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Gut Keyenberg

sonstiger Name: Gut Keyenberg
Keyenberg
839 bis 2018

Geschichte und Besitzverhältnisse

Im Güterverzeichnis der Abtei Prüm aus dem Jahre 893 wird neben anderen auch ein Gutsbezirk Keyenberg, seinerzeit als ckeienburhc bezeichnet, benannt. Er bestand aus dem Herrenhof (dem heutigen Haus Keyenberg), einer Kirche und 10 abhängigen Gehöften. Aus dem Namenteil „Burhc“ leiten Wissenschaftler heute ab, dass eine Burg zu diesem Zeitpunkt existiert haben muss. Allerdings wird erst 1168 in „Adelbertus de Keyenberch“ erstmalig ein Vertreter der Edelherren von Keyenberg erwähnt.

Ende des 14. Jahrhunderts fielen Herrensitz und der Fronhofsverband an das Herzogtum Jülich. Höchstwahlscheinlich besaß es der Graf von Are-Hochstaden-Wickrath.

Spätestens im 15. Jahrhundert entwickelte sich der einstige Fronhof zu einem freien Rittersitz. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts besaßen die Edelherren von Wambeck aus Borschemich das Haus Keyenberg. Bis ins 17. Jahrhundert wurde es auch „Haus Wambeck“ genannt. Ende des 15. Jahrhunderts übernahm die Herren v. Reuschenberg zu Selikum den Besitz, die ihn aber bald an die Edelleute von Zours verkauften. 1655 starb das Geschlecht mit Anna von Zours aus und trotz eines Testamentes kam es zu jahrzehntelangen Erbstreitereien, die zu wiederholten Eigentümerwechseln führten. 1832 kaufte der damalige Keyenberger Bürgermeister den Rittersitz. Dessen Nachkommen (Velder / Senker) sind auch heute noch im Besitz des Anwesens.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bauernbetrieb zunächst von Hofverwaltern betrieben. In den 80iger Jahren verpachtete die Familie die Ländereien und begann mit einer Pferdezucht. Dazu wurde eine große Reithalle im Norden der Anlage gebaut. Berühmtester Besucher war wohl der Außenminister Hans-Dietrich Genscher, dessen Tochter auf dem Gestüt ritt. Das Gestüt wurde später aufgegeben. Die Stallungen wurden zu Wohnungen umgebaut.

Baugeschichte

Die Wasserburg wurde durch einen inneren und zwei äußeren ovalen Wallanlagen geschützt. Das Grabensystem wurde durch den Bach „Köhm“ gespeist. Die Anlage bestand wie auch heute noch aus dem Herrenhaus und einem Vorhof.

Aus Steinfunden lässt sich erschließen, dass zur spätkarolingischen Zeit bereits ein Steingebäude hier gestanden hat. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde ein Bau errichtet, den Wilhelm von Zours 1522 von Grund auf umbaute. Von ihm stammen die ältesten Aufzeichnungen über den Vorgängerbau der heutigen Anlage, den er in seinem Testament 1530 erwähnte. Er schreibt, dass er den Rittersitz nach 1522 von Grund auf erneuert habe. Wie man bei Grabungen herausfand, muss dieser Vorgängerbau wohl zum Teil auch aus Holz bestanden und rechtwinklig zum heutigen Gebäude gestanden haben. Dabei bilden dessen Fundamente der Südmauer die Fundamente der heutigen Nordmauer. Das Herrenhaus war vom Burghof durch einen Weiher getrennt, was heute nicht mehr der Fall ist. 1657 stürzte das Burghaus ein, 1666 und 1668 einige Mauern des Vorhofes. Nach dem Einsturz des Herrenhauses baute es Freiherr Johann Heinrich von Hanxler es im heutigen Zustand als Ziegelsteinbau wieder auf. Durch den sumpfigen Untergrund mussten die Mauern auf Holzpfähle gesetzt werden.

Der heutige Backsteinbau hat eine Grundfläche von 19,50 x 7,88 m. Gegenüber dem Gebäude von Freiherr von Hanxler ließ Ende des 18. Jahrhunderts Freiherr von Scherer einige Änderungen vornehmen. Unter anderem verlegte er die Eingangstür und ließ über dem Portal seine Initialen (F V S) und die Jahreszahl 1799 anbringen. In der Nordost-Ecke des Baus befindet sich ein quadratischer Turm mit einem Grundriss von 2,90 x 3,20 m. Das Haus besitzt zwei Stockwerke, der Turm ist dreigeschossig. Das Haus hat ein Walmdach, der Turm eine gotische Spitzhaube aus Schiefer.

Die heutigen Vorbauten stammen aus dem 19. Und 20. Jahrhundert.

Wegen des Braunkohleabbaus sank der Grundwasserspiegel. Daher hat man das Holzwerk der Pfahlroste freigelegt, um den Erhaltungszustand zu überprüfen. Bei der Freilegung stellte man fest, dass das ganze Herrenhaus auf Pfählen steht. Nur der alte Teil der Nordmauer ist davon ausgenommen1.

 

  1. siehe: Mackes: Seite 157
  1. Karl L. Mackes, Erkelenzer Börde und Niersquellengebiet. Mönchengladbach, ISBN: 3-87448-122-0, 1985, Seite 149 ff.

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