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Die Fenster

sonstiger Name: Chorfenster
Keyenberg
1866 bis 1951

Kirchenfenster

Allgemeines

Fenster sollen zum einen Licht ins Gotteshaus bringen, zum anderen durch ihre Motive „dem Zwecke des Gotteshauses angepasst sein und erbauend wirken“1. Stifter ermöglichten, dass die Kirche mit reichlichen Motiven ausgestattete Fenster bekam. In Keyenberg hatte man für die Fenster einen Plan für die Motive entworfen, an den sich die Stifter halten mussten. So verherrlichen die Fenster auf der Nordseite die Verherrlichung des Kreuzes. Auf der Südseite, der ehemaligen Epistelseite der Kirche sollten die Fenster Motive des Alten Testamentes erhalten. Man suchte zum Motiv Kreuz im Alten Testament nach Vorbildern des Kreuzes. Man sah im Baum des Lebens eines dieser Vorbilder.

Fenster der Südseite

Im 1. Fenster wird die Verdammnis des Menschen durch Vertreibung und die Sünde gezeigt. Gleichzeitig aber verweist ein Cherub mit dem Flammenschwert und die Marienfigur mit Kind über dem Baum des Lebens auf die der Hoffnung durch Christus. Jesaja weist im oberen Teil explizit auf die Erlösung hin.

Im 2. Fenster sehen wir die eherne Schlange in der Wüste. Moses schaut sie an und weist auf sie. Auf der anderen Seite stehen von giftigen Schlangen gebissene Menschen, die von der ehernen Schlange geheilt werden. Im oberen Teil weist der Mahner in der Wüste, Johannes der Täufer, auf das Lamm Gottes in seinen Armen. Auch diese alttestamentarische Szene weist auf den Heilgedanken durch Christus hin.

Das 3. Fenster zeigt eine Vision des Ezechiel von der Errettung der Menschen, die ein Kreuz auf der Stirn haben. Im rechten Feld blickt man in das Innere des jüdischen Tempels. Über ihm weist die Hand Gottes auf den Buchstaben T hin. In der Mitte steht der Engel mit dem Schreibzeug, im linken Feld finden sich die Bewaffneten, die bereit sind, die Strafe Gottes an denen zu vollziehen, die kein Kreuz tragen. Im oberen Teil thront Ezechiel.

Chorfenster

Die Chorfenster zeigen Situationen aus dem Leben Christi.
Das linke Fenster stellt den Gekreuzigten mit Maria und Johannes dar, das rechte die Geburt Christi. Diese Fenster wurden zum Andenken an die gefallenen Söhne 1951 von Anton Jansen und Frau Leonie gestiftet.
Das mittlere Fenster zeigt die glorreiche Auferstehung Christi von den Toten.
Entstehung
Chorfenster rechts und links: hergestellt von Robert Steimel, Köln Zollstock, 1951.
Chor und Querschiff
Im Chor und Querschiff befinden sich noch acht Fenster in grüner Grisaille. Sie stammen aus dem Jahre 1866. Diese Fenster sind durch einen Längststab in 2 Felder geteilt.

 

Fenster der Nordseite

Hier finden sich die Fenster, die „der Geschichte des Kreuzes im Leben der Kirche entnommen sind“2.

Das erste zum Altar hinweisende Fenster zeigt Kaiser Konstantin, der das Zeichen des Kreuzes vor der Schlacht an der Milvischen Brücke hatte. Er erblickte das Kreuz am Himmel mit der Überschrift: „In hoc signo vinces“ (In diesem Zeichen wirst du siegen.) In dieser Schlacht besiegte er seinen Gegner Maxentius. Das Fenster zeigt den ergriffen auf das Zeichen schauenden Konstantin inmitten seines Heeres.
Auf dem zweiten Fenster sieht man in Büßerkleidung Kaiser Heraklius das von den Persern zurückeroberte Kreuz zur Grabeskirche nach Jerusalem tragen. Vor ihm steht Bischof Zacharias von Jerusalem, hinter ihm folgen Jungen mit den Kaiserinsignien, die der Kaiser abgelegt hat. Im Giebel sieht man die heilige Helena, die das Kreuz des Herrn in Jerusalem gefunden haben soll. Das Fenster trägt die Inschrift: „Erhöhung des heiligen Kreuzes. 630.“
Das dritte Fenster zeigt die heilige Plektrudis, wie sie die Kirche in Keyenberg gründet. Plektrudis stellt das Kreuz an die Stelle, an der der zukünftige Hochaltar stehen soll. Der heilige Suitbert segnet diese Stelle. Im Hintergrund behauen Bauleute Steine, unter ihnen ist der Bauherr Renard dargestellt. Das Fenster trägt den Schriftzug: „Plektrudis erbaut die Kreuzkirche. 714.“

Portalfenster

In diesem Fenster ist der Weltenrichter in einem großen Viererpass zu sehen. Er hält hinter sich das Kreuz fest. Darunter erscheinen die Muttergottes und Johannes der Täufer zu seiner Linken und Rechten in einem Dreierpass. In vier Lanzetten sind darunter die Guten und die Bösen dargestellt.

 

 

Taufkapelle

Vier kleinere Fenster weisen in der Taufkapelle auf das Sakrament der Taufe hin. Sie zeigen den Durchgang der Israeliten durch das Rote Meer (Inschrift: „Strecke deine Hand über das Meer aus“) und die Taufe Jesu im Jordan (Inschrift: „Du bist mein geliebter Sohn“). In zwei Fenstern zeigt je ein Engel auf die Taufversprechen „Ich glaube“ und „Ich widersage“

 

Aufbau

Das Portalfenster weist 3 Stäbe auf und ist das größte Fenster der Kirche. Die Seitenfenster und Altarfenster haben 2 Stäbe und die Seitenschifffenster sind einstäbig.
Sie wurden von den Firmen Dr. Oidtmann u. Co. in Linnich und Wilhelm Heinrich Jansen in Trier hergestellt.

  1. Pisters, Merkens: a. a. O., S. 82
  2. Pisters, Merkens: a. a. O., S. 88
  1. Rainer Merkens, Hans-Josef Pisters, Pfarrkirche und Gemeinde Heilig-Kreuz in Keyenberg. Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. Band 28, Neustadt an der Aisch, ISBN: 978-3-9815182-5-2, 2014, Pisters, Merkens: Pfarrkirche und Gemeinde Heilig-Kreuz in Keyenberg von 714 bis 2014, Seite 84 bis 93

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