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Jugendhaus Sankt Josef in Borschemich

Geschichte

Das 1688 erbaute Gebäude wurde bis 1918 als Bauernhof geführt. Die letzten Besitzer, Laurenz und Maria Loerkens (geborene Ringelkamp), stifteten das Gebäude dem Erzbistum Köln mit der Auflage, daraus ein Haus für bedürftige Kinder zu machen. Das Erzbistum übergab das Haus dem Orden der Cellitinnen (Düren-Niederau) im November 1918. Erste Leiterin war Schwester Oberin Raphaela. Die Schwestern waren in der Kinderfürsorge und Krankenpflege in Borschemich tätig.1 In der Borschemicher Einrichtung entstanden ein Kinderheim, eine sogenannte Kinderverwahrstätte (Kindergarten) sowie eine Krankenpflegestation, in der es auch eine ambulante Versorgung gab. Am 17. Januar 1981 mussten die Schwestern das Haus in Borschemich aufgeben, weil der Schwesternnachwuchs fehlte. Der Caritasverband Heinsberg übernahm das Kinderheim, der Kindergarten musste wegen der fehlenden Kinder geschlossen werden.2 1985 wurde das Haus vom Bistum Aachen übernommen und zu einer überregionalen Jugendbegegnungsstätte ausgebaut. Ab 2005 betrieb die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg, Diözesanverband Aachen das Haus als Selbstversorgerhaus3. In dieser Funktion war das Sankt Josefshaus bei Jugendgruppen sehr beliebt. Etwa 11 000 Übernachtungen gab es jährlich. Das Haus besaß dazu drei Wohneinheiten mit insgesamt 49 Betten (12, 13, 24 Betten pro Einheit). Zu jeder Einheit gehörten eine Küche, ein Essraum und Arbeits- und Aufenthaltsräume. In einer ehemaligen Kapelle war zuletzt ein Meditationsraum eingerichtet.

Bauweise

Bauernhof

Auf der Tranchotkarte aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts wird der ursprüngliche Bauernhof als Vierkanthof dargestellt. Die Denkmalbeschreibung weist als Baustoff für das Gebäude Blaustein aus.

Kloster

Mit der Übernahme durch die Cellitinnenschwestern erhielt das Gebäude eine Kapelle im westlichen Flügel des ehemaligen Hofes. Hierin befanden sich bis zum Abbruch fünf um 1955 entstandene bunte Glasfenster. Die Gebäude zum Garten hin wurden dahingehend verändert, dass das hintere Quergebäude zum Garten hin geöffnet und der westliche Gebäudeteil verlängert wurde. Darin befanden sich die Stallungen und eine Scheune im Obergeschoss. Im östlichen Flügel befand sich der Kindergarten. Dem Haus schloss sich ein Garten von etwa 10.000 qm mit einer großen Obstbaumwiese an, die von den Cellitinnen intensiv zur Selbstversorgung genutzt wurde.

Jugendhaus

In den Zeiten als Selbstversorger- und Jugendhaus baute man die Stallung im Erdgeschoss zu einem Spieleraum, im Obergeschoss die Scheune zu einem Clubraum um. Zu diesem Zeitpunkt wurde ebenfalls die Kapelle umgestaltet und diente auch als Meditationsraum. Im Selbstversorgerhaus gab es 3 Wohneinheiten mit je 12, 13 und 24 Betten.4

  1. Paul Blaesen: Zeichen am Wege, a. a. O., Seite 157
  2. Siehe Heinrich Goebels u. a.: Borschemich – Geschichte und Geschichten, a. a. O., Seite 98
  3. siehe https://rp-online.de/nrw/staedte/e rkelenz/jugendhaus-st-josef-schliesst-fuer-immer_aid-22130805 vom 10.12.2013
  4. Text von Wolfgang Lothmann 2020 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 17: Paul Blaesen: Zeichen am Wege. Dokumentation christlicher Kleindenkmäler in der Stadt Erkelenz. Erkelenz, 1998.
  2. Heinrich Goebels, Borschemich - Geschichte und Geschichten. Festbuch zum 350-jährigen Bestehen der St. Martinus-Schützenbruderschaft. Jüchen, 1986, Seite 80 ff.
  3. unbekannter Autor, Rheinische Post Online. https://rp-online.de/, /nrw/staedte/e rkelenz/jugendhaus-st-josef-schliesst-fuer-immer_aid-22130805 vom 10.12.2013

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