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Weyerhof

Lage

Der Weyerhof ist einer von drei Einzelhöfen, die in der Nähe des Dorfes Holzweiler liegen. Holzweiler ist ein Stadtteil von Erkelenz, Kreis Heinsberg. Der Hof liegt direkt zwischen Holzweiler und Kückhoven an der L19.

 

© Land NRW (2019)
Datenlizenz Deutschland – Tim-Online - Version 2.0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0) | Weyerhof Tranchotkarte 1801 -1828

Die Tranchotkarte zeigt, dass früher der Straßenverlauf (Communal-Chausee) hinter dem Hof vorbeiging.

Geschichte

Die Hofanlage mit Gräben ist wohl erst im Spätmittelalter entstanden. 

Vom alten Vorgängerhof waren die Mauerreste noch bis Mitte des 19 Jhds. zu sehen. An der nördlichen Seite des alten Hofes lag eine andere Hofstelle, so dass oft von Weyerhöfen berichtet wurde. In einem Schöffenprotokoll aus dem Jahre 1550 wird eine Rentenstiftung des Gerhard „Rost uff der Weyers“ erwähnt. In der Rentenliste von 1560 erscheint dieser auch als „Gerhard Halfmann uf der Weyers“. 

Aus dem Schatzbuch von Holzweiler, Kataster aus dem Jahre 1654, wird der Weyerhof genannt. „Item nahedemall das Wayer Hof in uns Kirspel zu Kirchen und Recht gehort….“

1666 werden Friedrich Lemmen und 1737 eine Wittib Broders als Pächter erwähnt. 1746 war laut Holzweiler Vermessungsbuch die Erbengemeinschaft Offermanns Eigentümer des Hofes.

Peter Vasters, Dorfvorsteher in Holzweiler von 1810 bis 1835 und seine Familie besaßen den Hof im Verlauf des 19 Jhds.. 

Der Gutshof in der jetzigen baulichen Form existiert erst seit Ende des 19 Jhds.. 

1880 übernahm Wilhelm Corsten, Mitglied im Gemeinderat von 1810 bis 1835, den Hof. 1881 verkaufte er an Hintzen aus Lövenich. 1912 erwarb die Familie Jonen den Besitz, die den Hof und die Ländereien bis 1937 der Pächterfamilie Leuchten überließ. Ab 1937 übernahm die Familie Jonen die Bewirtschaftung des Hofes. Karl Jonen starb am 01.02.2012, seine Frau Annemarie Jonen geb. Hötte starb am 28.12.2017. Die Erbengemeinschaft hat den gesamten Besitz an RWE Power verkauft. 

© Raphael Schwinger | Weyerhof Dachfirstfigur St. Joseph

In der Mitte des Wohnhauses in einer Nische stand eine Statue des hl. Josef mit Kind. Sie wurde von den Erben des Hofes vor Verkauf an RWE Power entfernt.

Pächter der Hofgebäude ist im Jahre 2021 die Familie Koch. 

Der Weyerhof, der unter Denkmalschutz steht, soll im Rahmen des Braunkohleabbaues abgerissen werden (Stand 2021).

Gebäude

Der Weyerhof besteht aus einem vierflügeligen Backsteinhof. Er besitzt ein zweigeschossiges Wohnhaus in fünf Achsen mit einem einachsigen übergiebelten Mittelrisalit1. Die Figurennische, in der der Heilige Josef stand, befindet sich im Giebel des Risalits. Zu beiden Seiten des Wohnhauses erstrecken sich die etwas niedrigeren Wirtschaftsgebäude. Der umbaute Innenhof kann durch zwei Tore rechts und links des Wohnhauses erreicht werden.2

  1. Ein Risalit ist ein Vorbau an einem Gebäude, der über die ganze Höhe aus der Fluchtlinie des Gebäudes hervorsteht
  2. Text von Rudolf Recker-Proprenter 2021 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Paul Blaesen, Holzweiler - Ein Beitrag zur Geschichte bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Köln, 1981, S. 91
  2. Erkelenzer Geschichts- und Altertumsverein (Hrsg.), Heimatblätter. Monatsschrift für Heimatkunde. 1941, S. 127
  3. Limburg, Käthe und Bernd, Denkmale in der Stadt Erkelenz. http://www.limburg-bernd.de, /DenkErk/Nr. 297.htm

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