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Sankt Mariä Empfängnis Katzem

Lage

Die ehemalige Pfarrkirche Sankt Mariä Empfängnis in Katzem liegt mitten im Ort an der Straße „In Katzem“, die die Verbindungsstraße nach Lövenich und Holzweiler ist. Katzem ist ein Ortsteil der Stadt Erkelenz, Nordrhein-Westfalen, der südlich der Kernstadt liegt.

Geschichte

Pfarrgeschichte

Bis zum Jahre 1864 gehörten die katholischen Christen in Katzem zur Pfarrgemeinde Lövenich. Pfarrkirche war Sankt Pauli Bekehrung Lövenich, was für die Christen aus Katzem bedeutete, dass sie einen Weg von etwa 2 km zum Gottesdienst hinnehmen mussten. So gab es Mitte des 19. Jahrhunderts Bestrebungen, in Katzem eine eigenständige Pfarre zu errichten. In einer Dorfversammlung im Schulsaal am 1. Januar 1858 gründete man einen Kirchenbauverein, der einstimmig den Bau einer Kirche, allerdings nur eines Kirchenschiffs, beschloss. Der Bau sollte aus den Erlösen aus der Abholzung des Buchholzbusches finanziert werden. Gleichzeitig sollte Katzem eine eigenständige Pfarrgemeinde werden. Diese Bestrebungen wurden durch die Urkunde des Erzbischofs von Köln, Johannes Kardinal von Geihsel, vom 2. Februar 1864 zur Ernennung einer selbstständigen Pfarrgemeinde „Sankt Mariä Empfängnis“ mit Erfolg gekrönt. Die neue Pfarrgemeinde Katzem musste allerdings Ablösungszahlungen an die Pfarrgemeinde Lövenich in Höhe von 4000 Talern (= 12.000 Mark) leisten.1 Bis zum Jahre 2010 existierte die Pfarre. Wegen des großen Priestermangels aller Orten wurde die Pfarre im dem Jahr aufgelöst und mit anderen Pfarrgemeinden zur Pfarre Sankt Maria und Elisabeth Erkelenz fusioniert. Diese fusionierte wiederum 2015 mit der Pfarre St. Lambertus Erkelenz zur neuen Großpfarre Christkönig Erkelenz.

Baugeschichte

„Aus den Erträgen des verkauften pfarreigenen Grundbesitzes im Buchholzbuschgelände (rund 40 Morgen) errichtete die Pfarrgemeinde Katzem Anfang der 1860er Jahre eine eigene Kirche (ohne Turm).“2 Die Kirche wurde nach Bauplänen des Kölner Kirchenarchitekten Heinrich Nagelschmidt erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Juli 1861 durch Dechant Bono aus Holzweiler.

Der Katzemer Chronist Anton Schüller schreibt dazu:

Morgens um 9 Uhr hielt Herr Dechant in der Pfarrkirche zu Lövenich ein festliches Hochamt, wobei drei Priester ministrierten. Der Grundstein für die Kirche zu Katzem war in der Kirche. Nach dem Gottesdienste wurde der Grundstein in feierlicher Prozession nach Katzem gebracht. An der Prozession beteiligten sich cirka 20 Priester. Unterwegs wechselten Musik und Gesang miteinander ab. In Katzem wurde die Grundsteinlegung vorgenommen: Das Dorf war geziert; an jedem Hause hing eine Fahne. Auf den Straßen waren 32 Triumphbögen errichtet.

Anton Schüller: Chronik von Katzem. 1953 bis 1874. Handschriftliche Aufzeichnungen.3
© Pfarrarchiv Erkelenz | Anton Schüller | Grundsteinlegung: Chronik Anton Schüller

Bereits ein Jahr später war der Rohbau vollendet. Am 24. August 1868 konnte das Gotteshaus feierlich eingeweiht werden. Allerdings erhielt es erst im Jahre 1909 nach Plänen des Aachener Architekten Professor Josef Buchkrämer einen Turm. Die Finanzierung von Bau und Einrichtung war von den Ortsbewohnern ohne fremde Hilfe aufgebracht worden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche erhebliche Beschädigungen, die bis zum Jahr 1956 größtenteils behoben werden konnten. 1964 wurde der Altarraum umgestaltet. 1974/75 erbaute man eine neue Sakristei und renovierte die Kirche. Die Pläne dazu machte der Architekt Josef Viethen aus Erkelenz.4

Gebäude

Die Backsteinkirche hat ein dreijochiges Langhaus, ein einjochiges Querhaus, dessen spitzgiebelige Wände nur wenig über die Langhauswände vortreten, und einen fünfseitigen, nördlichen Chor; an seiner Stirnseite die Sakristei. Die Kirche hat Kreuzrippengewölbe; die Spitzbogenfenster sind ohne Maßwerk. Der an der Südseite vorgebaute, breite Turm hat drei Geschosse und  eine sechsseitige spitze Haube.5 Ein Turmkreuz mit einem Wetterhahn bilden den Abschluss der Turmhaube.

Inventar

In der Kirche befindet sich eine weitestgehend moderne Ausstattung. Davon zu erwähnen sind der Altar, der hölzerne Kreuzweg, sowie die Fenster aus dem Jahr 1958 von Peter Thomas. Von der Ursprungsausstattung haben sich einige Heiligenfiguren, sowie ein kleiner Marienaltar erhalten. Die Inneneinrichtung wird in einem gesonderten Artikel beschrieben.6

  1. siehe Josef Kahlau, a. a. O., Seite 263
  2. siehe Josef Kahlau, a. a. O., Seite 263
  3. Original im Pfarrarchiv Christkönig Erkelenz
  4. siehe https://de.wikipedia.org/wiki/St.Mariä_Empfängnis(Katzem) (Stand: 04.2022) und https://christkoenig-erkelenz.de/gemeinden-einrichtungen/gemeinden/st.-maria-empfaengnis-katzem/ (Stand: 04.2022)
  5. https://christkoenig-erkelenz.de/gemeinden-einrichtungen/gemeinden/st.-maria-empfaengnis-katzem/ (Stand: 2022)
  6. Text von Wolfgang Lothmann 2022 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 10, 1990. Josef Kahlau: Geschichte, aus Lövenich, Katzem und Kleinbouslar betrachtet.
  2. Wikipedia, https://de.m.wikipedia.org. https://de.m.wikipedia.org, St.Mariä_Empfängnis(Katzem) (Stand: 04.2022)
  3. Pfarrgemeinde Christkönig Erkelenz (Hrsg.), https://christkoenig-erkelenz.de. /gemeinden-einrichtungen/gemeinden/st.-maria-empfaengnis-katzem/ (Stand: 2022)[/fussnote]
  4. Limburg, Käthe und Bernd, Sakrales in der Stadt Erkelenz. http://www.limburg-bernd.de/Kirchen%20und%20Kapellen%20im%20Kreis%20Heinsberg/
  5. Anton Schüller (letzter Leineweber in Katzem), Chronik von Katzem. 186 Aufzeichnungen von 1853 bis 1874. Manuskript aus dem Kirchenarchiv Erkelenz, Katzem

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