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Heinrich Joseph Viethen

⁎ 06.10.1823

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Heinrich Joseph Viethen war ein in Erkelenz geborener und tätiger Goldschmied. Arbeiten von ihm sind kaum bekannt.

Sein Leben

© Stadtarchiv Erkelenz | unbekannt | Geburtsurkunde Vieten

Geboren ist Viethen am 6. Oktober 1823 in Erkelenz als Sohn der Eheleute Moritz Viethen, geboren am 6. Mai 1801 in Genhülsen, Rheindahlen, gestorben am 22. Juni 1830 in Erkelenz und Maria Lucia Hermanns, geboren am 16. Oktober 1798 in Buscherhof, Erkelenz und gestorben am 22. Dezember 1859 in Erkelenz. .1 Der Vater war von Beruf Kaminfeger.

Seine Ausbildung erhielt Viethen wohl bei dem seit 1834/35 in Erkelenz tätigen Goldschmied Johann Friedrich Woltz.2

Später ist Viethen nach Aachen umgesiedelt. Dort heiratete er am 11. Mai 1852 in St. Nikolaus in Aachen Catharina Nautz, (geb. 04.09.1818 in Aachen, gest. 13.03.1889) die Tochter eines Kleidermachers. Bei der Heirat fungierten Henrico Hayn und Wilhelmo Viethen, ein Bruder, als Zeugen.

© Matricula online | Trauung Viethen 1852

In Aachen wurden auch die fünf Kinder geboren, u. a. Maria Reinhold am 07. Juni 1862. Alle Kinder wurden in St. Nikolaus getauft. Bei Maria Reinhold waren Taufpaten Reinhold Vasters und Theresa Nautz.

© Matricula online | Vasters Viethen Geburt Kind Maria Reinhold

Mit dem Goldschmied Reinhold Vasters, der ebenfalls aus Erkelenz stammte, hatte Viethen in Aachen eine Zeitlang (um 1850) eine gemeinsame Werkstatt.3

Im Jahre 1897 würdigte der Aachener Ehrenstiftsherr Dr. Franz Bock, ein exzellenter Kenner der sakralen Kunst, die Aachener Goldschmiede und erwähnte u.a. Reinhold Vasters und Heinrich Joseph Viethen. 4

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Viethen ist am 17. März 1897 in Wilsberg, Richterich (bei Aachen) gestorben.

Sein Werk

Es sind zwei seiner Werke bekannt: Ein Kelch, in welchen 1865 der Aachener Goldarbeiter Heinrich Joseph Viethen, das Meisterzeichen „H. VIETEN Cie“ und dazu die Marken „12“, „ACHEN“ eingestempelt hat. Er befand sich im Besitz der Hl. Kreuz-Kirche in Erkelenz-Keyenberg.5 Jetzt wird er in der Kapelle in Keyenberg aufbewahrt. Im Boden des Kelchfusses findet sich auch der Auftraggeber: „CLeMentI Ioseph HoLzapfeL pastor In KeIenbergensI fIDeLes Laetantes VII(re?) Maji die institutionis aniveraria XXV“. Die Großbuchstaben ergeben zusammengerechnet das Entstehungsjahr 1865.

© Wolfgang Lothmann | Vieten Messkelch von der Seite

Silber, vergoldet, die Maßwerkfenster des Schaftes mit blauem Emaille hinterlegt, am unteren und oberen Schaftende je sechs kugelige Schmuckteile, erstere grün, letztere hellrot (Korallen?). Schaft und Knauf gegossen; auf letzterem getriebene Blätter, auf der Manschette am unteren Schaftende Ranken lose aufgelegt.

Höhe 20,7 cm.

Der Entwurf stammt wahrscheinlich von Friedrich von Schmidt.

(E. Coester, 15.12.1994).

Messkelch von Vieten in Einzelheiten

© Archiv Heimatverein | Bernd Finken | Prinz-v-Preußen-Friedrich-Wilhelm+Das-Hochzeitsgeschenk-der-Stadt-Köln-an-den-Prinzen-und-die Prinzessin 6

Ein weiteres Werk ist das Hochzeitgeschenk, ein silberner Tafelaufsatz, der Stadt Köln an den Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und die Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha (überreicht am 26.10.1858). Der Entwurf stammt vom Kölner Dombildhauer Christian Mohr, der auch Details modelliert hat, gefertigt hat es der Aachener Goldschmied Heinrich Joseph Viethen.

In der Zeitung wird der Tafelaufsatz, abgesehen von dem materiellen Wert, als ein Werk von hohem handwerklichem Wert bezeichnet und zu den bedeutendsten Werken der Zeit gezählt. Ausgeführt ist der Tafelaufsatz im Stil des 16. Jh. und zeigt die Qualität der ungewöhnlichen Arbeit.6

Das Intelligenz Blatt von Prüm berichtet, dass das Werk 9.000 Taler gekostet habe.7

Die Dresdner Nachrichten vom 13.12.1858 berichten, dass in einer der letzten Nächte aus dem älteren Thronsaal des Königlichen Schlosses in Berlin der kostbare Tafelaufsatz gestohlen wurde. Für die Entdeckung der Diebe wurde eine Belohnung von 200 Taler ausgesetzt.8

Der Tafelaufsatz wurde wahrscheinlich von den Dieben eingeschmolzen.9 10

  1. https://www.wikitree.com/wiki/Vieten-36
  2. Hinweis im Erkelenzer Kreisblatt vom 13.12.1857
  3. Freundlicher Hinweis von Dietmar Schmitz, Wegberg
  4. siehe Ursula Demand, Dissertation 1999, Seite 6, imap://guenther.merkens%40gmx.de@imap.gmx.net:993/fetch%3EUID%3E/INBOX%3E166947?part=1.2&filename=Demand_Ursula-3_250922_174852.pdf&type=application/pdf
  5. Freundlicher Hinweis von Dietmar Schmitz, Wegberg
  6. Echo der Gegenwart vom 18.10.1858, file:///C:/Users/G%C3%BCnther/Downloads/Echo%20der%20Gegenwart.%201858-1935%2028.10.1858.pdf
  7. Hinweis von Hubert Rütten, Erkelenz
  8. Deutsches Zeitungsportal
  9. siehe „Friedrich Wilhelm Prinz v. Preußen., Das Hochzeitsgeschenk der Stadt Köln an den Prinzen und die Prinzessin von Preußen ein Tafelaufsatz“ – Bücher gebraucht, antiquarisch & neu kaufen
  10. Text von Günther Merkens 2025 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V

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