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Kirche Herz Jesu Kuckum

Die Herz-Jesu-Kirche ist die römisch-katholische Filialkirche des Erkelenzer Stadtteils Kuckum im Kreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen). Die Kirche ist unter Nummer 196 in die Liste der Baudenkmäler in Erkelenz eingetragen, wird jedoch um 2025 abgerissen, da sie dem Tagebau Garzweiler weichen muss.

Geschichte

Als „ Heylghen Huysghen toe Kuckum“ wird eine Kapelle als erstes Gotteshaus im Jahr 1535 in dem kleinen Dorf Kuckum erstmalig urkundlich erwähnt. Das Gotteshaus hatte seit eh und je mitten in der Dorfstraße gestanden und musste, weil stets aus leicht vergänglichem Material erstellt, oftmals erneuert werden. Dieses war ein kleines Heiligenhäuschen. Im Jahr 1794 wurde es durch die Kreuzkapelle ersetzt, eine Stiftung der Eheleute Martin Schüller. 1891 war der Straßenverkehr so dicht geworden, dass die Kapelle und die nebenstehende mächtige Linde störten. Die Linde wie auch die Kapelle wurden beseitigt.

Bereits im Jahr 1888 gründete sich ein Kapellenbauverein zur Finanzierung eines neuen Gotteshauses. Am 13. Oktober 1889 wurde durch das Kölner Generalvikariat die kirchliche Bauerlaubnis erteilt. Am 29. Juni 1890 wurde schließlich der Grundstein zum Kirchenneubau gelegt. Das Bauwerk ist eine neogotische Saalkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor. Von 1925 bis 1926 wurde eine Sakristei nach Plänen von Eduard Endler angebaut. Das Gotteshaus gehört seit dem 1. Januar 2015 zur Großpfarrei Christkönig Erkelenz. Die Kuckumer Pfarrei wurde bereits 2010 aufgelöst und der 2010 neu gegründeten Pfarre Sankt Maria und Elisabeth Erkelenz zugeschlagen. Diese fusionierte zum 1. Januar 2015 mit der Pfarre Sankt Lambertus Erkelenz zur Pfarre Christkönig.

Ausstattung

Chor

Im Innenraum befinden sich ein moderner Altar mit einem wuchtigen Mahlstein sowie ein modernes 1,10 m hohes Kruzifix. Es stammt aus dem Jahre 1970. Christus trägt ein langes Gewand. Die Jesusfigur (rechts) und die Heilige Maria Muttergottes mit dem Jesuskind (links) zieren die Säulen rechts und links des Chores.

Beichtstuhl

Der Beichtstuhl wurde etwa um 1927 angeschafft. Er besteht größtenteils aus gebeiztem Eichenholz. Die rechtwinkligen Umrisse erinnern an Renaissancemöbel der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts1. Im durchbrochenen Rankwerk befinden sich zwei Medaillons mit einem halbfigürlichen Relief der Maria Magdalena und des Königs David2.

Bänke

Die Kirche besitzt auf der linken Seite 9 und auf der rechten Seite 8 Bankreihen. 12 Bänke stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, der Erbauungszeit der Kirche.3 Die übrigen sind neueren Datums.

Figuren

Die Figuren Maria mit dem Kind und Herz Jesu im Innenraum entstammen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die Antoniusfigur mit Schwein aus dem Jahre 1910. Sie haben etwa eine Höhe von 1,20 m und sind aus dünnwandigem Terracotta oder Gips gearbeitet. Rechts vom Eingang steht die Figur des Heiligen Antonius, Schutzpatron der Schützenbruderschaft Erkelenz-Kuckum 1909 e.V.

Im Giebel steht außen in einer Nische eine Herz-Jesu-Statue von Josef Halcour. Sie wurde 1881/1882 erstellt.4 Die neugotische Figur steht auf einem ornamental verzierten Podest und wird durch einen Baldachin mit abschließender Engelsfigur geschützt. Die Figur stellt den segnenden Christus dar.

Außen an der Sakristei hinter dem Chor steht eine Lourdes-Madonna, die laut Inschrift 1927 entstand.

Kreuzwegstationen

An den Wänden hängen insgesamt 14 Kreuzwegstationen. Jeweils in einem gebeizten Eichenrahmen befinden sich auf Kupfer gemalte Ölbilder. Sie wurden nach den Vorlagen des Wiener Malers Johann Klein erstellt und stammen aus den Jahren 1894/95.

Fenster

Die 10 mit schlichten Ornamenten versehene Kirchenfenster im Kirchenraum stammen aus dem Jahre 1970.

Glocken

Zwei Glocken hat die Kirche seit ihrer Entstehung. Zum Neubau der Kirche stiftete Pfarrer Heinrich Joseph Settels, ein gebürtiger Kuckumer, die ersten beiden Glocken. Wahrscheinlich fiel eine Glocke einem der beiden Weltkriege zum Opfer, denn 1953 war nur noch eine vorhanden. Ab diesem Jahr goss die die Glockengießerei Josef Feldmann & Marschel zwei neue Glocken mit den Tönen g und b. Sie hängen noch heute im Glockenturm.5

Die Glocke Maria aus dem Jahre 1953 hat einen Durchmesser von 480 mm und ein Gewicht von 67 kg; Schlagton g’’. Ihre Inschrift lautet:

AD 1892 a Past(ore) Jos.Settels condon(ata)
AD 1942 intra bellum dissol(uta)
AD 1953 ab hoc grege revivificata
(1 m Jahr des Herrn 1892 von Pastor Jos.Settels gestiftet, Im Jahr des Herrn 1942 im Kriege eingeschmolzen
Im Jahr des Herrn 1953 von dieser Gemeinde wieder zum Leben erweckt)

Die Glocke Josef aus dem Jahre 1956 hat einen Durchmesser von 430 mm und ein Gewicht von 43 kg; Schlagton ist b’’. Ihre Inschrift lautet:

AD 1892 a concive Jos.Settels condon(ata)
AD 1956 cum Maria rectius consonatura: permutata.
(Im Jahr des Herrn 1892 von dem Mitbürger Jos. Settels gestiftet, Im Jahr des Herrn 1956 klingt sie nach dem Umguß mit der Marienglocke schöner.)

Beide Glocken werden nicht in die neue Kapelle in Keyenberg und Kuckum (neu) umziehen. Was mit ihnen bei der Entsegnung der Kirche passiert, steht noch nicht fest.6

  1. siehe Dr. Ernst Koester: Die kirchlichen Denmäler des Bistuns Aachen – Kuckum, a. a. O. S. 2
  2. siehe Dr. Ernst Koester: a. a. O. S. 2
  3. siehe Dr. Ernst Koester: a. a. O. S. 2
  4. siehe Dr. Ernst Koester: a. a. O. S. 3 und 4
  5. Siehe Hans Hilberath: Glocken und Orgeln des Stadtgebietes Erkelenz, a. a. O., Seite 80
  6. Text von Rudolf Recker-Proprenter und Wolfgang Lothmann 2018, 2020 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Wikipedia, https://de.m.wikipedia.org. https://de.m.wikipedia.org, /wiki/Herz-Jesu-Kirche_(Kuckum)
  2. Dr. Erich Coester, Die Kirchlichen Kunstwerke im Bistum Aachen. 1999, Kuckum

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