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Möhne in Erkelenz

sonstiger Name: Möhne im Stadtbild
1970-1979 bis 2025

Wie die „Tanzende Möhn“ in Erkelenz – ein Symbol für rheinischen Frohsinn – ins Erkelenzer Stadtbild kam. 

VON WILHELM BORGS

© Wolfgang Lothmann | Tanzende Möhn
Tanzende Möhn von Ursula Klügel

In der Umbauphase des Marktes bis 2025 mit Brettern vor Beschädigungen gut gesichert, herrschte um sie herum ein emsiges Hin und Her der Vorderlader, Bagger und Lastwagen. Jetzt steht sie wieder frei auf dem Marktplatz und ist für alle gut sichtbar, die Tanzende Möhn.

Maak mött!1 Den Schlachtruf wird man in den nächsten Tagen wohl häufig hören. Nach Weihnachten und Neujahr beginnt bekanntlich die „fünfte Jahreszeit“, wie Karnevalisten diese Zeit im Jahr benennen.

© Wolfgang Lothmann | Altes Rathaus Südostseite
Möhne in den Fenstern des Alten Rathauses

Erfinder

Einer der aktiven Erfinder und Gestalter der Möhnen war Heinz Goertz. Heinz war immer für einen Spaß zu haben, ein begeisterter Karnevalist. Mit Karl-Eugen Luther2 und Kurt Hupke begannen die drei „Möhnenväter“ Anfang der 1970er Jahre mit der Produktion. Aus Draht, einer runzeligen, fürchterlich aussehenden Maske und bunten Plastiksäcken entstanden die dekorativen Möhnen zum Aufhängen in Bäumen, oder zum Hinstellen in Schaufenstern oder Fensternischen. Als Schreinermeister mit eigener Werkstatt, seit 1971, hatte Heinz die besten Möglichkeiten für den Bau dieser Originale.

Schreinerwerkstatt Goertz

Opa Heinrich Goertz (im Haus Nr. 6 geboren) kaufte 1908 das Nachbarhaus Nr. 8 in der Kölner Strasse und richtete im hinteren Bereich, bis zur Ostpromenade hin, eine Schreinerwerkstatt ein. Nach dem Krieg übernahm sein Sohn Karl den Betrieb. Durch die enorme Zerstörung von Erkelenz durch Bomben waren viele Aufträge für Neubauten (wie Fenster, Türen, Treppen, Böden) auszuführen.

© Wilhelm Borgs | Zeichnung der Tanzenden von Ursula Klügel
Zeichnung von Wilhelm Borgs

Neben der Fertigung von Holz-Bauelementen für den Hausbau beschäftigte Heinz sich mit der Fertigung  von Krippenställen und der Figuren-Schnitzerei. Mehrere Besuche  bei den bayerischen Schnitzern in Oberammergau, perfektionierten seine Fertigkeiten zum Gestalten der Skulpturen.

© Wilhelm Borgs | Werkstatt von Heinz Goertz
Heinz Goertz in der Werkstatt. Zeichnung von Wilhelm Borgs

Die Möhn im Erkelenzer Straßenbild

Die Kunst-Ausstellung „Made in Erkelenz“ im Haus Spiess im Frühjahr 2017, gemeinsam vom Heimatverein und der Kultur GmbH konzipiert, zeigte, wie viele erfolgreiche Künstler in Erkelenz ihr Atelier hatten und dort hervorragende, sakrale und profane Kunstwerke produzierten.
Die Idee mit den Möhnen und die jährlich wiederkehrenden Dekorationen mit diesen Puppen sind Tradition geworden. Im Erkelenzer Stadtbild nicht mehr wegzudenken, steht die in Bronze gegossene Statue der „Tanzenden Möhn“ (seit 1981) auf dem Markt am Eingang zur Kölner Strasse. Ursula Klügel, eine Erkelenzer Künstlerin, hatte sie modelliert und in Bronze gießen lassen.

Möhn-Poststempel

Im Jahr 1987 gab es sogar einen  Poststempel mit der Tanzenden Möhn.

Inzwischen betreibt Resi Goertz mit ihrem Sohn Markus Goertz in der 5. Generation in der Ostpromenade den Laden für Holzkunst, im Zeichen der Zeit natürlich mit Internet-Verkauf und Versand.3

  1. 1937  gab es durch die politische Situation eine Flaute bei karnevalistischen Darbietungen. Um die Leute wieder zu begeistern, machte Hermann Beeck den Vorschlag, die Menschen mit „Maak Mött“  zu begrüßen. Man wurde neugierig und das Interesse war wieder da. Seitdem sind die beiden Worte der Karnevalsruf der Erkelenzer.
  2. siehe Artikel von Hans Groob in der Rheinischen Post am 2.09.2022
  3. Text von Wilhelm Borgs 2025 für die Lokalredaktion der Rheinischen Post vom 01.03.2025. Freundlicherweise vom Autor dem Virtuellen Museum Erkelenz zur Verfügung gestellt.
  1. Rheinische Post Mediengruppe (Hrsg.), Rheinische Post. Düsseldorf, vom 02.09.2022
  2. Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (Hrsg.), Festschrift zum 150 Jahre Jubiläum der EKG. Erkelenz, 1982

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