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Sankt Josefs Musikverein Keyenberg

Stichworte: Verein
1886 bis 2018

Geschichte

Gründung

© Hans-Josef Pisters | Wolfgang Lothmann | Statuten St. Josefs Musikverein Keyenberg von 1909
© Hans-Josef Pisters | Wolfgang Lothmann | Wappen des St. Josefs Musikvereins Keyenberg
Der Dachdeckermeister Franz Schüller  aus  Keyenberg  beschäftigte im Jahr 1885 zur Aushilfe einen Gesellen namens Velten, der Musiker war und auf dessen Initiative die Gründung des St. Josephs Musikvereins Keyenberg zurückzuführen ist. Er hatte 6 Männer gefunden, die gemeinsam mit ihm an den langen Winterabenden musizierten. Es waren dies die Keyenberger August Schüller, Franz Schüller, Heinrich Dahmen, Leo Behren, Wilhelm Jansen und Franz Zimmermann. Sie spielten ausschließlich auf Blasinstrumenten.

Durch intensives Proben war es ihnen möglich, schon im folgenden Jahr – 1886 – die Fronleichnamsprozession mit Musik zu begleiten. Bereits im Sommer des selben Jahres schlossen sich weitere 6 Musikfreudige an, so dass man am 8. November 1886 offiziell den Musikverein gründen konnte. An diesem Tag wurden auch die ersten ,,Statuten“ beschlossen. Es ist leider nicht mehr feststellbar, welches Mitglied damals die Vereinsleitung  hatte.  Mit diesen ,,Statuten“, die am 23. Juli 1909 neu gefasst wurden und auch heute noch gelten, wurde dem Verein der Name ,,St. Josephs Musikverein Keyenberg“ gegeben.

Eine Abschrift der Statuten wurde dem damaligen Bürgermeister des Bürgermeisteramtes Keyenberg, Herrn Schnitzler, übergeben, der sie am 16. Oktober 1909 genehmigte. Die Statuten sind  unterzeichnet vom Vorsitzenden Konrad Franken, Rendanten Franz Schüller und Buchführer Theodor Carsten.

Zweck des Vereins

Im § 1 der Statuten ist die Aufgabe des St. Josephs Musikvereins klar herausgestellt. Er lautet:

,,Zweck des Vereins ist musikalische Ausbildung, gemeinsame Unterhaltung und zur  höchsten  Ehre  Gottes  musikalische  Begleitung bei kirchlichen Feierlichkeiten, wenn die Mitwirkung des Vereins erwünscht wird.“

 

Weltkriege

Durch den 1. Weltkrieg van 1914 bis 1918 wurde der Verein erstmals hart getroffen. Die Mitglieder Konrad Franken, Franz Franken, Franz Schmitz, Reiner Schuller und Josef Mevißen wurden zum Heer eingezogen. Die beiden Mitglieder Franz Franken und Josef Mevißen kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück .

Nach Beendigung des Weltkrieges kamen die Mitglieder erstmals wieder  im Jahr 1923 zusammen, um den Verein wieder zu aktivieren.

Bei der  Generalversammlung  am 18. März 1923 legte der bisherige Vorsitzende, Konrad Franken, aus gesundheitlichen Gründen  sein Amt nieder. Zum neuen Dirigenten wurde in dieser Generalversammlung Franz Schmitz aus Berverath gewählt.

Auch vom 2. Weltkrieg, der 1939 ausbrach, wurde der Verein wie­ der hart getroffen. Dadurch, dass mehrere Mitglieder zur Wehrmacht einberufen wurden, war der Verein nicht mehr in der Lage, mit eigenen Kräften zu musizieren. Es mussten daher Musiker aus anderen Ort­schaften um Hilfe gebeten werden. Da es sich bei dem Verein um ei­nen christlichen Verein handelte, wurden ihm im Dritten Reich erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Es kam soweit, dass angeblich wegen der Luftgefahr öffentliche Prozessionen verboten wurden. Während des Einmarsches der amerikanischen Truppen hat Vorsitzender Franz Schmitz die vorhandenen Instrumente und Noten vergraben. Sie haben den Krieg überlebt und konnten nach Beendigung des Krieges wieder wohlbehalten ans Tageslicht befördert werden.

Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Krieg hieß es, nun wie­der den Verein neu  aufzubauen und weitere Musikfreudige zu gewinnen. Der Verein fand im Laufe der Jahre viel Zuspruch und bestand im Jahr 1953 bereits wieder aus  15 Musikern.

Im Jahr 1953 konnte der damalige Vorsitzende und Dirigent, Franz Schmitz, auf seine 50-jährige Vereinsmitgliedschaft zurückblicken. Nach 61-jähriger Mitgliedschaft verstarb er am 15. Januar 1964. Während der 41-jährigen Tätigkeit als Vorsitzender und Dirigent hat er sich große Verdienste um den Musikverein erworben. Franz Schmitz hat den Verein in all den Jahren – und vor allem in den Kriegsjahren – sicher geführt. Viele Jahre fanden die Proben des Vereins in seiner Wohnung statt. Er war ein vorbildlicher Kamerad, voller Pflichtbewusstsein und Pflichterfüllung. Manche Stunde seiner Freizeit hat er für die Ausbildung neuer Mitglieder geopfert. Unter seiner Leitung wurde der Verein in der gesamten Umgebung bekannt.

Neuer Vorsitzender wurde sein Sohn, Toni Schmitz, der auch vorüber gehend das Dirigat übernahm. Von 1967 bis 1970 wurde der Verein  von Heinrich Schwiers aus Rheydt dirigiert. Von 1971 bis 1997 über­nahm Josef Obers aus Körrenzig das Dirigat; ihm folgte anschließend bis heute Hans Himmels aus  Erkelenz.

Das Amt des Vorsitzenden übte von 1964 bis 1972/1976 Toni Schmitz aus; ihm folgte von 1977 bis 1982 Heinrich Weynen. Heinz Laumanns stand dem Verein von  1982 bis zu seinem frühen  Tod  im Alter  von 56 Jahren am 11. Februar 2005 als Vorsitzender vor. Seinem uner­müdlichen Einsatz ist es besonders zu verdanken, dass die jährliche Karnevalssitzung des Vereins jahrelang mit großem Erfolg veranstaltet wurde.

Außerdem war es sein ständiges Bemühen, den Verein in Harmonie zusammen zu halten, was in der heutigen Zeit nicht immer einfach ist, ihm aber bis zu seinem Tod ausnahmslos gelungen ist. In den letzten Jahren vor seinem Tod übte er neben dem Amt des Vorsitzenden auch das Amt des Geschäftsführers  aus.

Seit dem Tod von Heinz Laumanns im Jahr 2005 ist Frank Knur Vorsit­zender  und 2. Geschäftsfuhrer.

Am 1. Januar 1976 trat der St. Josephs Musikverein dem Deutschen Volksmusikerbund  bei.  Die  90-Jahrfeier  fand  vom  30. April  1976 bis 3. Mai 1976 zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Keyenberg, die ihr 75-jähriges  Bestehen feiern  konnte, statt.

Am 25. Mai 1986 wurde dem St. Josephs Musikverein Keyenberg in einer Feierstunde anlasslich der Verleihung der Zelter- und Pro Musi­ca-Plakette im Theater- und Konzerthaus in Solingen die Pro Musica-Plakette verliehen. Mit dieser hohen staatlichen Auszeichnung  deren symbolische Verleihung am 9. Marz in Darmstadt durch den damaligen Bundespräsidenten, Richard von Weizacker, stattfand, werden  Chöre mit der Zelter-Plakette und lnstrumentalvereine mit der Pro Musica­-Plakette für die in langjährigem, 100-jährigem Wirken erworbenen Ver­dienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens (Singens) und damit  um die  Förderung des kulturellen  Lebens ausgezeichnet.

Ein Hohepunkt im Vereinsleben des St. Josephs Musikvereins waren die  Feierlichkeiten anlasslich  des  100-jahrigen Bestehens  vom 4.  bis 6. Juli 1986. Die Schirmherrschaft hatte der Erkelenzer Bürgermeister Willy Stein übernommen.

Das Jubiläum begann am Freitagabend mit einem Festzug durch den Ort mit dem Tambourcorps Jüchen, dem Musikverein Klinkum, dem Jubiläumsverein und den Ortsvereinen. Ein Highlight war ein ,,Bunter Abend“ im Festzelt mit der Original Kapelle Egerland  unter der  Lei­ tng von Conny Dellner mit Gesangseinlagen von Uschi und dem Egerland-Duo. Am Samstag folgte ein großer Tanz-Abend mit dem 7-Mann Tanz- und Show-Orchester ,,STAR-BAND „. Der Sonntag begann mit einer hl. Messe für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Vereins,  danach  fand  die  Gefallenenehrung  statt.  Im  Festzelt folgte ein Festkommers mit der Werkskapelle der Fa. Wirth, Erkelenz, bei  dem auch Gratulationen ausgesprochen und Ehrungen durchgeführt wurden. Höhepunkt war am Sonntagnachmittag der große Festzug mit vielen auswärtigen und einheimischen Vereinen. Das Jubiläumsfest endete anschließend  mit einem Konzert im  Festzelt.

Der St. Josephs Musikverein Keyenberg besteht zur Zeit (2013) aus 20 akti­ven Musikern und vier Nachwuchskräften. Er ist bei allen kirchlichen und weltlichen Festen und Feierlichkeiten in Keyenberg, Unter- und Oberwestrich und Berverath stets zur Stelle. Man kann wohl berechtigt sagen, dass der St. Josephs Musikverein ein fest im kulturellen Leben Keyenbergs verwurzelter Musikverein ist, und hoffen, dass er noch viele Jahre zur Freude der Menschen und zur höchsten Ehre Gottes musizieren wird.1

Ein Beispiel für den Einsatz des Sankt Josefs-Musikvereins in der Gemeinde Keyenberg zeigt folgendes Video vom Ehrengedenken am Kirmessonntag 2019, dem letzten Schützenfest im alten Dorf:

© Wolfgang Lothmann | Musikverein beim Schützenfest Keyenberg 2019_0004

 

  1. Text aus: Merkens, Pisters: Pfarrkirche und Gemeinde Heilig-Kreuz Keyenberg a. a. O., Seite 186 – 193
  1. Rainer Merkens, Hans-Josef Pisters, Pfarrkirche und Gemeinde Heilig-Kreuz in Keyenberg. Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. Band 28, Neustadt an der Aisch, ISBN: 978-3-9815182-5-2, 2014, Seite 186 - 193

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