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Kloster Maria Hilf Holzweiler

Allgemeines

Von 1866 bis 1960 wirkten Ordensschwestern in Holzweiler und waren aus dem karitativen Leben des Ortes nicht wegzudenken. Während des größten Teils dieser Zeit bewohnten die Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung zu Olpe das Klostergebäude. Der folgende Artikel enthält Auszüge aus der 2020 gezeigten Ausstellung „Ordensschwestern im Erkelenzer Land – eine Spurensuche“, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. und des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Hohenbusch e. V. im Kloster Hohenbusch gezeigt wurde.

Geschichte

Anfänge

Bereits 1866 existierte durch die Bemühungen des Pfarrers Bono und des Landwirts Lambert Weitz eine kleine klösterliche Gemeinschaft der Cellitinnen aus Düren zur Krankenpflege in der Niederstraße im Komplex des Holzweiler Hofes. Armen Kranken wurde unentgeltlich, begüterten gegen ein geringes Entgelt geholfen. Die Ausmöblierung des „Klösterchens“ und die Unterhaltskosten bestritt das Dorf durch milde Gaben in Form von Geld und Naturalien. Wegen eines Streits zwischen Pfarre, Mutterhaus und der Vorsteherin des Klösterchens Sr. Angela verließen die Schwestern 1869 Holzweiler.

Klosterneubau

© Stadtarchiv Erkelenz | Kloster 1870
Kloster 1870

In Holzweiler bestand weiterhin der Wunsch eine klösterliche Gemeinschaft anzusiedeln. Dazu bauten vermögende Familien 1870 ein Klostergebäude (an der heutigen Klosterstraße) mit zwei Sälen, vielen Zimmern und Zellen und stifteten Land und Geld. Die Wohnung war geräumig angelegt, sollte sie doch nicht nur den Schwestern Unterkunft bieten, sondern auch den Schulschwestern, die die weibliche Jugend unterrichten sollten. Der Kostenvoranschlag betrug 2749 Taler. Der Bauplatz wurde von den Eheleuten Hubert Schlick zur Verfügung gestellt. Aber wegen des Kulturkampfes durften zunächst keine Schwestern in das Haus einziehen.

Zeit der Franziskanerinnen aus Olpe

© Stadtarchiv Erkelenz | Gruendungsurkunde
Genehmigung des Klosters durch Kaiser Wilhelm

Es wurde fast 20 Jahre lang vermietet. Am 5. Juli 1887 schenkten die Erbauer des Klösterchens Hubert Schlick und Ehefrau, Conrad Weitz und Ehefrau, Conrad und Joseph Joerissen vom Eggerather Hof und Franz und Joseph Herfs vom Roitzerhof der katholischen Kirche zu Holzweiler das Klostergebäude und der Kirchenvorstand nahm die Schenkung dankend an. Die Schenkgeber verpflichteten sich auch für das notwendige Mobiliar und die Unterhaltskosten aufzukommen. Familie Schlick stiftete überdies 6000 Mark, Familie Weitz stellte die gleiche Summe testamentarisch in Aussicht. Auch die beiden anderen Familien verpflichteten sich durch Stiftungen zum Erhalt des Klosters beizutragen. Beabsichtigt war die Gründung einer klösterlichen Niederlassung durch die Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung zu Olpe, Ordenskürzel OSF (Ordo Sancti Francisci). Der Weg der Bürokratie dauerte noch zwei Jahre und endlich erteilte Kaiser Wilhelm am 4. März 1889 die Genehmigung.

Die Franziskanerinnen übernahmen 1889 das Kloster zur Krankenversorgung, Altenpflege und Kleinkinderbewahrschule. Zwei Bedingungen stellte das Mutterhaus. Es musste ein Brunnen errichtet werden, die Schwestern sollten Almosen behalten und für die Kleinkinderbewahranstalt eine Vergütung
annehmen dürfen. Endlich konnten die Franziskanerinnen ihren Dienst in der ambulanten Krankenpflege, in der Betreuung der nicht schulpflichtigen Kinder sowie in der Anleitung junger Mädchen für bestimmte handwerkliche Tätigkeiten beginnen. Ständig waren fünf bis sieben Schwestern im „Klösterchen“ aktiv. Seit 1890 wurden die Aufbewahrung des Sakramentes und damit eine wöchentliche Messfeier in der kleinen Klosterkapelle erlaubt.

© Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. | Handwerkliche Ausbildung in Holzweiler
Handwerkliche Ausbildung junger Mädchen in Holzweiler um 1915

Eine größere bauliche Erweiterung führte das Mutterhaus noch vor 1900 durch. Die Gottesmutter Maria wurde zur Patronin erwählt, wovon die Bezeichnung Marienkloster oder Kloster Maria Hilf herrührte. Im Dorf sagte man schlicht und einfach „Kloster“. Am 21. September 1908 wurde zusätzlich die behördliche Genehmigung einer Handarbeitsschule für katholische nicht mehr schulpflichtige Mädchen erteilt.

Während der NS-Zeit wurde, wie überall im Erkelenzer Land, der Kindergarten von der NS–Volkswohlfahrt beschlagnahmt und von den Nazis übernommen. Ein Vertrag vom April 1953 zeigt, dass dem Mutterhaus in Olpe pro Schwester im Monat 25 DM zu entrichten waren. 1950 wurde um Erhöhung auf 35 DM für die dort tätigen fünf Schwestern gebeten.

Im Mai 1953 wird berichtet, dass der westliche Flügel des Klosters durch Kriegseinwirkung zerstört war und der Gemeinde die Mittel zur Reparatur fehlten. 1959 fanden 16 ältere Menschen Platz im Altenheim des Klosters, aber man plante eine Erweiterung auf 20 Betten und bat den Ministerpräsidenten des Landes NRW um einen Zuschuss über 50000 DM.

Allerdings erfolgte zum 30.06.1959 eine Kündigung durch das Mutterhaus in Olpe wegen Nachwuchsmangels. Nach längerem Briefwechsel erklärte sich die Generaloberin Schwester Francesco bereit, ihre Schwestern in Holzweiler bis zur Fertigstellung des Rohbaus dort zu belassen, aber am 26. Februar 1960 folgte die endgültige Kündigung zum 30. Juni 1960. Die Auflösung der Filiale traf die Pfarre schwer, hatten die Franziskanerinnen doch mehr als 70 Jahre überaus segensreich in Holzweiler gewirkt.

Frauenkongregation von der Ewigen Anbetung zu Olpe

© unbekannt | Schwester Theresa Bonzel
Wilhelmine Bonzel (1830-1905)

Diese katholische Frauenkongregation wurde im Jahr 1863 unter der Leitung von Wilhelmine Bonzel (1830–1905), Ordensname Sr. Maria Theresia, in Olpe errichtet. Die Schwestern lebten nach den Ordensregeln des Hl. Franziskus. Hauptaufgabenbereiche waren die Erziehung und Ausbildung von Waisenkindern, die Betreuung von Kindern und die Krankenpflege. Die Franziskanerinnen zu Olpe GmbH ist heute noch eine sozial karitative Trägergesellschaft mit mehr als 50 Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, im Krankenhausbereich und im Bereich der Bildung. Aktuell gibt es mehr als 10000 Mitarbeiter in NRW und Rheinland-Pfalz. 650 Schwestern wirken in Deutschland, Brasilien, USA und den Philippinen. Das Mädchengymnasium in Jülich wurde 1891 von den Franziskanerinnen gegründet.
Mutter Maria Theresia Bonzel wurde 2013 seliggesprochen.1

  1. Text: Rita Hündgen veröffentlicht in der Broschüre zur Ausstellung „Ordensschwestern im Erkelenzer Land – eine Spurensuche“, die im Jahre 2020 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Heimatvereins und des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Hohenbusch e. V. im Kloster Hohenbusch erstmalig gezeigt wurde. Der Text wurde leicht gekürzt und der Struktur des Artikels angepasst.
  1. Rita Hündgen u. a., Ordensschwestern im Erkelenzer Land - eine Spurensuche. Broschüre zur Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V. und des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Hohenbusch e. V., Erkelenz, 2020, Text: Rita Hündgen: Die Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung zu Olpe im Kloster Maria Hilf in Holzweiler, Bilder: Blaesen, a.a.O., Archiv der Pfarrei Christkönig Erkelenz

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