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Deutscher Kraftradmeister Paul Rüttchen 1922 - 1934

⁎ 12.03.1897 † 15.09.1962
1923 1933 Motorrad Rennfahrer
sonstiger Name: Erkelenzer Rennfahrer
1922 bis 15.09.1962

Vorbemerkung

Paul Rüttchen war in den Anfängen des Motorradsportes von 1922 bis 1934 einer der besten und beständigsten Motorradfahrer des deutschen Rennsports. Er fuhr an der Spitze der damaligen Weltklasse, deren Namen noch immer in der Szene bekannt sind: Bernd Rosemeyer, Tom Bullus, Heiner Fleischmann, Walfried Winkler, Arthur Geiss, Hans Soenius, Fritz Wiese, Erich Paetzold, Toni Bauhofer, Otto Ley, Jupp Müller, Rudolf Rutsch u. v. a.1

Vita

Paul Rüttchen wurde am 12. März 1897 in Erkelenz geboren. Sein Vater besaß ein Holzsägewerk in der Oerather Straße, das später von seinem Bruder Peter geführt wurde. Paul kaufte bereits im Jahre 1922 eine Harley-Davidson, mit der er Besorgungen für das Geschäft oder Auftragsfahrten machte. Zwischen 1922 (laut eigenem Bekunden 1923) und 1934 fuhr er sehr erfolgreich Motorradrennen und machte sich einen internationalen Namen. Ab 1934 wird er öffentlich nicht mehr erwähnt. Nach dem 2. Weltkrieg fuhr er keine Rennen mehr.

Er verstarb am 15. September 1962.

Rennfahrerkarriere

Anfänge

Er kaufte 1922 sein erstes Motorrad von einem belgischen Besatzungssoldaten. Es war eine Harley-Davidson, 1000 ccm, mit kompaktem Zweizylinder V-Motor. Von 1918 bis 1926 war Erkelenz von belgischen und französischen Truppen besetzt.2

 

Harley-Davidson 1000ccm, V-Motor
Harley-Davidson 1000 ccm, kompakter Zweizylinder V-Motor, ca. von 1918

In den Jahren 1922/23, während der immer schneller fortschreitenden Inflation, setzte Paul Rüttchen seine Maschine für Kontakte im Holzhandel seines Vaters ein, bald aber auch, um Geschäftsleute und Händler zur Aachener Devisenbörse zu fahren, wo sie ihre Einnahmen in harte Währung umsetzten. Weil es dabei oft um Minuten ging, wurde seine Geschwindigkeit sehr geschätzt und entsprechend honoriert.


© Rudolf Recker-Proprenter | Millionen-Mark
Beispiele für den Preisverfall

Wie kam er zum Rennsport?

Wie Paul Rüttchen zu diesem Sport kam, erzählte er selbst in einem Pressegespräch zur Sonderschau 1936 im blauen Saal des Heimatmuseums: „Das war um 1923 herum auf der Wassenberger Rennbahn. Da sollte ein Rennen gefahren werden. Ein Teilnehmer am Rennen war ausgeblieben. Ich wurde gefragt, ob ich nicht mitfahren will? Nach einigem Zögern sagte ich zu! So ist es gekommen!3

Anmerkung: Die Informationen zu den ersten Renndaten sind leider nicht ganz plausibel in den Unterlagen festgehalten. Unsere Schilderung ist deshalb in einigen Punkten unplausibel.

Laut einem Zeitungsbericht wurde am 20. August 1922 ein Rennen in Wassenberg ausgetragen. In der Klasse der schweren Motoren gingen 12 Fahrer an den Start, darunter Paul Rüttchen und Willi Karsch aus Grambusch. Höchstwahrscheinlich war dies das erste Rennen von Paul Rüttchen. Eine Platzierung ist nicht überliefert.

Viele Rennen wurden zwischen Paul Rüttchen und Willi Karsch ausgetragen. Die Siege wurden abwechselnd gefeiert und die Rennen mit den beiden Lokalmatadoren waren ein Anziehungsmagnet für Motorradrennfans.

Eröffnungsrennen 29.April 1923
Westdeutsche Landeszeitung 30.04.1923
13.Juli 1924 Motorradrennen
Westdeutsche Landeszeitung 13.07.1924

Die Wassenberger und die Erkelenzer Radrennbahn waren die Zeugen der ersten Erfolge. Durch seine Erfolge und den Bekanntheitsgrad im Motorradsport hatte die amerikanische Firma Harley-Davidson Motorräder Paul Rüttchen eine neue Maschine für Betonbahnen zur Verfügung gestellt. Harley-Davidson war Anfang der 1920er Jahre der weltweit größte Produzent von Motorrädern. Die Maschine wurde aus den Staaten per Schiff und Bahn, verpackt in einer Holzkiste, direkt nach Erkelenz geliefert.4

Regionale Erfolge

Regionale und bundesweite Siege brachten den Erkelenzer Motorradrennfahrer an die Spitze der Motorradmeisterschaften. Europa- und Weltmeisterschaften im heutigen Format existierten noch nicht.

Noch waren die Ehrenpreise aus jener Zeit und den folgenden Jahren von bescheidener Art, doch Paul Rüttchen erinnerten sie an jene schweren Zeiten, da er aus eigener Kraft heraus mit eiserner Energie seinen Platz erkämpfen und behaupten musste.

Damals bekamen die Fahrer kein Startgeld, mit dem man wenigstens die Fahrt zum Rennort, den Transport der Maschine, die Treibstoffkosten und die persönlichen Unkosten hätte decken können. Im Gegenteil, sie mussten noch Nenngeld bezahlen, um überhaupt starten zu dürfen.5 Auch die Reparaturen, Umbauten und Neuanschaffungen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein, gingen ins Geld. Der Siegerpreis deckte nur einen Teil der Kosten. Vielfach waren die Pokale ein Lückenfüller für die Kosten, wenn sie aus Silber oder Gold bestanden.

In den Anfängen des Motorradsports waren die Strecken technisch nicht hundertprozentig ausgebaut. Sie waren teils mit Asphalt, Beton, Schotter oder Lehmbelag ausgestattet. Bei den gefahrenen Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h waren bei jedem Sturz mit den leichten Maschinen erhebliche Verletzungen und Schäden an Maschinen und Rennfahrer verbunden. Die Fahrer saßen auf ihren Maschinen in vorgebeugter Haltung, auf dem Tank waren Sofakissen geschnallt um Magenprellungen zu vermeiden. Überflüssige Geräte, wie Beleuchtung, Hupe etc. am Motorrad waren entfernt worden. Schutzkleidung wie Nierengürtel oder Sitzbrötchen gab es noch nicht6.

„Für das Straßenrennen um die „Dülkener Windmühlen“ meldete Paul seine normale Harley Serienmaschine an. Um mehr Gewicht für eine gute Straßenlage zu haben, waren auf jeder Seite Bleiplatten unter die Trittbretter geschraubt. Doch das Gewicht genügte Paul noch nicht! Da hieß es sonntags vor dem Rennen, Willi Kyll, auch aus Erkelenz, sollte auf dem Sozius mitfahren wegen dem Gewicht. Sonntags nach dem Start und nach der ersten Runde lag Paul vorn und Kyll Willi saß noch drauf. In der zweiten Runde war der Vorsprung noch größer und Kyll Willi war weg, hieß es bei den Erkelenzern am Start. Wo mag Kyll Willi geblieben sein? Paul gewann das Rennen und am Schluss tauchte Kyll auf. Er war an der Kurve von der Lüttelforster Mühle nach Niederkrüchten abgesprungen. Die Fahrt war ihm zu schnell geworden.“

Paul Rüttchen in Erkelenz
Paul Rüttchen, Empfang in Erkelenz. Links, sein Betreuer „Josef Goertz“ genannt „Boam“

Die Harley-Davidson wurde von Paul Rüttchen umgebaut, sie wurde kürzer und tiefer und erhielt auch einen anderen Lenker. An der Harley war beim Verkürzen das Getriebe entfernt und nur ein Vorgelege eingebaut worden. Kuppelschalter gab es nicht. Die Harley hatte nur Drehgas, Zündverstellung im linken Drehgriff und Kurzschlussknopf zum Anhalten sowie Fußbremse hinten7.

„Nach dem Verkürzen der Harley-Davidson kam der Rahmen zu Schlossermeister Wilhelm Schröder, der als bekannter Schlosserfachmann die einzelnen Nahtstellen hartlötete. Die Lötstellen haben immer wieder gut gehalten.“ 

„Schlossermeister Wilhelm Schröder wurde des Sonntags zum Elberfelder Zementbahnrennen mitgenommen. Da stand Schröder Will nun und sah den Paul mit so 140 bis 150 km/h um die Steilkurven sausen. Dabei kamen zeitweise die Fußraster noch auf den Beton der Bahn, dass die Funken spritzten, wie ein Komet. Will hat den Kopf geschüttelt und die Augen zugehalten und gesagt ‚um gotteswillen wenn da was passiert, wenn ich das gewußt hätte, hätte ich nicht gelötet.'“

Nationale Erfolge

Der kurzen Harley-Davidson gab man 1924 bei der Bahnmeisterschaft in Breslau den Namen „ linke Klomp“. Paul wurde dort neuer deutscher Meister. Dort begann auch seine große Zeit. Er enttrohnte damals Jupp Müller, der mehrere Jahre diesen Titel erfolgreich verteidigt hatte.8

Der Empfang am Erkelenzer Bahnhof war überwältigend. Alles, was Rang und Namen hatte, war am Bahnhof. Mit Musik wurde Rüttchen von den Erkelenzer Bürgern feierlich in Empfang genommen.

Rüttchen mit Siegerkranz 1924
Paul Rüttchen mit seiner umgebauten Harley-Davidson

„Das Nideggener Eifelrennen war immer ein halbes Volksfest für Erkelenzer. Da fuhr Spediteur Meyer, Hannes und Jupp, mit den großen Möbelwagen hin. Vollgummibereift, drinnen alles, was aus Erkelenz mitging.

© Johann Meyer, Ihn. André Lohmann | unbekannt | Lastzug Spedition Johann Meyer

Man fuhr zwischen Nideggen und Brück an einer Mühle auf eine Wiese. Dort wurde ein großes Zelt aufgeschlagen, zum Schlafen mit Stroh aus der Mühle ausgelegt. Zwei Metzger, Neidhof Jupp und Schenk kochten mittags eine zünftige Erbsensuppe für alle! Da wurde der Paul bei jeder Runde angefeuert. Sie gewannen und verloren alle mit ihm.“

Von 1922 bis 1929 war er fast immer als Privatfahrer auf eigene Rechnung gestartet.

Großer Preis von Deutschland 1926

© Roberto Lucas | Großer Preis von Deutschland 1926

1926 errang Paul Rüttchen den großen Preis von Deutschland und wurde deutscher Straßenmeister beim Eifelrennen.


© Roberto Lucas
1. Preis, Motorradrennen Rheinland-Brandenburg 1926

Am 19 Juli 1927, beim Einweihungsrennen des Nürburgrings, war er Sieger in der Klasse über 500 ccm. Hier erhielt er auch den Ehrenpreis des Kreises Ahrweiler.

Ein prachtvoller Silberpokal auf schwarzem Marmorsockel. Auch einen Ring gewann er, ein mit einer Gemme gezierter goldener Ring, der die Nürburg zeigt (Nürburgring). 

© Roberto Lucas
Eifelrennen 1926

Eine Woche später wurde er vierfacher Sieger  in seiner Klasse und als „Held von Leipzig“ gefeiert.

Auf vielen Rennstrecken war er erfolgreich, so beim Meisterschaftslauf in Schleiz 1925.

Großer Preis von Berlin

Dreimal deutscher Meister in Stuttgart auf der Solitüde-Strecke. In Berlin auf der Avus-Strecke errang er den Sieg und erhielt den Ehrenpreis der Stadt Berlin 1928. Eine glänzende Silberschale mit der Gravur: „Der große Preis Berlin 1928“9

Beginn internationaler Rennen

Fabrikfahrer bei NSU

Um bei allen internationalen Veranstaltungen teilzunehmen, war es damals schon unabdingbar, in einen Rennstall aufgenommen zu werden. Als „Ausweisfahrer“ konnte man nur bei nationalen Rennen starten. Um an allen internationalen Veranstaltungen teilnehmen zu können, musste man „Lizenzfahrer“ sein. Die höchste Sprosse der Leiter und die größten Erfolge konnte man nur als Fabrikfahrer erreichen. 

Die Fabrikmaschinen waren schneller, aber durch ihre hochgezüchteten Feinheiten auch empfindlicher als normale Maschinen. Man fährt auch nicht mehr allein, sondern als Mitglied einer Mannschaft. Die Leistung des Teams und die Leistungsfähigkeit des Fabrikats zählt10

Als Werksfahrer der NSU war er nun an vielen großen Rennen beteiligt. Für NSU fuhr er auf allen deutschen Bahnen, aber auch in Italien, Österreich, England und der Tschechoslowakei. Die Zeitungen und das Radio nannten immer respektvoll seinen Namen; aus dem „biederen Holzhändler aus Erkelenz“, wie man Paul Rüttchen in seiner Frühzeit genannt hatte, war längst ein Rennfahrer-Ass geworden11

Am Schleizer Dreieck wurde die NSU-Mannnschaft unter Führung von Paul Rüttchen, viermal deutscher Straßenmeister.

1953, im Schleizer Jubiläumsjahr, wird Paul Rüttchen in einem Gedicht festgehalten, das seine hervoragende Leistung wiederspiegelt. 

Vor vierzig Jahren aus dem Geist geboren,
der fest sein Band um alle Sportler schlingt,
der uns im Dröhnen schneller Rennmotoren,
Musik für alle, die die, Schleiz, verschworen,
vom Kampf der Männer und Maschinen singt.
Aus Erkelenz Paul Rüttchen dann auf Harley –
sein Hobby: Hühnereierfabrikant.
Er holte sich, was keinem sonst gelungen
von all den vielen anderen harten Jungen,
den Wanderpokal als das „Blaue Band“12

Es folgten Sieg auf Sieg

Auf der damals  schwierigsten Rennstrecke der Welt, am Nürburgring war er in den Jahren 1930/31 erfolgreich. Er erhielt den Preis des Führers 1933 beim Nürburgrennen. „Ehrende Zeichen harten Kampfes und gelungenen Erfolges“.

© Roberto Lucas
ADAC Eifelrennen 1932

Der große Preis von Österreich 1930, eine Bronzefigur auf Marmorsockel. Beim Eilenried-Rennen bei Hannover fuhr er wieder die Tagesbestzeit. Es folgten 1931 Solitude, das 10. Eifelrennen am Nürburgring, die Straßenmeisterschaft „Rund um Schotten“ in Hessen, Rennen am Sachsenring im Grillburger Wald und dem Marienberger Dreiecksrennen am Wolkenstein13, wo er vermutlich damals den Neuling Ewald Kluge traf, der als DKW-Werksfahrer sein erstes Rennen absolvierte und den dritten Platz erreichte.

unbekannt | Solituede Stuttgart

Die Deutschlandfahrt 1933 und 1934 von Köln über München, Breslau, Berlin wieder nach Köln bestritt er als Sieger. Ebenfalls fuhr er die Internationalen Sechstagesfahrten und die großen Rennen, die damals in ganz Europa durchgeführt wurden, z. B. Barcelona, Monza, Rom, Budapest und Assem. Große Beachtung fand Paul Rüttchen in der nationalen Presse, die seinen Bekanntheitsgrad weiter steigerte.


Politische Übernahme des Motorsport Verbandes

Am 8. Mai 1933 hat auch die NSDAP in Erkelenz die politische Macht übernommen.

Am 27. September 1933 stellte sich das NSKK (NS-Kraftfahr-Korps) mit der neu gebildeten Organisation „Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt“ (ONS) an die Spitze des Kraftfahrtsports. Diejenigen Fahrer, die in internationalen Wettbewerben um die „ Ehre der Nation“ kämpften, stammten jedoch nicht aus der NSKK-Talentschmiede, sondern waren professionelle Werksfahrer, denen die Mitgliedschaft in einer politischen Organisation angetragen worden war.

Für deutsche Fahrer, die an den Start gingen, um die „Palme der völkischen Geltung“ zu erringen, gehörte es ab 1933 zur beruflichen Normalität, einer Gliederung der NSDAP anzugehören. Sie bekleideten in der Mehrzahl einen NSKK-Dienstgrad. So NSKK-Sturmführer Ewald Kluge, NSKK-Sturmführer Hans Stuck.

Der Besitz einer internationalen Fahrerlizenz oder eines nationalen Fahrerausweises war eine generelle Voraussetzung zur Ausübung des Sports. Der Nationale Fahrerausweis setzte für Privatfahrer die Mitgliedschaft im NSKK oder im DDAC voraus. Auf diese Weise war eine politische Ausrichtung des Sports vorgezeichnet, die dazu führte, dass nichtorganisierte Sportfahrer von dem als „volkstümlich“ propagierten Motorsport ausgeschlossen wurden. Der deutsche Sportfahrer sollte künftig, so wollte es die politische Propaganda, „nicht mehr für sich und seine Fabrikmarke streiten, sondern bewusst der Vertreter des deutschen Volkes sein“14.

Rückzug vom Rennsport

Nach dem internationalen Rennen durch Europa 1934 wurde Paul Rüttchen auf den großen Rennplätzen nicht mehr erwähnt. Regionale Rennen soll er noch bis zum Anfang des zweiten Weltkrieges mitgefahren sein. Leider sind dazu keine Berichte zu finden.

Nachkriegszeit

Nach dem zweiten Weltkrieg galt sein Name noch immer in der Fachwelt des Rennsports. Das zeigt die Einladung zu einer Probefahrt 1951, wo er eine moderne 250er Rennmaschine auf dem Hockenheimring testete.

© R.R.P. | Rudolf Recker-Proprenter | Grenzlandrennen 31.08.1952
Erkelenzer Volkszeitung Heimatblick 1951

In der Nachkriegszeit sehnten sich die Menschen nach friedlicher Abwechslung. Da kam die Aussicht auf ein Rennsport-Ereignis gerade richtig. Nachdem die Rennsport-Experten im März 1948 die Motorsport-Eignung des Grenzlandringes in Wegberg festgestellt hatten, wollte man diese auch möglichst schnell in die Praxis umsetzen. Und so bildeten die Motorsportclubs aus Rheydt und Erkelenz eine Arbeitsgemeinschaft, um ein Eröffnungsrennen zu planen. Im wirtschaftlichen Ausschuss war auch der ehemalige deutsche Motorradmeister Paul Rüttchen. Am 19.September 1948 wurde das Eröffnungsrennen durchgeführt15.

Motorräder von Paul Rüttchen

Familie

Paul Rüttchen hatte noch drei Brüder, Heinrich, Peter und Josef. Peter bewirtschaftete das Holzsägewerk in der Oerather Straße. Mit Josef begann er eine Kraftfahrzeug-Reparaturwerkstatt mit Tankstelle in der Oerather Straße aufzubauen. Dort wurden auch Reparaturen und Umbauten an Motorrädern durchgeführt. Außerdem hatte er noch drei Schwestern, Anna, Lissi und Mariechen.

Das Wohnhaus der Familie hat den 2. Weltkrieg gut überstanden. In der jetzigen Roermonder Straße (früher Oerather Strasse), der ehemaligen Motorradwerkstatt, hat sein Großneffe Rolf Rüttchen heute noch eine Motorradwerkstätte, M3-Motorrad, Mode und Mechanik. 

© Foto Schmitter | Rüttchen Villa
Rüttchen Villa um ca. 1930 an der Ecke Krefelder Strasse Roermonder Strasse

Straße in Erkelenz gewidmet

Der Tod Paul Rüttchens am 15. September 1962 sorgte für eine würdige Erinnerung an den großen Rennfahrer.

Erkelenzer Volkszeitung Heimatblick

Schon 1967 entschloss sich der Stadtrat, eine Erkelenzer Straße dem Motorradrennfahrer Paul Rüttchen zu widmen.17

Erkelenzer Volkszeitung
  1. Zeitschriftensammlung (Ausschnitte) von Peter Rüttchen
  2. Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1983, Seite 140 – 146 von Josef Lennartz
  3. Kreisblatt 1936, Ausstellung zur Herbstkirmes 1936, Sonderschau Paul Rüttchen
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Harley-Davidson (Stand: 08.2023)
  5. Ewald Kluge, a. a. O., Seite 18
  6. siehe 40 Jahre Schleizer Dreiecksrennen, a. a. O., Seite 8
  7. Handschriftliche Aufzeichnung von Peter Rüttchen
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Motorrad-Straßenmeisterschaft (Stand: 08.2023)
  9. Kreisblatt 1936
  10. siehe Ewald Kluge, a. a. O., Seite 23
  11. Erkelenzer Volkszeitung, Heimatblick vom 06.07.1957, Seite 10: Mit dem Nürburgring Jubiläum feiern
  12. 1+3 von 10 Strophen von Karl-Heinz Edler, schleizer-dreieck.de/chronik/ (Stand: 08.2023)
  13. Kreisblatt 1936
  14. Dorothee Hochstetter, a. a. O., VI Motorsport im dritten Reich, Seite 278/291/292
  15. Rheinische Post, Volkmar Pietsch, 25.06.2012
  16. www.classic-motorrad.de/forum/ (Stand: 08.2023)
  17. Autor: Rudolf Recker-Proprenter. Ich danke Hubert Rütten für die Hilfe bei den Recherchen, Bernd Finken für die Bildbearbeitungen und Rolf Rüttchen für die vielen Erzählungen und die Überlassung des gesammelten Materials seines Vaters Peter Rüttchen.
  1. Kreis Heinsberg (Hrsg.), Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Heinsberg, 1983, von Josef Lennartz, Seite 140 bis 146
  2. MC-Schleizer Dreieck, Festschrift anläßlich des Jubiläumsrennens auf Deutschland ältester Rennstrecke. Schleiz, 1963
  3. unbekannter Autor, Offizielles Programm für die Eröffnungsfeier des Nürburg-Ring. 1927
  4. Ewald Kluge, Welterfolge im Rennsattel. Stuttgart, 1953
  5. Dorothee Hochstetter, Motorisierung und Volksgemeinschaft. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) 1931-1945. Studien zur Zeitgeschichte, Band 68, München, 2005, Kapitel VI
  6. Rheinische Post Mediengruppe (Hrsg.), Rheinische Post. Düsseldorf, 25.06.2012
  7. unbekannter Autor, Erkelenzer Volkszeitung. Erkelenz, 06.07.1957

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