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Die Grotten in Borschemich

Allgemeine Beschreibung

Hinter der Kirche Sankt Martinus Borschemich in Borschemich (alt) befanden sich in einem parkähnlichen Gelände eine Reihe von Kleindenkmälern. Neben den Fußfällen waren dort vor allem die Grottenanlagen zu finden. Zwischen 1921 und 1922 wurden dort 3 Grotten vom Grottenbaugeschäft J. Krämer aus Bad Godesberg errichtet: die Lourdesgrotte, die Kriegergedächtnisgrotte und die Kreuzigungsgruppe (Kalvarienberg).

Geschichte und Bauart

Lourdesgrotte

Die Lourdesgrotte wurde am 16.10.1921 in der Anlage an der Pfarrkirche als Nachbildung der Grotte von Lourdes in Frankreich eingeweiht. Der vordere Altar kam erst 1985 hinzu. Er stand vorher als Seitenaltar in der Pfarrkirche Sankt Martin.

Zur Einführung zitiert das Erkelenzer Kreisblatt vom 18.10.1921: „In letzter Zeit ist man besonders bemüht, die Umgebung der Kirche, die ehedem einer Einöde glich, in würdiger Weise zu verschönern. Ein seltenes Fest konnte am Sonntag, dem 16. Oktober, unser Ort begehen. Unter Gebet und Gesang führte die Prozession eine vielköpfige Schar von Andächtigen an die Lourdesgrotte. Aufrichtigen Dank allen frommen Spendern.”1 Demnach wurde die Grotte aus Spenden der Borschemicher Bürger finanziert.

Die Grotte war 5 m breit und 3,50 m hoch und bestand aus grauem Tropfstein. Sie enthielt als Statuen Maria und Bernadette. Die Gipsfigur Maria stand erhöht und besaß eine Höhe von 1 m. Die Sandsteinstatue Bernadette stand am Fuß der Grotte und war mit 0,60 m deutlich kleiner als Maria.

Kriegergedächtnisgrotte, Auferstehungsgrotte

Diese Grotte wurde 09.06.1922 in der Anlage an der Pfarrkirche eingeweiht. Das Erkelenzer Kreisblatt beschreibt diese Grotte am 11.6.1922 treffend: „Neben der Pfarrkirche steht die Auferstehungsgrotte, die frommer Sinn und dankbare Verehrung den Gefallenen errichtet. Vor dunklem Tannenhintergrund erhebt sich eine Grotte, in derem Inneren eine Höhle sichtbar wird, vor welcher die erhabene Gestalt des auferstandenen Heilandes steht, die Siegesfahne in der Linken und mit der Rechten gegen Himmel weisend, zur Seite eine Engelfigur. Zur Rechten des Heilandes hebt sich aus dem hellen Gesteinshintergrunde eine schwarze Granittafel ab, die mit goldenen Buchstaben die Namen der aus dem Weltkriege (1. Weltkrieg, Anmerkung des Verfassers) nicht mehr heimgekehrten Helden enthält. Die Außenwände der weit nach vorne auslagernden Grotte flankieren zwei römische Kriegergestalten, die Wächter des Grabes, erschreckt über das Wunder der Auferstehung.“2

Die Grotte hat sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. 1954 wurde sie umgestaltet. Die beiden Wächter verschwanden, dafür standen nun auf 2 Tafeln die Opfer des Krieges von 1870/71, des 1. und 2. Weltkrieges. Insgesamt enthielten die Tafeln 81 Namen. Die Christusfigur befand sich als Relief zwischen den beiden Tafeln.

Die Grotte besaß eine Breite von 8 m und eine Höhe von 4,20 m. Sie bestand aus grauem Tropfstein, die Platten und Figur aus Granit.
Am Volkstrauertag fand hier die Gedenkfeier statt.

Kreuzigungsgruppe, Kalvarienberg

Diese Grotte wurde am 03.09.1922 in der Anlage an der Pfarrkirche eingeweiht. Das massive Eichenkreuz war ein Geschenk der Familie Gerhard Bohs. Neben dem gekreuzigten Christus standen Maria und Johannes. Palmsonntag versammelten sich die Gläubigen vor der Kreuzigungsgruppe.

Die Grotte aus grauem Tropfstein war 2,50 hoch und 5 m breit. Die Figuren bestanden aus Ton, Christus hatte eine Größe von 1,35 m, die beiden anderen Figuren waren 1,10 m hoch.

Umzug der Grottenfiguren

Im Zuge der Umsiedlung wurden die Figuren der Grotten im Umsiedlungsort in der Parkumgebung der Martin-Kapelle wieder errichtet. Die Lourdesfiguren finden Platz in einem aus Steinen der alten Kirche gemauerten offenen Raum. Die Kalvarienbergfiguren stehen frei hinter dem Parkplatz zur Kapelle. Die Platten mit den Namen der Gefallenen fanden einen Platz in der abgrenzenden Mauer zwischen Kapelle und Straße.3

Die Grotten im neuen Ort Borschemich:

  1. Thomas Bläsen: Zeichen am Wege a. a. O., Seite 160
  2. Thomas Bläsen: Zeichen am Wege a. a. O., Seite 161
  3. Text von Wolfgang Lothmann für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 17, Thomas Bläsen: Zeichen am Wege. Dokumentation christlicher Kleindenkmäler in der Stadt Erkelenz, Erkelenz, 1998
  2. Heinrich Goebels, Borschemich - Geschichte und Geschichten. Festbuch zum 350-jährigen Bestehen der St. Martinus-Schützenbruderschaft. Jüchen, 1986, Seite 81 bis 82

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