„Kenner der Erkelenzer Lande“, „Ein Leben für die Heimatstadt“, „Wahrer und Mittler der Heimatforschung“, so lauteten die Schlagzeilen in der Rheinischen Post, wenn es um Friedel Krings ging.
Beruflicher Werdegang
Gottfried „Friedel“ Krings wurde am 7. Januar 1910 in Erkelenz geboren. In die Sexta (5. Klasse) des Erkelenzer Gymnasiums trat er 1920 ein. Das Reifezeugnis erhielt er am 21.2.1929. Er studierte Leibesübungen und Erdkunde als Hauptfach und Geschichte als Nebenfach an der Universität in Köln von 1929 bis 1935. Die 1. Staatliche Prüfung legte er am 14.4.37 in Köln ab und wurde am 30.10.37 als Studienreferendar vereidigt. Die pädagogische Prüfung erfolgte am 27.9.39 am Lessing Gymnasium in Düsseldorf.
Unterricht an verschiedenen Schulen
An der staatlichen Oberschule für Jungen in Linz am Rhein unterrichtete der frisch ernannte Studienassessor von 1939 bis Juni 1943. Zum 1.7.43 wechselte er an das Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen, wo er bis zum 31.3.59 blieb. Am 27.11.39 hatte er seine Frau Christine geb. Frentzen geheiratet. Aus dieser Ehe stammten 2 Söhne, Johann Wilfried, geb. 18.3.41, und Gottfried Wolfgang, geb. 8.3.47. 1959 kehrte er in seine Heimatstadt Erkelenz an das dortige Gymnasium zurück. 1960 verstarb seine Frau. Nach der Trennung des Erkelenzer Gymnasiums in ein Jungen- und ein Mädchengymnasium im Jahre 1962 gehörte er dem Kollegium des Jungengymnasiums an. Seine Schüler*innen (ab 1968 besuchten auch wieder Mädchen das Jungengymnasium, weil es einen Zweig für Realschulabsolventen hatte), mochten ihn. Allerdings schweifte er im Fach Geschichte oft in die Heimatgeschichte ab, sein Steckenpferd eben. Seit 1968 war er als Stellvertreter mitverantwortlich für die Verwaltung der Schule. Von 1970 bis 1973 war er Schulleiter und ging auf eigenen Wunsch zum 1.8.73 in den Ruhestand.
Kommunalpolitik und ehrenamtliches Engagement
In seiner Heimatstadt Erkelenz wandte er sich schon früh der Kommunalpolitik zu, die ihm als stellvertretenden Bürgermeister und Vorsitzender des Kulturausschusses ebenso wichtige Aufgaben stellte wie seine leitende Funktion in den Kreisgremien für Denkmalschutz und Landschaftspflege. Besonders die Geschicke und die Geschichte seiner Erkelenzer Heimat lagen ihm am Herzen. Schon 1950 wurde Krings Vorsitzender des Heimatvereins und blieb es bis 1980. Dieses Amt empfand er als Herausforderung angesichts der Zerstörung der Heimat. Folgerichtig setzte er sich für den Schutz der Denkmale ein, z. B. für den Erhalt des Lambertiturms, des Alten Rathauses und der Reetdächer im Schwalmtal. Er war engagierter Vorreiter der damals noch undenkbaren Grenzkontakte, wie sie sich heute in der Euregio präsentieren. Seine jahrelange Überzeugungsarbeit gipfelte schließlich in den Stadtfesten von 1966 und 1976 mit starker niederländischer Präsenz, danach auch indirekt in der Erkelenzer Partnerschaft mit dem belgischen Ath.
Krings als Denkmalpfleger
Auch für den Denkmalpfleger boten Stadt und Kreis in ihrer Aufbauphase ein weites Arbeitsfeld. Krings beschäftigte sich auch intensiv mit der Erkelenzer Stadtgeschichte. Aus seiner Feder stammen eine Vielzahl von Publikationen, die mit Leidenschaft und Fachkenntnis über Historisches und Themen der Zeitgeschichte berichten. Nicht zuletzt sollen seine zahlreichen Schriften erwähnt werden, die er zu einzelnen Projekten ebenso wie über allgemein kulturgeschichtliche Themen hinterlassen hat. Neben dem Heimatkalender diente ihm oft die Erkelenzer Volkszeitung als vermittelndes Medium.
Sein besonderes Interesse galt auch der Wiederherstellung und Pflege früherer Kontakte und freundschaftlicher Beziehungen zu unseren westlichen Nachbarn, was ihn u. a. als Mitglied in die deutsch-niederländische kulturelle Arbeitsgemeinschaft Niederrhein-Limburg führte.
Publikationen
Zahlreiche landeskundliche, historische und volkskundliche Veröffentlichungen sind Zeugen seiner unermüdlichen und vielfältigen Arbeit, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Über vier Jahrzehnte sammelte er Material über den Bohrpionier Anton Raky. Das Material füllt heute etliche Kartons im Stadtarchiv Erkelenz. Sein sich verschlechternder Gesundheitszustand führte dazu, dass er sein Werk nicht vollenden konnte, mit seiner Materialsammlung hat er aber eine wichtige Grundlage für Band 25 der Schriftenreihe des Heimatvereins geschaffen: „Höhen und Tiefen“, das Leben des Tiefbohrpioniers Anton Raky von Ann-Katrin Struken.
Sportliches Engagement
Friedel Krings war aber auch in Sportkreisen bestens bekannt. Er war nicht nur Mitbegründer des ASV Köln, sondern machte sich auch als Leichtathlet einen Namen; so wurde er mehrmals Westdeutscher und Deutscher Hochschulmeister in den Mittelstrecken. Lange Zeit war er auch Vorsitzender des Westdeutschen Leichtathletikverbandes.
Lebensende
Er starb kurz nach seinem 90. Geburtstag am 29. Januar 2000 in seiner neuen Heimat Dießen am bayrischen Ammersee.1
- , Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 20, 2006. Josef Kahlau: Nachruf auf Friedel Krings, S. 254f
- , Archiv des Cusanus-Gymnasiums.
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