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Rochuskapelle Erkelenz

Lage

Die Rochuskapelle liegt im Nordosten der Stadt Erkelenz in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Das heutige Kapellchen steht unmittelbar hinter der Oerather Mühle vor der Gabelung der Roermonder und Venloer Straße.

Geschichte

Bereits im Jahre 1772 wurde, allerdings nicht wie heute vor, sondern unmittelbar hinter der Gabelung der beiden Straßen, ein Kapellchen erbaut und dem Heiligen Rochus gewidmet. Der Heilige Rochus ist der Schutzpatron gegen Pest, Cholera und anderen Seuchen. Die Kapelle, in der der Schutzpatron als Holzstatue stand, sollte an ein Siechen- und Leprosenhaus an gleicher Stelle erinnern. Das Rochuskapellchen war bis zu seinem Abriss von hohen Lindenbäumen umgeben.

1959 wurde die Rochusstatue aus der Kapelle gestohlen. 1969 stand das Kapellchen dem Straßenbau im Wege und wurde abgerissen, allerdings mit der Verpflichtung der Stadt, wieder eine neues Kapelle aufzubauen.

Im Jahre 1974 erinnerte Gerd-Dieter Helbig, sachkundiger Bürger und später Ratsherr der Stadt Erkelenz, die Stadt an das Versprechen. Hans Peisen wurde daraufhin betraut, Pläne zu entwerfen. Die Pfarre und das Generalsekretariat beim Bistum Aachen widersetzten sich lange den Aufbauplänen. Doch nach dem beharrlichen Drängen von Gerd-Dieter Helbig, Klaus Kämmerling, Hans Peisen und dem Förderverein Marienviertel stimmten sie dem Wiederaufbau schließlich unter drei Bedingungen zu:

  1. „Der Kirche gehören nur das Kapellchen selbst und die Fläche, auf der es steht. Für das gesamte Umfeld ist ausschließlich die Stadt verantwortlich.
  2. Es sollen dort keine kirchlichen Feiern stattfinden.
  3. Das Ehepaar Helbig zeichnet für die Wartung und Pflege verantwortlich.“1

Im Jahre 1988 konnte die neue Kapelle gebaut und im September des gleichen Jahres von Pastor Plewnia eingeweiht werden. Die Kosten von 27.000 DM trugen die Stadt und die katholische Kirchengemeinde.2 Eine Erkelenzer Bürgerin, die nicht genannt werden möchte, stiftete dazu eine neue Rochusfigur, die von einem Oberammergauer Künstler geschnitzt wurde. Auch schmückt ein Holzkreuz die Kapelle, dessen Korpus von dem Bildhauer Hans Janning aus Erkelenz stammt.

Seit der Neuerrichtung werden auch wieder die Kevelaer-Fußpilger der Pfarrgemeinde Erkelenz auf dem Rückweg am Rochuskapellchen empfangen und feierlich zum Schlusssegen in die Pfarrkirche Sankt Lambertus geleitet.

2015 stiftete der Heimatverein der Erkelenzer Lande eine Plakette mit der Historie der Kapelle und des Heiligen Rochus.

Bau

Die Rochuskapelle besitzt eine Breite von 2,60 m, eine Tiefe von 2,94 m und eine Höhe von 5,40 m. Die Fläche des Innenraums beträgt 4 qm. Der Backsteinbau besitzt eine doppelflügige Tür mit Rundbogen darüber. In dem Rundbogen steht der Name „St. Rochus“. Die Figur des Heiligen Rochus hängt, auf einem Podest stehend, an der Rückwand, das Kreuz an der rechten Seitenwand.3

  1. Gerd Dieter Helbig: Sankt Rochuskapelle, Flyer 24, a. a. O., Spalte 3 auf der Rückseite
  2. siehe: Paul Blaesen: Zeichen am Wege, a. a. O., Seite 52
  3. Text von Wolfgang Lothmann 2021 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 17. 1998. Paul Blaesen: Zeichen am Wege. Dokumentation christlicher Kleindenkmäler in der Stadt Erkelenz.
  2. Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. (Hrsg.), Bedeutende Bau- und Kunstwerke in Erkelenz - eine Sammlung von Flyern. Flyer 24, 2020. Sankt Rochuskapelle. Text von Gerd Dieter Helbig.

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