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Ausstattung der Kirche Sankt Martinus Borschemich

Allgemeines

Die Sankt Martinuskirche in Borschemich (alt) übernahm nach ihrem Bau im Jahre 1907 einige Einrichtungsgegenstände der alten Kirche, neue kamen, im Stile der Neugotik erbaut, hinzu und im Laufe des 19. bis 21. Jahrhunderts wurde die Einrichtung entsprechend der Kirchenreformen und der jeweiligen ästhetischen Vorstellungen der Pfarrer erneuert.

Die folgenden Beschreibungen beziehen sich auf die Gegenstände der Kirche, die sie vor ihrer Entwidmung enthielt. Viele davon wurden in der Kapelle des neuen Ortes übernommen.

Altäre

Neugotischer Hochaltar

© HP Jans | Chorraum mit Hochaltar
Chorraum mit Hochaltar

 

Der Altar besteht aus einer steinernen Mensa, der vermutlich aus dem Jahre 1907 stammt,1 und einem hölzernen Aufsatz mit feststehendem Mittelteil und zwei Flügeln.

 

 

 

Altartisch Hochaltar
Mensa Hochaltar

Die Mensa wird durch vier marmorne Säulen geteilt. Die dadurch entstehenden Zwischenbereiche enthalten in der Mitte die Darstellung des Gotteslamms und jeweils außen angedeutete Fensterrahmen.

 

 

 

 

Altaraufsatz Hochaltar
Altaraufsatz Hochaltar

Der hölzerne Aufsatz stammt aus dem Jahre 1909. Er wurde als Gemeinschaftswerk von den Künstlern August Dierkes (Bildhauer) aus Kevelaer und Heinrich Brey (Kirchenmaler) aus Geldern gestaltet. Letzterer malte die ausklappbaren Flügel in Öl auf Holz.

 

Wenn die Flügel geöffnet sind, so zeigen sich zwei geschnitzte und zwei gemalte Szenen aus der Kindheitsgeschichte Jesu. Bei geschlossenen Flügeln zeigen sie Szenen aus dem Leben des Heiligen Martins. Auf dem Steintisch steht in der Mitte des Holzaufbaus der Tabernakel. Die Tabernakeltüren schmücken zwei Engel. Oberhalb des Tabernakels steht in der Aussetzungsnische ein Holzkreuz, darüber die Statue des Christus Salvator.

Der Aufbau des Hochaltars wurde im Stile der Neugotik gestaltet.

Der Hochaltar wurde in der Kapelle Sankt Martinus im neuen Ort an der hinteren Nordwand wieder aufgebaut. Die folgende Fotogalerie zeigt die Einzelheiten des Altars dort.

Muttergottesaltar

Der Muttergottesaltar stand im nördlichen Teil des Portals neben dem Eingang. Die Statue wurde bei der Renovierung in den 1980er Jahren gestiftet. Die Gestaltung der Figur ist den Madonnen des 17. Jahrhunderts angelehnt.

Vor der Renovierung befand sich im südlichen Kirchenschiff ein Marienaltar, der abgebaut und teilweise vor die Lourdesgrotte als Anbetungsstätte wieder aufgebaut wurde.

Auch die Muttergottesstatue wurde in der neuen Kapelle im Anbetungsraum wieder aufgebaut.

Moderner Tischaltar

© HP Jans | Altarraum 2014
Altarraum bei Entwidmung

Im Zuge der Neugestaltung des Innenraums Ende der 1970er Jahre erhielt die Kirche 1977 einen Tischaltar aus Origon-Pine als Geschenk der Brüder Josef und Hubert Boss und 6 Jahre später einen Ambo, Priestersitz und Messdienerbänke im gleichen Stil und aus dem gleichen Material. Sie stammen  vom Brachelener Schreinermeister Kappel und seinem Sohn. Der Altar erhielt mehrere Kunstpreise, darunter den Abrahams- und David-Röntgen-Preis im Jahre 1980.

 

Kommunionbank

Vor dem Hochaltar stand die Kommunionbank aus dem Rokoko. Sie stammt aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Die in der Mitte nach vorne schwingende Bank besitzt fünf Pfeiler, die sie in vier Abschnitte teilt. Jedes Teil enthält in der Mitte ein auf die Heilige Messe oder Jesus bezogenes Symbol, das von Muscheln oder Blumenblüten umrahmt ist. Diese Symbole stellen das Lamm Gottes, das auf dem Buch mit sieben Siegeln liegt, einen Messkelch mit Messbuch, eine Wolke, die den Isrealiten voranzog, und  zwölf flache Brote dar.2

Die gesamte Kommunionbank steht in der neuen Kapelle vor der Muttergottesstatue. Die Fotogalerie zeigt den neuen Standort.

Der Taufstein

Der Taufstein stammt aus der Gründungszeit der Pfarrgemeinde im Jahre 1804. Das halbkugelförmige Becken steht auf einer klassizistischen Säule. Beide bestehen aus einem hellgrauen Stein. Das Becken beschließt ein kupferner Deckel, der messingplattiert ist. Der Taufstein wurde 1907 in die neue Kirche übernommen. Wer den Stein errichtete, ist nicht bekannt.

Auch der Taufstein befindet sich heute im Anbetungsraum der Kapelle Sankt Martinus.

Statuen

Zur Ausschmückung der alten Kirche wurden um 1890 vier neugotische, fast lebensgroße Holzfiguren angeschafft. Dies waren die Muttergottes, der Heilige Josef, der Heilige Martin und die Heilige Katharina. In der neuen Kirche blieben davon die Katharinastatue in der Sakristei und die Martinsstatue im Chorraum öffentlich ausgestellt.

Katharinastatue

Marienstatue
Katharinastatue in der Kirche

Sie stand nach dem 2. Vatikanischen Konzil rechts neben dem Hochaltar; nach der

WOFGANG LOTHMANN | Heilige Katharina
Katharinasatue in der Kapelle

Umgestaltung des Innenraums im Jahre 1983 wurde sie nicht mehr in der Kirche, sondern in der Sakristei aufgestellt. In ihrem linken ausgestreckten Arm trägt sie ein Schwert. In der rechten Armbeuge hält sie einen Palmzweig, in der Hand ein Buch. Krone, Schwert und Palmzweig sind typische Attribute der heiligen Katharina von Alexandrien. Palmzweig und Schwert weisen auf ihr Martyrium hin, die Krone stellt den Sieg über das Fleisch sowohl im Martyrium als auch in der gottgeweihten Jungfräulichkeit dar.

In der Kapelle steht die Statue im Foyer.

 

 

Martinsfigur

Sankt Martin
Sankt Martin in der Kirche
© Wolfgang Lothmann | Sankt-Martinsfigur
Martinsfigur in der Kapelle

Die Martinsfigur stand im Chor auf der Nordseite neben dem Hochaltar. Sie befand sich auf dem Sockel der ehemaligen Kanzel. Die Kanzel aus den 1920er Jahren wurde nach dem II. Vatikanum abgebaut und diente zunächst als Ambo, nach 1985 wurde nur noch der Unterbau als Sockel für die Martinusfigur verwendet. Der Hilige Martin ist als Bischof mit Mitra und Bischofstab dargestellt.

In der Kapelle hängt der Heilige Martin an der Ostwand des Gotteshauses.

 

 

 

 

Die Heilige Familie

Die drei Figuren stammen aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und wurden wahrscheinlich von einem Bildhauer aus

Heilige Familie
Heilige Familie in der Kirche
WOFGANG LOTHMANN | Die Hl. Familie
Heilige Familie in der Kapelle

dem jülisch-bergischen Kunstkreis geschnitzt.3. Ernst Coester schreibt dazu: „Obwohl jede einzeln für sich gearbeitet ist und auf einer Standplatte (Plinthe) steht, bilden sie eine geschlossene Figurengruppe, deren Hände ineinandergreifen. Auch ihre Gesichter sind gegenseitig zugewandt. Die schon in der vorangehenden Barockzeit übliche idyllische, vermenschlichte Darstellungsweise des Jesuskindes mit Maria und Josef ist hier zu rokokohafter Bewegtheit gesteigert.“4

Da die Figurengruppe Ende der 1990er Jahre stark renovierungsbedürftig war, entschloss sich die Pfarrgemeinde zu einer Wiederherstellung. Danach fand sie ihren Platz an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes.

Auch die Heilige Familie fand in der Kapelle einen würdigen Platz. Sie hängt an der Brüstung der Orgelempore.

Das Hochkreuz

Das Kreuz hängt am Eingangsbogen zum Chorraum. Dieses lebensgroße Kruzifix stammt aus der neugotischen Zeit und dürfte zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sein. Man vermutet, dass es aus einer Erkelenzer Bildhauerwerkstatt stammt.5 Das Kreuz ist in der Art von spätgotischen Kruzifixen gestaltet. Christus wird im Moment des Todes dargestellt. Der Kopf fällt auf die Brust, der Mund ist geöffnet. In diesem Moment hebt der Sturm das Gewand der Lenden.

In der Kapelle wurde das Kreuz an der Ostwand angebracht.

Gemälde

Martinsgemälde

© HP Jans | Gemälde des Heiligen Martin
Gemälde des Heiligen Martin

Dieses 2 m hohe und 1,25 m breite Tafelbild war in der alten Kirche Teil des Hochaltars und wurde in der neuen Kirche im hinteren Teil der südlichen Wand aufgehängt. Der Borschemicher Pfarrer Sebastian Klein stiftete der Gemeinde das Gemälde. Der Düsseldorfer Künstler Franz Müller malte es und verewigte Pfarrer Klein als eine Figur im Rücken des Heiligen (2. Figur von links). Das auf Holz gemalte Ölgemälde zeigt Martin, wie er das Volk segnet.

WOFGANG LOTHMANN | Sankt Martin
unterer Teil

In der Kapelle hängt das Gemälde an der Südwand.

 

 

 

Beichtstuhl

© Martina Pohl-Elser | Beichtstuhl
Beichtstuhl

Der neugothische Beichtstuhl stand an der südlichen Wand im hinteren Teil der Kirche. Wer ihn erstellte, ist nicht bekannt. Er muss zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet worden sein, denn er wurde von der alten Kirche in die neue übernommen.

Die abschirmenden Wangen der Beichtplätze sind durch Ranken verziert. Die Tür enthält eine geritzte Darstellung des guten Hirten.

Ältestes Inventarstück

Zwei Scheibenleuchter aus Messingguss zählen zum ältesten Inventar der Kirche bzw. Kapelle. Sie entstanden um 1500. Es handelt sich um „maasländische Erzeugnisse“6. Sie befinden sich nicht im Kirchenraum.

Orgel

© HP Jans | Orgelbühne 2014
Orgelbühne 2014

Die Orgel der Martinus-Kirche wurde 1911 für das neue Gotteshaus erbaut. Baumeister war Johannes Klais aus Bonn, dessen Unternehmen seit 1882 Kirchen- und Konzertorgeln für die ganze Welt baut. Die Orgel in Borschemich besitzt 16 Register auf zwei Manualen und einem Pedal. Die Übertragung von Tastatur auf die Orgelpfeifen erfolgt durch eine pneumatische Traktur.

Die Orgel wurde im 2.Weltkrieg beschädigt und im Jahre 1946 vom Aachener Orgelbauer Karl Bach repariert. 1971 und 1988 erfolgten weitere Generalüberholungen, letztere durch Josef Wilbrand aus Übach-Palenberg.

© HP Jans | HPJ Borschemich-Kirche 11.2014 (6)
Ersatzorgel neben dem Ambo

Im Jahre 2013 bereits baute man die Orgel aus der Martinus-Kirche aus und verlegte sie in die Hauptpfarrkirche Sankt Lambertus Erkelenz, wo sie als Chororgel die dortige Kirchenorgel ersetzte. Auch in diesem Jahre wurde sie generalüberholt.7

  1. siehe: 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich, a. a. O., Seite 97
  2. siehe: 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich, a. a. O., Seite 97 – 100
  3. siehe: 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich, a. a. O., Seite 102
  4. 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich, a. a. O., Seite 97
  5. siehe: 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich, a. a. O., Seite 101
  6. Dr. Ernst Coester: Dokumentation der kirchlichen Kunstdenkmäler der Pfarrgemeine St. Martinus Erkelenz Borschemich, a. a. O., Seite 14
  7. Text von Wolfgang Lothmann 2020 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Heinrich Goebels, Borschemich - Geschichte und Geschichten. Festbuch zum 350-jährigen Bestehen der St. Martinus-Schützenbruderschaft. Jüchen, 1986, Seite 72 ff.
  2. Pfarrgemeinde St. Martinus Erkelenz-Borschemich (Hrsg.), 200 Jahre Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich. Heinsberg, 2004, zum Inventar speziell ab Seite 97
  3. Arbeitskreis der örtlichen Vereinsvorstände in Verbindung mit der Pfarrgemeinde St. Martinus (Hrsg.), 1100 Jahre Borschemich. 1997, Seite 207 ff.
  4. Dr. Ernst Coester, Dokumentation christlicher Baudenkmäler in der Pfarrgemeinde St. Martinus Erkelenz-Borschemich. 1998, Seite 5 ff.

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