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Johann Heinrich Janning

⁎ 05.02.1902 † 22.05.1993
Bildhauer in Erkelenz

Johann Heinrich Janning war ein Erkelenzer Bildhauer, der zunächst im Atelier Tillmanns arbeitete und später dieses Atelier übernahm. Von ihm stammen zahlreiche Madonnen, Krippen und andere religiöse Figuren.

Sein Leben

Johann Heinrich Janning wurde am 5.2.1902 in Wiedenbrück geboren. Nach einer Lehre vor Ort und Wanderjahren war er ab dem Jahre 1921 im Atelier Peter Tillmanns als Figurist tätig. Im Jahre 1934 übernahm er das Atelier und war dann selbstständiger Bildhauer.

Im Jahre 1934 heiratete Jannings in Koblenz Anna Julia Elisabeth Stadtmüller (geb. 12.7.1908 in Chicago, wo sie eine Zeitlang mit ihren Eltern gewohnt hatte). Das Ehepaar hatte drei Töchter.

Nach dem Umzug nach Erkelenz hatte er zunächst eine Wohnung am Kirchplatz (bei Friseur Joh. Corsten, Kirchstr. 1), dann in der damaligen Bahnstraße (heute: Kölner Straße) / Ecke Heinrich-Jansen-Weg im sog. Koepe-Haus in der Seitengasse.

Im Jahre 1940 wurde er zum Militärdienst eingezogen und war zunächst in Norwegen. Von dort hat er oft selbstgeschnitztes Holzspielzeug nach Hause geschickt. Janning zog sich später in Russland eine Kriegsverletzung zu; mit dem letzten Sibirien-Transport gelangte er nach Hamburg ins Lazarett, bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft.

Das Haus in Erkelenz (Bahnstraße) wurde im Krieg teilweise zerstört, war aber noch bewohnbar. Nach 1945 wurde die Werkstatt in der Bahnstraße wieder aufgebaut. Es waren drei große Hallen, eine davon verpachtete Janning später an eine Schreinerei. Mitarbeiter in dieser Zeit waren u. a. Johann Jansen und ein Hubert NN; sie halfen auch bei der Renovierung und Schadenbeseitigung am Haus.

Anfang der 1960er Jahre baute Janning ein Haus an der Gerhard-Welter-Str. 19, wohin die Familie dann umzog.

Janning hat in der letzten verbliebenen Halle alleine gearbeitet. Er hat sich selbst nicht als Künstler, sondern als Handwerker gesehen, verhielt sich aber wie ein Künstler. Im Gegensatz zu den Haaks (Franz Xaver Haak und Sohn Peter) hat Janning z. B. eine Kunstakademie nicht besucht; hieraus erwuchsen zwischen Janning und den Haaks oft „künstlerische Meinungsverschiedenheiten“.

Janning starb am 22.5.1993 in Erkelenz; begraben wurde er in Korschenbroich.

Sein Werk

Das Werk von Janning war überwiegend geprägt durch religiöse Motive wie z. B. Madonnen, Heiligenfiguren oder Krippen. Bei den Krippen hat er diese vollkommen in Holz gearbeitet, aber auch nur die Köpfe und Hände für sogenannte „angezogene Krippen“ gestaltet. Auch Grabkreuze hat er geschaffen.

In der Ausstellungsdokumentation „Made in Erkelenz“ ist auf Seite 86 ein Werkverzeichnis abgedruckt.1

  1. Günther Merkens unter Verwendung der Recherche von Hans Josef Broich, 2022 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V. Viele Informationen und Fotos wurden von den Töchtern Lieselotte Lage und Irmgard Janning zur Verfügung gestellt.
  1. Christina Clever-Kümper - Christoph Stolzenberger, MADE IN ERKELENZ - HOLZ STEIN-METALL Von Heinrich Jansen bis Ursula Klügel, Ausstellungsdokumentation. Ausstellungsdokumentation des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V. , Erkelenz, ISBN: 978-3-9818207-0-6, 2018

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