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Keyenberger Motte

Stichworte: Anlage Keyenberg
Keyenberg
11. Jhrd.

Lage

An der heutigen Plektrudisstraße (2017) befindet sich die Keyenberger Motte. Ursprünglich haben Geologen sie als altfränkische Motte bezeichnet.

Geschichte

Ein Schild vor der Motte weist auf ihre Bedeutung hin und zeigt ihre ursprünglichen Ausmaße mit einer historischen Beschreibung: „Die Keyenberger Motte war eine befestigte fränkische Bauernsiedlung aus dem frühen Mittelalter. Die Motteninsel (romanisch: Motta – Hügel) war nur über eine Zugbrücke zu erreichen und von Palisaden umzäunt. Die diente als Wohnsitz des Burgherrn und als letzte Zuflucht vor Feinden. Auf der ebenfalls von Wassergräben umgebenen Vorburg im westlichen Bereich standen die Bauernhütten und Wirtschaftsgebäude. Die Gliederung der Motte entspricht bereits ganz dem Schema ihrer baugeschichtlichen Nachfolgerin, der in Stein gemauerten Wasserburg.“

Georg Senker vermutet, dass die Motte eine Fluchtburg war und mit dem Wohngebäude des Gut Keyenbergs nicht zu verwechseln sei. Er begründet seine Vermutung mit einem Labyrinth an Wassergräben, das die Motte umgeben haben soll. Diese Wassergräben hätten es Feinden schwer gemacht, die Motte einzunehmen. Die Keyenberger Motte bestand aus einem ovalen Hügel mit einem Durchmesser von 20 m und einer Höhe von 2 Metern. Nach Westen schließt sich eine 50 x 70 m lange Vorburg an. Beide Anlagen waren durch Wassergräben umgeben und miteinander verbunden. Der Sage nach habe Plektrudis, die Gemahlin Pippins des Mittleren, diese „Burg“ mit ihrer Nichte Notburga bewohnt, was aber zeitlich nicht stimmen kann.

Karl L. Mackes1 vermutet anhand zweier Verkaufsakten von 1483 und 1498, dass es sich bei der Motte um die Reste des ehemaligen Ritterguts Patteren handelt, das genau an dieser Stelle stand. Gestützt wird diese Vermutung durch die Ausgrabung von Mauerresten im Jahre 1925. Ob jetzt das Rittergut Patteren auf den Resten der Motte erbaut wurde oder die Motte die Reste des Rittergutes darstellen, kann im Moment nicht geklärt werden.

Zustand heute

Um 1965 hat der damalige Besitzer von Gut Keyenberg die Motte wieder mit ihren Grabensystemen instand gesetzt. Bis dahin diente sie als Müllhalde. Bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben die Anwohner der Plektrudisstraße die Motte liebevoll gepflegt. Die Stadt Erkelenz übernahm dann die Pflege. Der Braunkohle-Bergbau bewirkte, dass die Wassergräben zunehmend versandeten. RWE-Power wurde daher verpflichtet, die Gräben mit Wasser zu versorgen.

2018 befindet sich die Motte in keinem guten Zustand. Seit Jahren wird sie nicht mehr instand gesetzt, so dass die Holzaufbauten und -einfassungen vor sich hin modern.

  1. Karl L. Mackes, a. a. O. Seite 159
  1. Karl L. Mackes, Erkelenzer Börde und Niersquellengebiet. ISBN: 3-87448-122-0, 1985, Seite 159

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