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Freiwillige Feuerwehr Granterath

Geschichte

Feuerbekämpfung vor der Errichtung von Feuerwehren

Vor der Einrichtung von Feuerwehren gab es auch Vorschriften, wie bei einem Brand im Dorf zu verfahren war. In der Feuerlöschordnung oder Feuerordnung, die in der Regel mit der Polizeiordnung gekoppelt war, wurden bereits seit dem Mittelalter Verfahren zum Feuerschutz und zur Feuerbekämpfung geregelt.1 Hier wurde geregelt, wer in einem Brandfall wie eingesetzt wurde, aber auch, welche Baubestimmungen zur Verhinderung eines Feuers eingehalten werden mussten.

Für Granterath ist bekannt, dass vor der Bildung der Freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtwehr bestand. Bei einem Brand mussten aber in der Regel alle Mitglieder der Bevölkerung helfen, das Feuer mit Wasser zu löschen, und dies meist mit primitiven Mitteln wie einfachen Handspritzen, Eimern sowie Feuerhaken. Das Wasser kam aus Teichen, Bächen und Flüssen. Erst durch Gründung von Freiwilligen Feuerwehren wurde die Brandbekämpfung systrematisiert und technisch aufgerüstet.

Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Granterath

Im Jahre 1907 taten sich in Granterath 8 Männer zusammen und bildeten die Freiwillige Feuerwehr. Dies waren Wilhelm Baatz (Brandmeister), Hubert Jakobs (stellv. Brandmeister), Johann Kinkers, Anton Dockter, Wilhelm Dockter, August Jakobs, Heinrich Jansen und Anton Knuren. Diese Männer trainierten regelmäßig den harten Einsatz bei einem Brand. Dabei standen ihnen von Anfang an nur primitive Löschmittel wie eine Handspritze, die von einem Pferd gezogen wurde, Schläuche, Brandhaken, zwei Wasserkarren und Ledereimer zur Verfügung. Die Übungen bestanden darin, möglichst schnell die Schläuche zu den Flachsruten (neben heutigem Sportplatzgelände) zu schleppen, denn dort gab es meist das nötige Wasser für eine Brandbekämpfung.

© Peter Lenzen | Feuerwehr Granterath Handspritze
Alte Handspritze

Entwicklung der freiwilligen Feuerwehr

Die Gerätschaften der Feuerwehr wurden in einem alten Spritzenhaus gegenüber der Schule aufbewahrt. Bis in den 2. Weltkrieg hinein musste die Feuerwehr mit der alten Handspritze die Brände löschen. Die wurde dann durch eine Motorpumpe mit Anhänger ersetzt, die aber entweder durch die Feuerwehrmänner oder durch einen Traktor gezogen werden musste.

Im Jahre 1951 geriet die Granterather Feuerwehr in eine Krise, die fast zu ihrer Auflösung geführt hätte. Der gebürtige Granterather Oberamtmann Gaspers setzte sich bei der Gemeindeverwaltung in Baal stark für die Aufrechterhaltung der Granterather Wehr ein. Sein Einsatz sicherte letztlich ihr Fortbestehen.

Ein großer Sorgenpunkt war die Unterbringung der Geräte. Das alte Spritzenhaus gegenüber der Schule wurde 1959 für unzureichend erklärt. Provisorisch wurden die Gerätschaften in einem Raum in der Schule untergebracht, ab 1962 in zwei Wellblechgaragen hinter der Schule. An der ehemaligen Friedhofstraße wurde ein Feuerwehrgerätehaus gebaut, das am 27.11.1965 eingeweiht werden konnte.

Die Krise der 1950er Jahre konnte mittlerweile überwunden werden. Dazu trug auch der Aufbau einer Jugendwehr bei, die seit 1963 manifestiert wurde. Sie war die zweite Jugendwehr im Kreis Erkelenz.

Zum Aufschwung der Feuerwehr trug auch bei, dass die alten Gerätschaften zunehmend ersetzt wurden. Die Pumpe aus dem Zweiten Weltkrieg wurden 1960 durch eine TS 8/8 ersetzt.

Am 07.11.1970 kam ein ein Tragkraftspritzenfahrzeug hinzu, das seinen Dienst bis 1995 tat.

In dem Jahr wurde es durch ein LF 16 ersetzt. Dieses Fahrzeug erhielt die Granterather Feuerwehr von der Holzweiler Feuerwehr. Es war bereits 24 Jahr alt. Nach 8 Jahren Dienst musste es eingemottet werden und wurde am 22.03.2003 durch ein 12 Jahre altes, aber vollständig überholtes LF 8/6 ersetzt. Im Jahre 2023 wurde die Beschaffung eines LF 10 für Granterath beantragt. Dieses Fahrzeug ist bis zur Bearbeitung dieses Artikels noch nicht angeschafft worden, soll aber 2026 geliefert werden.

Durch die kommunale Neugliederung 1972 wurde die Freiwillige Feuerwehr in die Stadt Erkelenz integriert. Sie verlor zwar ihre Eigenständigkeit, konnte aber im Gegenzug von der Zentralisierung in Bezug auf Ausbildung und Beschaffung profitieren. Granterath wurde Teil des Zuges 4. Dazu gehörten auch Lövenich, Katzem und Hetzerath.

Das Feuerwehrgerätehaus entsprach nicht mehr den Anforderungen der Zeit. 1988 wurde es um einen Schulungsraum mit Toiletten erweitert, 2017 eine Küche und ein Aufenthaltsraum errichtet. Da die Löschgruppe Granterath im Jahr 2026 ein neues Fahrzeug erhält, welches wegen der Aufbauhöhe nicht in die Halle passt, soll diese vergrößert werden. Insgesamt wird das Gerätehaus saniert und für Feuerwehrleute jeden Geschlechts ausgerüstet.

In den 2020er Jahren ist die freiwillige Feuerwehr Granterath gut aufgestellt. Im Jahre 2025 zählte sie 31 Mitglieder, davon 15 Männer und 2 Frauen im aktiven Dienst. Die Tagesverfügbarkeit dieser Aktiven ist aber manchmal schwierig, so dass noch mehr Aktive in der Wehr wünschenswert wären.2

  1. siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerlöschordnung (Stand: 07.2026)
  2. Text von Wolfgang Lothmann 2026 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. Die historischen Daten wurden den Festschriften zum 60-, 75- und 100-jährigen Bestehen entnommen. Neuere Daten stammen aus der Rheinischen Post vom 09.07.2019 und 07.01.2025
  1. Wikipedia, Wikipedia Deutsch. https://de.m.wikipedia.org/, wiki/Feuerlöschordnung (Stand: 07.2026)
  2. Rheinische Post Mediengruppe (Hrsg.), Rheinische Post. Düsseldorf, vom 09.07.2019. Paula Meyersieck: Löscheinheit feiert die 112 als Jubiläum
  3. Rheinische Post Mediengruppe (Hrsg.), Rheinische Post. Düsseldorf, vom 07.01.2025. Granterather Löscheinheit freut sich auf saniertes Gerätehaus
  4. Freiwillige Feuerwehr Granterath (Hrsg.), 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Granterath. 1982
  5. Freiwillige Feuerwehr Granterath (Hrsg.), Festschrift aus Anlass des 60jährigen Bestehens verbunden mit dem Amts-Freundschaftstreffen. 1967
  6. Freiwillige Feuerwehr Granterath (Hrsg.), 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Granterath. 2007

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