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Kloster Sankt Josef Golkrath

Gründung

© Archiv der Pfarrei Christkönig Erkelenz | Stifterehepaar Schovenberg
Stifterehepaar Apollonia und Josef Schovenberg

Die Gründung des Klosters in Golkrath, welches dem heiligen Josef geweiht war, geht auf eine Stiftung der Eheleute Josef Schovenberg und Apollonia, geb. Bedbur, zurück. In Erinnerung an ihren im II. Weltkrieg in Russland vermissten, einzigen Sohn, war es der Wunsch des Stifterehepaars, ihren Besitz für eine Klostergründung zur Verfügung zu stellen. Eine Cousine der Stifterin war bereits Jahre zuvor dem Orden der Dominikanerinnen von Ilanz/Schweiz im Kanton Graubünden beigetreten. Über diese Beziehung kamen die Eheleute Schovenberg mit der Schwesternkongregation in Kontakt. Nach dem Tod des Stifters Josef

Schovenberg im August 1949 ging der Besitz an die Ordensfrauen über. Bereits im Frühjahr 1950 trafen die ersten Nonnen aus der Schweiz in Golkrath ein. Das ehemalige Wohnhaus des Stifterehepaars wurde notdürftig als Kloster umgebaut.

Aufgabe der Schwestern

© Stadtarchiv Erkelenz | Kloster Golkrath1950er Jahre
Schwester Romana vor dem Kloster in den 1950er Jahren

Wie es in der Gründungsurkunde heißt, sollte es ein Haus der Hilfe, der Begegnung und Fürsorge werden. Ihren Dienst an Kranken und Bedürftigen in der Gemeinde verrichteten sie unentgeltlich. Um die Ordensgemeinschaft zu unterstützen, organisierte der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Stephanus in Golkrath regelmäßig „Kohlenspenden“ und „Kartoffelkollekten“. Obst und Gemüse bauten die Schwestern im eigenen Garten selbst an. Da kein Geld vorhanden war, mussten sie die kraftraubenden Arbeiten selbst übernehmen.

Im April 1951 konnte die neue Hauskapelle ihrer Bestimmung übergeben werden. Im gleichen Jahr eröffneten die Schwestern gemeinsam mit der Pfarrgemeinde einen katholischen Kindergarten. Die Leitung lag in den Händen von Sr. Clementine und Sr. Heriburga. Zusätzlich übernahm 1954 Sr. Gertrud die Leitung des neu gegründeten Kindergartens im Nachbarort Gerderath.

Altenheim

Im Jahre 1962 wurde hinter dem 1 ½-stöckigen Wohnhaus ein neues Schwesternwohnheim nebst Altenheim errichtet. Zwei Jahre später, im Juli 1964, konnten die ersten Seniorinnen und Senioren dort einziehen. Die Oberin Sr. Columba Stevens verließ 1988 das Kloster.

Auflösung des Klosters

© Jo Hündgen | Ehemaliges Kloster St. Josef Golkrath
Ehemaliges Kloster St. Josef Golkrath 2019

Im Jahre 2006 mussten die Schwestern aufgrund mangelnden Nachwuchses das Kloster St. Josef in Golkrath aufgeben. Mit großem Bedauern und unter Anteilnahme der Golkrather und Hovener Bevölkerung wurden die Schwestern am 6.10.2006 feierlich verabschiedet, denn ihr Wirken hatte in den Gemeinden und Dörfern große Spuren hinterlassen. Noch heute erinnert die Straßenbezeichnung „Am Kloster“ an die segensreiche Zeit der Dominikanerinnen in Golkrath.

Die Schwestern

Die Gründungsschwestern, die 1950 zuerst ins Haus der Schovenbergs einzogen, waren: Sr. Romana (Gartenschwester), Sr. Heriberta (Krankenschwester), Sr. Clementine (Kindergartenschwester) und Sr. Caritas (Oberin).
Der ersten Oberin folgte Sr. Albina Wassenberg, danach Sr. Columba Stevens, die die Geschicke bis zu ihrem Weggang 1988 leitete. Ihre Nachfolgerin war bis 1992 Sr. Romana Fraevel. Von 1992 bis 1996 war die Leitung in die Hände von Sr. Florina Schnider gelegt. Ihr folgte als letzte Oberin Sr. Alfreda Diekmann.
Neben ihr waren die Schwestern der letzten Jahre Sr. Edigna Steinegger, Sr. Verona Markenfort, Sr. Ernestine Göller, verstorben noch in Golkrath, Sr. Richardis Müller, Sr. Albana Schrapper und Sr. Erwina Flammer.
Aufgrund ihrer besonderen Verdienste wurde die Oberin des Klosters, Sr. Albina Wassenberg 1979 mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie ist nicht nur als unermüdliche Helferin für in Not geratene Menschen in Erinnerung geblieben, sondern auch als Moped fahrende Nonne aus Golkrath.1

  1. Text Rita Hündgen veröffentlicht in der Broschüre zur Ausstellung „Ordensschwestern im Erkelenzer Land – eine Spurensuche“, die im Jahre 2020 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Heimatvereins und des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Hohenbusch e. V. im Kloster Hohenbusch erstmalig gezeigt wurde. Der Text wurde gekürzt.
  1. Rita Hündgen u. a., Ordensschwestern im Erkelenzer Land - eine Spurensuche. Broschüre zur Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. und des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Hohenbusch e. V., Erkelenz, 2020, Rita Hündgen: Die Dominikanerinnen von Ilanz im Kloster St. Josef in Golkrath; Bilder: Archiv der Pfarrei Christkönig Erkelenz; Golkrath-Hoven früher und heute; EVZ vom 8.10.2006; Jo Hündgen

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