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Die Glocken von Sankt Lambertus Immerath

Geschichte

In den beiden Türmen des 1891 konsekrierten „Immerather Doms“ hingen 6 Glocken, in beiden Türmen 3. Die 3 Glocken des Südturms entstammten der Vorgängerkirche und entstanden im 15. bis 17. Jahrhundert.1 Dies waren die

  • Lambertusglocke von 1496. Sie trägt die Inschrift „LAMBERTUS HEISCHEN ICH, IN DIE ERE GOTZ LUDEN ICH, GREGORIUS VAN TRIER GOUS MICH ANNO MCCCCXCVI“
  • Jesus-Maria-Glocke von 1512. Sie trägt die Inschrift: „JHESUS, MARIA HEISCHEN ICH, IN DIE ERE GOTZ LUIDEN ICH,DUEIFFELEN VAN DER HELLEN VERDRIVEN ICH, ANNO DOMINI MCCCCCXII“. Es wird vermutet, dass auch diese Glocke von Gregorius van Trier gegossen wurde.2
  • Nikolaus- und Agathaglocke von 1670. Sie trägt die Inschrift „D(eo) O(ptimo) M(aximo). ST. NICOLAUS ST. AGATHA orent pro hac parochia 1670“ (Gott, dem Besten und Größten. St. Nikolaus und St. Agatha mögen für diese Pfarre bitten)3

Im Nordturm hingen ursprünglich nur 2 Glocken, die 3. kam 1981 hinzu. Die ersten beiden Glocken des Nordturmes wurden von Ludovika Schneiders gestiftet und im Jahre der Fertigstellung der Kirche 1891 erbaut und errichtet. dies sind die

  • Glocke Franziskus Xaverius mit der Inschrift „Ludovica Schneiders condicta Schuetz, hanc campanam dedicavit in honorem Dei et B. Francisci Xaverii anno MDCCCLXXXXI“ (Ludovika Schneiders, verehelichte Schütz, stiftete diese Glocke zu Gottes und des seligen Franziskus Xaverius Ehre im Jahre 1891).
  • Glocke Bonifatius mit der Inschrift „Ludovica Schneiders condicta Schuetz hanc campanam dedicavit in honorem Dei et B. Bonifatii EM et in memoriam parentum Francisci Ulrici Schneiders et Annae Margarethae Loerkens anno MDCCCLXXXXI“ ( Ludovika Schneiders, verehelichte Schütz, stiftete diese Glocke zu Gottes und des seligen Bonifatius Ehre und zum Gedenken der Eltern Franz Ulrich Schneiders und Anna Margarethe Loerkens im Jahre 1891)4

Die beiden neuen Glocken wurden im 1. Weltkrieg eingeschmolzen. Als Ersatz wurden 1928 eine D-Glocke und eine F-Glocke in den Nordturm gehängt. Sie stammten aus der Glockengießerei F. Otto aus Hemelingen. Paten waren Lambert Kaumanns und Sophie Krapohl. Die D-Glocke enthielt die Inschrift „Christkönigsglocke nennt man mich, Christkönigsherrschaft künde ich, Christkönigssegen bringe ich im Leben und im Tode über dich.“
Die F-Glockeninschrift lautete: „Den toten Brüdern des Weltkrieges bin ich geweiht, Ihre Treue und Liebe zu künden alle Zeit, Daß immer Friede möcht sein auf Erden Und wir alle dereinst im Himmel vereinigt werden.“

Im 2. Weltkrieg wurden die 4 größten Glocken aus den Türmen geholt. Die beiden historischen Glocken kamen nach dem Krieg wieder zurück, die D- und F-Glocke wurden 1955 durch neue Stahlglocken ersetzt, die vom Gußstahlwerk Bochumer Verein als D- und F-Glocken erstellt wurden. Die D-Glocke erhielt die Inschrift „Ihren Gefallenen und Vermißten 1914 – 1918 und 1939 – 1945 St. Sebastianus Die Heimatgemeinde 1954“. Die Inschrift der F-Glocke lautete „VIRGO-MATER-REGINA COELI AC TERRAE ST. MARIA ANNO MARIANO 1954“ (Jungfrau-Mutter-Königin des Himmels und der Erde, Heilige Maria. Im Maria­nischen Jahr 1954).5 Alois Goeres hat seinerzeit die Aufhängung der Sebastianusglocke gefilmt. Der folgende Ausschnitt zeigt, wie aufwendig dies war.

Aufhängung der Sebastianus-Glocke 1954

1981 wurde noch eine 6. Glocke gekauft. Die Nikolausglocke wurde auf den Ton c‘ gestimmt und von der Glockengießerei Mabilon und Co. in Saarburg angefertigt. Sie enthält als Inschrift am Glockenhals „DEM LEBEN DIENEN“, in der Glockenmitte die Bilder und Namen bedeutender Glaubensvertreter, nämlich „JOHANNES XXIII, JOHANNES PAUL II, MUTTER THERESA und ST. NIKOLAUS. Am unteren Rand vorne steht „IMMERATH 1981“ und hinten „GEGOSSEN UNTER H. H. PFARRER CHRISTIAN ROBENS“.6.

Ab dem 28. Januar 2014 wurden nach der Entwidmung der Lambertus-Kirche die Glocken ausgebaut und zum Teil in der Kapelle des neuen Ortes wieder errichtet. Mitgenommen wurden die 3 ältesten Glocken und die jüngste von 1981. Die beiden gusseisernen Glocken wurden nach Polen verkauft.

Das Geläute der Immerather Glocken kann man hier sehen und hören.

Technische Daten

Hier werden die Glocken beschrieben, die sich vor dem Abriss der Kirche St. Lambertus Immerath in den beiden Türmen befanden.7

NameDispositionDurchmesserGewichtGießerJahr
Lambertusa‘87 cm420 kgGregorius von Trier1496
Jesus-Mariag‘101 cm650 kgGregorius von Trier ?1512
e“59 cm110 kganonym1670
Sebastiand‘151 cm1250 kgGußstahlwerk Bochumer Verein1954
Mariaf‘126 cm750 kgGußstahlwerk Bochumer Verein1954
Nikolausc“78 cm280 kgMabilon und Co., Saarburg1981
  1. siehe Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 66 bis 69
  2. siehe Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 66
  3. Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 66.
  4. Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 66 f.
  5. Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 68 f.
  6. Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 69.
  7. Die Tabelle entstammt dem Werk von Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 69.
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 7. Hans Hilbarth: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz. Erkelenz, 1985, Seite 66 bis 69
  2. Rheinische Post, online. https://rp-online.de/, vom 29.04.2019. Kurt Lehmkuhl: Immerather Glocken sind in Polen. (Stand 09.2020)

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