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Fronhof in Immerath

Lage

Der Fuhrmanns- oder Goebelshof lag gegenüber der Immerather Kirche am Immerather Markt und war der ursprüngliche Fronhof Immeraths.

Baubeschreibung

© Wolfgang Lothmann | Lothmann | fuhrmannshof
Die Tranchotkarte gibt uns erstmals einen Eindruck zum Grundriss des Fuhrmanns- oder Goebelshofes. Demnach existierte er um 1800 wie alle anderen Höfe an der Rurstraße als Vierkanthof.

 

 

 

© Wolfgang Lothmann | Lothmann | Grundriss Fuhrmannshof 2016
Vor dem Abriss  bestand der Fuhrmanns- oder Goebelshof aus  5 Gebäudeteilen und einer Mauer, die um einen Innenhof gruppiert waren.

 

 

 

Das Wohngebäude war ein zweigeschossiges Backsteinhaus in 7 Wohnachsen. Am östlichen Wohngebäuderand befand sich als zusätzliche Achse eine Toreinfahrt mit einem Fenster darüber. Es besaß ein Satteldach. In der 4. Achse befand sich die Eingangstür. 2 Stufen führten zur Tür hin. Charakteristisch waren die Ranken, die die Haustür und die Fenster des 1. Stocks umfassten. Als Anker befinden sich die Anfangsbuchstaben von Adolf Fuhrmann und Johanna Pomp an der Vorderfront des Wohnhauses.

Ansichten

Geschichte

erste urkundliche Erwähnung

1288 erfahren wir erstmalig von der Existenz des Fronhofes. Der dort ansässige Schultheiß wird in einer Landverkaufsurkunde erwähnt1. Schultheiße wurden von ihrer Grundherrschaft zur Verwaltung eines Dorfes eingesetzt. Sie standen auch dem Hofgericht vor. Ob der Fuhrmannshof im Besitz der Grundherrschaft war, steht nicht genau fest, ist aber zu vermuten. In 2 Urkunden werden die Herren von Pesch und von Merode genannt. Man kann davon ausgehen, dass einer von beiden der Grundherr des Fronhofes war. Den Inhabern des Fronhofes stand auch das Patronatsrecht der Kirche zu.

weitere Entwicklung

Durch Heirat und Landkäufe vergrößerte sich der Fronhof ständig. 1461 besaßen ihn die Ritter von dem Pesche und von Merode. 1799 kam der Fronhof in den Besitz der Eheleute Adolf Fuhrmann und Johanna Pomp. Deren Anfangsbuchstaben befinden sich als Anker an der Vorderfront des Wohnhauses, das allerdings wie die gesamte zuletzt existierende Hofanlage aus dem Beginn des 19 Jahrhunderts stammt. 1823 gehörten zum Anwesen 43 Morgen Land. 1927 besaß die Familie Goebels den nun 16,5 Hektar großen Hof. Auf beide Familie gehen die heutigen Namen des Hofes zurück.

Abriss

Im Jahre 2018, kurz nach dem Abriss des Immerather Doms, fiel auch der Fuhrmanns- oder Goebelshof den Baggern zum Opfer und musste dem Tagebau Garzweiler II weichen.

2

 

  1. siehe Peter Staatz: Geschichte im Schatten von Sankt Lambertus, a. a. O., Seite 18 und Karl L. Mackes: Erkelenzer Börde und Niersquellengebiet, a. a. O., Seite 130 ff
  2. Text von Wolfgang Lothmann
  1. Karl L. Mackes, Erkelenzer Börde und Niersquellengebiet. Mönchengladbach, ISBN: 3-87448-122-0, 1985, Seite 130 ff.
  2. Peter Staatz, Geschichte im Schatten von St. Lambertus. Essen, ISBN: 978-3-8375-1489-6, 2017, Seite 17 ff.

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