎ 13.03.1926 † 03.05.2017
1960 2017 Maler und Heimatforscher
13.03.1926 bis 17.05.2017

Der Maler Josef Lennartz, geboren in Erkelenz, wo er auch zeitlebens lebte, war insbesondere Landschaftsmaler und schuf überwiegend Ölbilder und Aquarelle, aber auch Federzeichnungen. Er beschäftigte sich auch intensiv mit der Geschichte seiner Heimat als passionierter Hobby-Historiker.

Sein Leben

© Günther Merkens | Josef Lennartz, 2004

Josef Lennartz wurde am 13. März 1926 in Erkelenz geboren. In seiner Jugend wollte er, wie so viele damals, Berufssoldat werden. Nach einer schweren Kriegsverletzung musste er eine neue berufliche Orientierung finden. Schon als Schüler hatte er gezeichnet; dies griff er wieder auf und widmete sich nach dem 2. Weltkrieg der Malerei.

Im Jahre 1950 fertigte er zunächst Linolschnitte an, gab diese Technik aber bald wieder auf. Er wollte farbig malen, ein Grund auch, warum er nicht allzu viele Zeichnungen gemacht hatte. Zeichenunterrichte an der Anton-Heinen-Volkshochschule in den 50er Jahren bei Will Völker – einer der Vorbilder für Josef Lennartz – und später einige Semester an der Werkkunstschule Krefeld, brachten einen guten theoretischen Hintergrund. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er bereits im Jahre 1951 im ehemaligen Kreishaussaal in Erkelenz in einer Gruppenausstellung mit mehreren Bildern vertreten war. Dies war der Beginn einer langen Ausstellungsreihe, die im Jahre 2006 anlässlich seines achtzigsten Geburtstages endete.

Am 3. Mai 2017 ist er in Erkelenz gestorben.

Sein Werk

„Seine Faszination gehört der Weite und Ruhe der Ebene“, so kann man das Werk von Josef Lennartz überschreiben. In der Tat, in vielen seiner Bilder ist die Landschaft das bestimmende Motiv. Weite und Ruhe bestimmen den Rhythmus seiner Bilder, wobei die erkennbare Landschaft als Motiv zu Beginn der 90er Jahre des vorherigen Jahrhunderts an Bedeutung verlor. Jetzt sind es die leuchtenden Farben, die seine Bilder prägen, aber immer noch von der Landschaft inspiriert sind.

Anfang der 50er Jahre besuchte Josef Lennartz – wie so viele Maler vor und nach ihm – Italien, und hier insbesondere Florenz und Venedig. Das Licht und die Farben der südlichen Landschaft faszinierten und beeinflussten ihn. In Venedig lernte er seine Frau Renata kennen, mit der er mehr als fünfzig Jahre bis zu seinem Tode zusammenlebte.

© Josef Lennartz | unbekannt | Josef Lennartz: 1956
Josef Lennartz, 1956

Seine frühen Ausstellungen

Im November 1955 folgte eine Ausstellung im Kreishaus Erkelenz. Die Bilder aus dieser Zeit, die übrigens zum Teil im Jahre 2004 nochmals in Erkelenz zu sehen waren, sind von einer fast erbarmungslosen Grelle, mit harten Kontrasten versehen, und sie verraten den Willen des Malers, die Fülle der Motive im gewissen Sinne visionär zusammenzufassen.


In den folgenden Jahren bis etwa 1962 standen dann wieder die Landschaften des Erkelenzer Landes als Motiv im Vordergrund, natürlich in der für Josef Lennartz typischen Art. Ausstellungen in Linnich und Jülich in den 1960er Jahren machten Josef Lennartz über den Kreis Erkelenz hinaus bekannt.
Im Alten Rathaus in Erkelenz war dann im Jahre 1962 eine große Ausstellung, die ganz im Zeichen der heimatlichen Landschaft stand. Diese inspirierte Josef Lennartz inzwischen zu immer neuen Variationen. Und auch bei scheinbar völlig undinglichen Bildern bleibt die Natur die Anregung. Allerdings verliert später der Gegenstand, das Motiv an Bedeutung. Dadurch gewinnt das Werk ein Eigenleben, es wächst und wird selbstständig.

Nach dieser erfolgreichen Ausstellung stagnierte die Malerei. Der Maler schieb dazu in seinem Tagebuch: „War ich ausgebrannt? Ich wusste und spürte es selbst sehr gut, dass ein Großteil der entstandenen Arbeiten nichts weiter als Selbstkopien waren. Was entstand, glich eines dem anderen. Komposition und Farbe ähnelten sich immer mehr“.

Die späteren Ausstellungen

Ende der 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts fand Josef Lennartz zur Malerei zurück. Dabei entdeckte er für sich die Wasserfarben. An der Ostsee entstanden zahlreiche Aquarelle, denen unverkennbar der Charakter der Ostsee anhaftete. Diese Technik übernahm er jetzt auch für seine Landschaftsbilder.

In den Aquarellen dieser Zeit bleibt das räumliche Element des landschaftlichen und stimmungshaften Erlebnisses erhalten. Er malte ganz ohne Vorzeichnung, „nass-in-nass“. Dies erforderte eine zügige und sichere Pinselführung. Überwiegend in Pastellfarben entstanden Bilder mit atmosphärischen Stimmungen und der Horizont wurde in hauchzarten Abstufungen wiedergegeben. Aber immer ist die niederrheinische Landschaft die große Inspiration.


Im Frühjahr 1980 zeigte Josef Lennartz seine Aquarelle in einer viel beachteten Ausstellung in der Kunstkammer Dr. Paul Köster in Mönchengladbach, übrigens zusammen mit Keramiken des Schweizers Edouard Chapallaz.

Ein Jahr später waren seine Landschaftsbilder im Kreisheimatmuseum in Heinsberg zu sehen. Er hatte jetzt zu alter Schaffenskraft zurückgefunden und überraschte mit ansprechender Farbpalette. Und Landschaften, immer wieder Landschaften, die sich jedoch immer wieder wandelten und dem Betrachter viel Raum für eigene Empfindungen ließen.
Auch die Stadt Erkelenz widmete ihm wieder eine Ausstellung. Im Jahre 1987 wurde im Haus Spiess die Ausstellung „DIE EBENE“ gezeigt, ein Thema mit Variationen.

Der Erfolg dieser Ausstellung beflügelte Josef Lennartz wieder zu konsequenter Arbeit; weitere Ausstellungen in Geilenkirchen und Amern folgten in den Jahren 1988 und 1991.
In den folgenden Jahren verdichtete sich die Abstraktion in den Landschaftsbildern noch mehr und die Horizontlinie wurde zum beherrschenden Bildelement.
Bilder dieser Schaffenszeit zeigte er dann im Jahre 1996 in Erkelenz im Haus Spiess, zusammen mit Bildern aus seiner 45-jährigen Schaffensperiode. „Leuchtende Bilder aus vielen Schaffensjahren“, so lautete die Berichterstattung in den Zeitungen. Besonders wurde auch die Verbindung der Bilder von Josef Lennartz zu seiner Erkelenzer Heimat herausgestellt.

Josef Lennartz war inzwischen in seiner Heimatstadt Erkelenz mehr als anerkannt, als Heimatforscher und als Maler. Davon zeugen die Ausstellungen im Jahre 2001, wiederum im Haus Spiess, im Jahre 2004 im Erkelenzer Kunstverein und letztlich im Jahre 2006 wieder im Haus Spiess aus Anlass seines achtzigsten Geburtstages.
Das war seine letzte Ausstellung, denn krankheitsbedingt musste er die Malerei aufgeben. Diese letzte Ausstellung gab aber nochmal einen Überblick über seine gesamte Schaffenszeit und war eine gute Ergänzung und Fortführung zu der aus dem Jahre 2001.

Zu dieser letzten Ausstellung schrieb die Presse: „Besonders sein letztes Werk, wo er wusste, dass er nicht mehr malen könne, spiegelt keinen Kummer wieder, sondern vermittelt gerade ein Gefühl von Aufbruch.“

Zum Schluss soll der Künstler selbst zu Wort kommen: „Mögen meine Bilder sich auch formal gewandelt haben, in ihren Grundzügen blieben sie unverändert das, was mich berührt und umgibt: Bilder meiner Landschaft – meiner Heimat“.

Heimatforschung

© Aachener Zeitung | Königs | Verleihung Rheinlandtaler

Josef Lennartz widmete sich auch der Erforschung der lokalen Geschichte, verstärkt in der Zeit (1960 bis 1979) der schöpferischen Malpause. Umfangreiche Recherchearbeiten in vielen Archiven führten zu zahlreichen Veröffentlichungen in den lokalen Zeitungen. Auch schrieb er acht Bücher mit lokalhistorischen Inhalten, u. a. in der Schriftenreihe des Kreises Heinsberg und des Heimatvereins der Erkelenzer Lande. 1 Unter anderem erhielt er dafür im Jahre 2011 den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland.2

  1. Schriftenreihe des Heimatvereins, Band 1, 3 und 5
  2. Text von Günther Merkens 2023 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 30, Seite 252 ff

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