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Edmund Knorr

⁎ 11.10.1885 † 09.01.1969
1908 1951 Lehrer und Rektor in Erkelenz
1929 1979 Naturbeauftragter und Ornithologe
11.10.1885 bis 09.01.1879

Vita

© Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. | Edmund Knorr | Edmung Knorr
Edmund Knorr

Edmund Knorr wurde am 11.10.1885 in Ratheim geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Ratheim wechselte er an die Höhere Stadtschule in Heinsberg. Sein Wunsch war es Lehrer zu werden. Folglich absolvierte er das Lehrerseminar in Kornelimünster, unterrichtete als Volksschullehrer von 1905 bis 1907 in Golkrath und von 1908 bis 1951 in Erkelenz, ab 1932 als Rektor. Sowohl im 1. wie im 2. Weltkrieg diente er als Soldat und erwarb das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Von 1929 bis 1965 war er Kreisbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege im Kreis Erkelenz, Kreisheimatpfleger und Archivpfleger von 1950 bis 1965, Kreisjagdberater von 1956 bis 1962. Er erhielt für seine Verdienste die silberne Verdienstmedaille des DJV, das Bundesverdienstkreuz am Bande 1960 und 1. Klasse 1965, die Albert-Steeger-Plakette 1965.

© Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. | Willy Stein und Knorr Ehrenbürger
Überreichung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Erkelenz

Er war Ehrenmitglied der Gesellschaft rheinischer Ornithologen und des Heimatvereins der Erkelenzer Lande (1965) und Ehrenbürger der Stadt Erkelenz seit 1976.
1948 war er Mitinitiator für die Wiederbelebung des Heimatvereins der Erkelenzer Lande.

Er starb am 9.1.1979 in Erkelenz und wurde in Hückelhoven-Ratheim beigesetzt.

© Erkelenzer Volkszeitung | Nachruf 13,01,1979
Nachruf in der Presse

Naturverbundenheit

© Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. | Zeichnung Rurauen
Zeichnung der Rurniederungen

Edmund Knorr war das letzte von 12 Kindern einer alteingesessenen Ratheimer Bürgermeister- und Jägerfamilie 1. In ihr wurzelte seine tiefe Verbundenheit mit Landschaft und Natur der unteren Rurniederung und sein Eifer, Tiere zu beobachten. Zwar war er ein ausgezeichneter Schütze, aber als Jäger in erster Linie ein Heger. Es drängte ihn, seine Beobachtungen und Aufzeichnungen zu veröffentlichen. Damit verschaffte er sich einen ausgezeichneten Ruf als Ornithologe. Seine Artikel erschienen in den Erkelenzer Tageszeitungen, in Heimatblättern und -kalendern und in Fachzeitschriften. 1967 erschien die Monografie. „Die Vögel des Kreises Erkelenz.“ Woher stammte nun sein Wissen über Vogel- und Pflanzenwelt? Neben einer ausgesprochenen Begabung war es seine ausdauernde Beobachtungstätigkeit zu allen Jahreszeiten und bei jedem Wetter. Der 1. veröffentlichte Bericht steht in der „Deutschen Jägerzeitung“ 1917, Bd.70. Knorr beschreibt als Soldat an der russischen Front am Fluss Düna in Stellung liegend die Beobachtung eines Moorschneehuhns.2

Bis weit über sein 80. Lebensjahr hinaus fuhr er mit dem Fahrrad zu seinen Beobachtungspunkten und kannte die Erkelenzer Börde ebenso wie die Wälder und Täler zwischen Rur und Schwalm. Edmund Knorr verfügte auch aus einem intensiven Studium der Bücher und der Umweltfaktoren über ungewöhnliche Kenntnisse der heimischen Pflanzen- und Tierwelt sowie ihrer geologischen, klimatischen und landschaftlichen Gebundenheit. Einer seiner 1. Aufsätze über die Rohrdommel erschien bereits 1924 in den „Heimatblättern“. Kaum übersehbar sind auch seine pflanzenkundlichen Veröffentlichungen, z.B.: „Die letzten Wacholder am linken Niederrhein“,1934. Unermüdlich kämpfte er um die Erhaltung des Elmpter Schwalm Bruchs seit 1923/24 und erreichte 1941, dass ein 55 ha großes Areal zum Naturschutzgebiet erklärt wurde3. Bereitwillig gab er sein Wissen und seine Erfahrungen in Vorträgen, Seminaren, Wanderungen und Studienfahrten an Schüler, Kollegen, Jäger natur- und heimatkundliche Vereine weiter. Daher arbeitete er auch als Schriftleiter des Heimatkalenders der Erkelenzer Lande zusammen mit Josef Rick und Friedel Krings von 1952 bis 1972 verantwortlich mit4.

Edmund Knorr erzählt eine Anekdote aus seiner Heimat

Der Lambertiturm verdankt ihm sein Überleben. Knorr wurde im Februar 1945 zum Stadtkommandanten von Erkelenz ernannt, der Verwaltungs- und Logistikaufgaben hatte. Der Kampfkommandant, ein SS-Offizier, wollte beim Vorrücken amerikanischer Verbände den Lambertiturm sprengen lassen. Engagiert plädierte Knorr für dessen Erhalt – mit Erfolg.5

Mehr als 200 Veröffentlichungen sind von ihm bekannt. Der Erhalt bzw. die Wiedergewinnung einer intakten Natur in seiner Heimat, die er zu beiden Seiten der Grenze Deutschland-Niederlande von Elmpt bis Gangelt sah, war sein Thema.6

  1. siehe Friedel Krings HK 1980, S. 127
  2. Frauenrath, a. a. O., S. 17
  3. Krings, a. a. O., S. 128
  4. Krings, a. a. O., S. 129
  5. Frauenrath, a. a. O., S. 219
  6. Text von Rita Hündgen 2022 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Heinsberg, 1980. Darin: Friedel Krings: in memoriam Edmund Knorr (1885-1979), S. 126 ff.
  2. Wikipedia, https://de.m.wikipedia.org. https://de.m.wikipedia.org, /wiki/Edmund_Knorr
  3. Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 18, 1999. Therese Frauenrath: Edmund Knorr, Ornithologe und Landschaftspfleger aus Leidenschaft

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