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Kriegsende in Venrath

sonstiger Name: Evakuierung und Rückkehr
27.02.1945 bis 10.03.1945

Vorbemerkung

Zum Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs vor 80 Jahren veranstaltete der Ortsausschuss Sankt Valentin im Jahre 2025 in der Kirche Sankt Valentin eine Ausstellung zum Kriegsende und Wiederaufbau in Venrath. Dieser Artikel basiert auf den Ergebnissen dieser Ausstellung. Es wird zunächst die historische Situation der Kapitulation des Dorfes und der Tage danach beschrieben. Zeitzeugenberichte werden in verdeckten Texten eingefügt. Sie können sie aufklappen. In weiteren Artikeln wird die Zeit des Wiederaufbaus beschrieben.

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Bericht von myregio.tv zur Eröffnungveranstaltung der Ausstellung am 31. August 2025

Dorfeinnahme am 27.02.1945

Alliierte Truppen richteten im Zuge der „Operation Grenade“ nach der Überquerung der Rur am 23. Februar 1945 zunächst durch vermehrten Beschuss ihr Augenmerk auf die Stadt Erkelenz und ihre Umgebung. Dabei kam es zu großen Zerstörungen nicht nur in Erkelenz. Aloys Gormanns, der spätere Bürgermeister in Venrath, schreibt in einem Bericht für die Kreisverwaltung Erkelenz von großen Zerstörungen am 26. Februar durch Artilleriebeschuss an der Kirche und vielen Häusern im Ort Venrath.1 Obwohl eine deutsche Kompanie in Venrath als Erkundungstrupp weilte, konnte der Ort nicht gehalten werden und musste am 27. Februar um 9:00 Uhr übergeben werden.

Nahezu alle Bewohner des Ortes erlebten in den Luftschutzkellern das Ende des Krieges in Venrath. Die amerikanischen Truppen sammelten die Bevölkerung auf drei Höfen. Alle mussten den Ort verlassen und sich in Erkelenz zum Finanzamt begeben, wo der Sammelplatz für die Bevölkerung war. Von dort wurde den etwa 1500 versammelten Menschen eine Unterkunft in den Baracken und in der Wilhelmstraße gegeben.

Amerikanische Filmteams haben den Kampf in Deutschland filmisch festgehalten. Dort sind auch Bilder zu Venrath und der Kasernierung der Erkelenzer Bevölkerung enthalten. Der folgende Filmausschnitt zeigt einige dieser Teile. Die Bundeszentrale für politische Bildung zeigt diese Filme in ihrer Mediathek.2

Ausschnitte zu Venrath und der Erkelenzer Bevölkerung aus dem Film „Als der Krieg nach Deutschland kam: Der Weg nach Köln“, erstellt von Spiegel-TV

Deportierung und deren Folgen

In den zugewiesenen Unterkünften harrten die Evakuierten zunächst ohne Lebensmittel und Wasser mit unzureichender Kleidung aus. Aloys Gormanns spricht davon, dass sie in den Baracken und anliegenden Gärten nach Lebensmitteln suchten und dass Wasser aus den Luftschutzwasserbehältern abgekocht wurde, um überhaupt Trinkwasser zu erhalten. Erst am 4. Tag wurden die Internierten mit „Nährmitteln und etwas Kaffe“3 versorgt.

Ab dem 5. Tag durften 10 Männer nach Venrath zurückkehren und sich um das Vieh kümmern. Am 10. März durften 100 Menschen nach Hause zurückkehren, einen Tag später die restliche Bevölkerung. Sie fanden ein verwüstetes und geplündertes Dorf vor. Sowohl die Polen, die in Gefangenschaft in Venrath lebten, als auch die amerikanischen Truppen hatten Wertgegenstände und nahezu alles bewegliche Gut geplündert oder zerstört. Man stellte ebenfalls fest, dass beim Einmarsch der amerikanischen Truppen durch eine Handgranate zwei Kinder der Familie Lövenich im Keller ihres Hauses ums Leben gekommen waren.

Gertrud Körrenzig; geb. Holz hielt die Ereignisse an diesem Tag Jahrzehnte später in einer Familienchronik fest:

„Es war der 27. Februar 1945. Die Amerikaner standen vor Venrath und erwarteten die Kapitulation durch den Bürgermeister des Ortes. Der Bürgermeister immer noch ganz linientreu und völlig überfordert mit der Situation wollte sich nicht ergeben.
Daraufhin zogen die Amerikaner zu Fuß durch den Ort. Weil sie wussten, (oder vielleicht hatten sie noch irgendwelche Signale der Funkstation empfangen), dass im Keller des Hauses der Lövenich’s eine Funkstation untergebracht war, warfen sie im Vorbeizug eine oder mehrere Handgranaten in den Keller. Käthe und Heinrich wurden schwer verletzt, d. h. Käthe war sofort tot, und Heinrich ist ja dann später verblutet. Einige Soldaten aus der Einquartierung hatten diesen Angriff auch nicht überlebt.
Nach der Kapitulation mussten alle Bewohner/Soldaten mit erhobenen Händen aus dem Haus. Sie wurden im Dorf zusammengetrieben und kamen nach Erkelenz in die Evakuierung. Die leerstehenden Häuser wurden von Polen nach Lebensmitteln oder Wertgegenständen durchsucht und ausgeraubt. In Erkelenz, in der Nähe des Bahnhofs
, hatten die Polen ein Lager. Dort wurde die Beute gesammelt.
Nach ca. 1 Woche durfte Opa zurück nach Venrath, um seine 2 Kinder Käthe und Heinrich zu beerdigen.
Mama und Tante Agnes gingen später zurück ins Haus nach Venrath und ein paar Tage danach folgte der Rest der Familie.“

Maria Mattelé hat die Tage der Einnahme des Dorfes und die Rückkehr der Venrather in ihr Dorf ebenfalls in einem Tagebuch beschrieben. Dort wird auch das Verhalten einiger Mitbewohner dargestellt. Die Namen werden hier nur mit Anfangsbuchstaben bezeichnet, da keine Rückschlüsse auf noch lebende Angehörige gezogen werden sollen. Das Tagebuch zeigt besonders die Zerstörung in den Häusern nach der Rückkehr aus der Evakuierung. Durch einen Klick auf die folgende Überschrift erscheint der Tagebucheintrag für diesen Zeitraum.4

MONTAG,
26.02.45
Der Beschuß durch die amerikanische Artillerie wird immer schlimmer. An Flüchten ist nicht mehr zu denken. Wohin auch? Wir müssen abwarten. Heute Mittag hieß es, die Amerikaner sind in Kaulhausen, Als ich mal draußen war, kam eine Anzahl unserer Infanterie – etwa 20 bis 25 Mann – die auf Kaulhausen zugingen. Wir halten uns meistens im Keller auf wegen des Beschußes. Unser Baumgarten hinter dem Haus hat schon einen Treffer bekommen. Es ist aber noch ziemlich gut abgegangen. Auch Müllers Schuppen hat einen Treffer bekommen.
Die Nacht haben wir, wie schon verschiedene Nächte vorher, im Keller übernachtet. Aber an Schlaf war nicht groß zu denken wegen all der Granateinschläge.
Ich hatte schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Ich dachte, morgen früh liegen wir alle hier begraben.
Bei mir waren ja Wilhelm und Mariechen Paulzen (aus Wegberg) und Herr und Frau Goßen, die schon längere Zeit hier geschlafen haben, Flüchtlinge aus Langbroich.

DIENSTAG,
27,02.45

Früh am Morgen hat Wilhelm sich mal hinaus gewagt und den Herd angemacht. Ich habe schnell Kaffee gekocht, und kaum hatten wir im Keller ein Butterbrot gegessen, da wurde auch schon die Kellertüre aufgerissen – und wer stand da?: zwei Amerikaner mit ihren Gewehren im Anschlag.

Nun mußten wir alle herauskommen. Sie suchen nach Militärangehörigen, fanden aber keine. Nun sahen wir, daß bei Müller die Scheune brannte. Wilhelm und Herr Goßen gingen zu helfen, aber schließlich mussten wir alle mitgehen, ohne zu wissen wohin. Ein Amerikaner schoß noch zweimal in unseren Kellereingang hinein. Die hatten ja mehr Angst mit all ihren Waffen, als wir Zivilisten. Als ich nach draußen kam, sah ich, dass andere mit Rollwagen und Gepäck unterwegs waren.

Da bin ich nochmal zurückgegangen, hab mir den Heuwagen genommen, mein Bettzeug und verschiedene Pakete und Taschen aus dem Keller geholt und alles auf den Wagen gepackt. Alle Papiere, Geld und Lebensmittel konnte ich auch noch mitnehmen.

Es war ein Glück, daß ich nochmal in den Keller gegangen bin. Das Bettzeug hatte bereits Feuer gefangen von den Geschossen.

Nun mußten wir alle mit bis Gormanns Alois. Da waren bereits die meisten Bewohner der Kuckumer- und Wanloer Straßen versammelt. Auch der Bürgermeister Steinwartz war dabei. Z… und B… hatten sich im letzten Augenklick noch aus dem Staube gemacht – die jämmerlichen Feiglinge! Da waren auch noch einige gefangene Soldaten – dabei stand der Bürgermeister. Was mag er nur gedacht haben von seinem „geliebten Führer” und dem versprochenen Endsieg? Wahrscheinlich ist er zusammen mit den Soldaten in Gefangenschaft gekommen. Fils Konrad und Kleinwächter Helmut waren abends vorher noch vom Bürgermeister nach Erkelenz geschickt worden, um eine Meldung abzuholen. Beide sind nicht mehr zurückgekommen. Wahrscheinlich gerieten auch sie in Gefangenschaft.

Von Gormanns aus mußten wir weiter. Man sagte uns aber nicht, wohin es gehen sollte. Den Wagen mußte ich zurücklassen. Was ich tragen konnte, habe ich mitgenommen.

Wir gingen zunächst nach Neuhaus, dann über Terheeg nach Erkelenz zum Finanzamt. Auf dem Vorplatz mußten wir lange herumstehen. Schließlich wurden Männer und Frauen getrennt. Die Männer, die Soldat oder im Volkssturm waren, mußten sich melden – wir sahen sie nicht mehr.

Vom Finanzamt ging es dann fort zu den Baracken. Ein Offizier sagte: ”In ein bis zwei Tagen werden die Familien zusammen und zu Hause sein.“ Aber aus den zwei Tagen wurden ungefähr vierzehn.

Ein Glück, daß ich zu Essen mitgenommen hatte. Die meisten Leute waren nüchtern fortgegangen und nur notdürftig angezogen, weil die Soldaten ihnen keine Zeit ließen.

Mariechen und ich hatten uns den guten Pelz angezogen, was ein Glück war. Unser Haus war noch ganz heil als ich fortging; nur die Schlafzimmerfenster an der Straße waren in der Nacht entzwei gegangen. So hatten wir nochmal Glück gehabt.

Nun waren wir in den Baracken. Das uns zugewiesene Zimmer hatte keine ganzen Fenster mehr. Es gab nur eine Matratze, auf die wir uns setzen konnten. Die Nacht war bitter kalt.

MITTWOCH,
28.02.45

Am Morgen des 28.02. suchten wir als erstes nach einem anderen Zimmer. Alles war überfüllt. Schließlich fanden wir einen Raum, der geheizt war – wenn auch der Dreck fußhoch und mehr herumlag. Nachmittags erhielt wir die erste Verpflegung – eine halbe Schnitte Brot und ein wenig Speck. Bis dahin hatten die meisten Leute noch nichts zu essen gehabt. Zu trinken gab es auch jetzt noch nichts. Wenig später mußten wir das Zimmer wieder räumen, weil es für die Verpflegungsausgabe gebraucht wurde. Der Herr Pastor aus Rath Anhoven hat sich große Mühe gegeben, zu Essen und zu Trinken herbeizuschaffen.

DONNERSTAG,
01.03.45
BIS
FREITAG,
09.03.45

Wir machten uns auf die Suche nach einem anderen Quartier. Inzwischen waren wir mit Meyer’s Lenchen und Tinchen zusammen und fanden eine Baracke, die noch leidlich in Ordnung war. Ein Herd und mehrere Sofas waren vorhanden. Allerdings wohnte auch Familie B… schon drin. Als die uns sahen, hätten sie uns am liebsten fortgejagt. Da habe ich besonders dem H… seine Frau mal kennen gelernt. Aber schon bald mußten wir alle wieder fort, weil Militär die Baracke für sich beschlagnahmt hatte. Wir fanden schließlich Platz in einer anderen Baracke, wo Familie Hilgers bereits untergebracht war. Da sind wir dann geblieben, bis alle wieder nach Hause konnten. Bis dahin mußten wir (26 Personen) mit einem Raum auskommen, der nicht viel größer war als unsere Küche (ca. 20 qm). Dazu kaputte Fensterscheiben und überall schmutzig. Ein kleines Öfchen, das auch vorhanden war, haben wir Tag und Nacht geheizt. Dann haben wir angefangen zu kochen: mittags schon mal eine Suppe und abends Kartoffeln, Fleisch gab’s bald ziemlich oft, mehr als Brot, das blieb die ganze Zeit recht knapp. Als Hilgers Arnold mal nach Hause konnte, hat er Brot und Fleisch mitgebracht, Da hatten wir’s etwas besser.
Alle verlangten nach Haus. Von den Bauern durften dann täglich einige ins Dorf um das Vieh zu versorgen, Die Kühe und Pferde liefen frei durchs Feld. Manches Tier ist eingegangen.
Wie uns erzählt wurde, waren bei Hilgers Arnold Montag morgen (26.02
.) sechs Hengste vom Beschuß getötet worden, Das allerschlinmste aber war, wie die Soldaten in den Häusern gewütet haben. Wie die Wilden hätten sie sich benommen. Dann kamen die Polen und räuberten, was sie mitnehmen konnten. Die Amernikaner ließen sie jedenfalls ruhig gewähren.
Als wir das alles hörten, hielten wir es in Erkelenz fast nicht mehr aus.

SAMSTAG,
10.03.45
bis
SAMSTAG,
17.03.45

Am 10.03. war es endlich soweit; wir durften wieder nach Hause. Um 1/2  4 Uhr mußten wir uns am Finanzamt einfinden. Dann ging es über Östrich, Mennekrath, Etgenbusch nach Venrath. Aber wie sah es da aus! Unsere schöne Kirche weist große Beschädigungen auf. Die letzte Nacht der Kampfhandlungen hat dem Turm noch mehre schwere Treffer eingebracht. Vorläufig wird das Gotteshaus wohl nicht benutzbar sein.  

Gillrath ist ganz ausgebrannt, Das Haus soll von den Polen angesteckt worden sein. Hermanns Hof ist ebenfalls abgebrannt. Die Ecke Wanloer Straße/Kuckumer Straße hat viele Granattreffer abbekommen – es sieht ganz schlimm aus.

Unser Haus ist gut erhalten, nur alle Fensterscheiben sind zu Bruch gegangen. Aber wie sah es drinnen aus, als ich zur Tür hereinkam?

Im Wohnzimmer standen unsere Betten – aber ohne Keile. Nur die Drahtmatratzen waren drin, Daneben lagen die zwei schweren Matratzen aus den anderen Betten. Unser Ofen war fort, den habe ich später bei Hilgers gefunden. Dafür stand ein anderer Ofen da, der offenbar ohne Ofenrohr geheizt worden war. Damit der Rauch abziehen konnte, hatte man kurzerhand die Fensterscheiben eingeschlagen. Der Dreck, der überall lag, ist unbeschreiblich. Im Fußboden und im Teppich sind eine Anzahl Löcher gebrannt. Die Stühle sind teilweise kaputtgeschlagen. Als ich nun weiter in die Küche wollte, ging die Tür nicht auf von all dem Kram, der dahinter lag. Ich versuchte vom Hof aus hinein zu kommen, aber da war es genau so. Mit Gewalt ging es

schließlich. Wo ich auch ging – überall krachte und knackte es von Glas und allem möglichen, was zerbrochen am Boden lag. Ein Bild der Verwüstung, ich kann es nicht anders beschreiben.

Unser schöner Schreibtisch stand neben der Türe am Fenster ohne Türen und Schubladen. Alle Schubladen aus Küche und Wohnzimmer waren hier ausgeschüttet worden. Darüber waren die Kohlen vom Küchenherd ausgekippt und über alledem hatte man den Inhalt eines Eimers mit Rübenkraut verteilt. Eine zerbrochene Petroleumlampe und eine Stalllaterne lagen auch noch dazwischen. Der große Topf mit Apfelkraut lag auch da, aber er war nicht zerbrochen. Auf diesem ganzen Durcheinander lagen die Honigschleuder und all unsere Grammophonplatten von denen keine einzige mehr ganz war. Ebenso wie Glas und Porzellan aus dem Küchenschrank hatten die Herren auch alles aus dem Wohnzimmerschrank durch die Küche geschmissen. Das Sofa lag voller Scherben und Dreck. Unter dem ganzen Unrat fand ich meinen Seidenmantel, mein Jackenkleid und die gute Bluse. Aber wie sahen die Sachen aus?! Die so gehaust hatten kann man nicht mehr Menschen nennen, es waren Säue.

Gegen 6 Uhr waren wir angekommen und haben dann mit fünf Personen tüchtig geschafft bis wir endlich gegen 10 Uhr den Küchenraum soweit aufgeräumt hatten, dass wir durch die Küche gehen konnten.

Wer das nicht gesehen hat, wie alles aussah, kann es kaum glauben. So war jedes Zimmer durchwühlt, alle Schubladen waren ausgeschüttet und ihr Inhalt rundum verteilt (geschmissen).

Besonders schlimm ist es, daß man uns so bestohlen hat. Sämtliche Steppdecken sind fort sowie zwei Federbetten und ein Kissen. Außerdem fehlen alle Keile und Schonerdecken. Ich bin schon oft auf Suche gewesen, bisher immer umsonst. Auch unser Radio und das Grammophon mit Tischchen sowie Uhr, Wecker, Staubsauger, Heizöfchen, Spirituskocher, Handfeger Pfanne, Eimer, Besen, Waage und noch vieles mehr sind verschwunden. Von diesen Sachen wird wohl noch manches in andere Häuser geraten sein. Aber wo man auch fragt, es heißt immer: nichts da. So geht es den Bauern mit dem Vieh. Kühe, Pferde und Schweine sind fort und niemand weiß sie zu finden. Müller Joseph hat seine Kühe zurückbekommen – aber von seinen beiden Pferden weiß er noch nichts.

Auch in unserem Keller sah es schauderhaft aus. Meine, Paulzens und Goßens Sachen und die von Meyer Lenchen und Tinchen lagen kunterbunt herum. Alles war so dreckig – ob Kleider oder Wäsche – daß eine gründliche Reinigung notwendig war. Aus dem Keller war nicht viel gestohlen worden. Kleider und Wäsche waren fast vollständig vorhanden. Mir fehlen wohl alle Strümpfe, die ich in einem Rucksack hatte, und das waren ziemlich viele. An neue Strümpfe ist ja nicht zu denken.

Wilhelm vermißt seinen Sonntagsmantel mit Mütze. Das tut mir recht leid für ihn. Auch ein Federbett und eine Steppdecke von Paulzen sind fort.

  1. siehe Aloys Gormanns, 1947, Seite 1
  2. https://www.bpb.de/mediathek/reihen/als-der-krieg-nach-deutschland-kam/504597/als-der-krieg-nach-deutschland-kam-der-weg-nach-koeln/ (Stand: 01.2026)
  3. Aloys Gormanns, 1947, Seite 1
  4. Text von Wolfgang Lothmann 2026 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. Ein herzlicher Dank geht an den Ortsausschuss St. Valentin Venrath, der uns die Inhalte der Ausstellung zur Auswertung zur Verfügung stellte.
  1. Aloys Gromanns, Sammlung von heimatgeschichtlichem Material. Bericht für die Ortschaft Venrath. Typoskript an die Kreisverwaltung vom 05.02.1947, Venrath, 1947

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