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Haus Bouslar

Lage

Rittersitz Haus Bouslar liegt in Kleinbouslar, einem abseits von Hauptverkehrswegen gelegenem Ort südlich von Lövenich und Katzem. Der Ort bildet mit den benachbarten Ortschaften einen Stadtbezirk von Erkelenz.

Geschichte

Haus Bouslar war ehemals eine Wasserburg. Der fast überall zugeschüttete Wassergraben umschloss das Herrenhaus mit den zwei nach Osten zu vorgelagerten Türmen. Ein Turm wurde im Jahre 1730 wegen Baufälligkeit abgerissen.

© https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinbouslar#/media/Datei:Buslar_Sammlung_Duncker.jpg | Haus Bouslar um 1860
Haus Bouslar um 1860

Der Name des Rittersitzes findet sich in alten Urkunden: Baußelter, Boeslar, Botzelar, Buhslar und Buoslare. Der Name bedeutet: Wohnung im Busch.

Am 4. 6. 898 wurde das Gut in einer Urkunde des Königs Zwentibold von Lothringen erwähnt. Den Besitz in „Bouslare“ trat die Äbtissin Sophia des Stiftes Essen nach der Urkunde vom 10. Januar 1027 dem Erzbischof Pilgrim ab. 

Der Name Bouslar tritt erst wieder im 13. und 15. Jahrhundert auf, und zwar als Name der Ritter von Bouslar. 1470 enthält die Waldordnung oder „Khür“ des Buchholzbusches, der an die Bouslarer Äcker grenzte, deren Nutzung nach Maßgabe der Anteile im sogenannten „Gewalde“. Der Jülicher Ritterzettel verzeichnet im Jahre 1610 Johann von Lövenich zu Bouslar als Inhaber des Rittersitzes. Am 8. November 1654 wurde der Rittersitz mit allen Rechten und Zubehör an Johann Kesselstadt zu Lützerad und dessen Ehefrau Anna Magdalena von Rembgen verkauft. Nach dem Tod Johann Adams von Kesselstadt 1649 erbte seine einzige Tochter. Sie heiratete Ferdinand Adrian von Stael zu Holstein.

Eine starke Verschuldung des Rittergutes führte 1724 zum Zwangsverkauf des Hauses Bouslar an Peter Büttgen. Am 5. Juni 1728 wurden alle Rechte an den Hofrat und Pfennigmeister des Herzogtums Berg, Anton Michael Heister, und dessen Ehefrau Maria Agnes geb. Beckers abgetreten. Der Hofrat ließ sofort die verfallenden Dächer und Gebäude wieder instand setzen. Der Wassergraben wurde zu einem großen Teil bis zum Jahre 1744 zugeschüttet. Im Jahre 1747 starb Anton Michael Heister. Seine Witwe setzte die Verwaltung bis zu ihrem Tod fort. Nach ihrem Tode ging das Haus Bouslar zunächst auf die Erbgemeinschaft ihrer Kinder über. Nach mehreren Jahren einer Erbauseinandersetzung wurde der Jülich-Bergische Hofrat Engelbert Heister der alleinige Besitzer des Rittersitzes Bouslar. Er starb bereits 1778; bei der Erbteilung erhielt Franz Adam von Heister das Haus Bouslar. 1833 starb Franz Adam von Heister. Bei der Erbteilung 1840 erhielt Franz Peter Gerhard von Heister das Haus Bouslar. Nach seinem Tod 1858 erbte seine Gattin Fanny geb. Pelser-Berensberg das Gut. Frau von Heister verstarb am 15. Mai 1891 und setzte ihren Neffen, Baurat Franz von Pelser-Berensberg, als Universalerben ein. 1919 trat seine Witwe Johanna von Pelsen-Berensberg das Erbe an. Nach dem Tod Johannas ging das Erbe in gemeinschaftliches Eigentum über.

unbekannt | Haus Bouslar 1930

Pächter wurde die Familie Neußer, die 1948 den halben Hof erwarb, danach in den 50 Jahren die andere Hälfte erwerben konnte. Bei einem Großfeuer im Rittergut Bouslar am 29. September 1949 griffen die in der Scheune enstandenen Flammen mit rasender Schnelle um sich und ließen von der großen Scheune nur noch Umfassungsmauern und vom Stallgebäude nur noch das untere Stockwerk übrig. Heuvorräte und Futter wurden ein Raub der Flammen. Glücklicherweise konnte das ganze Vieh in Sicherheit gebracht weden. Nach ca. 10 Tagen brach wieder ein Feuer im Obergeschoss des Herrenhauses aus, das sehr großen Schaden in den Wohngebäuden anrichtete.

© Töpfer | Haus Bouslar 1952
1952

1983 erbte eine Nichte, Frau Marianne Hanßen geb. Schurff aus Holzweiler, Haus Bouslar. Seit 1971 bewirtschaften ihr Sohn Walter Hanßen mit seiner Frau Elisabeth geb. Schmitz den Hof. 1

Bauwerk

Die heutigen Gebäude stammen aus 18. Jahrhundert, einige Teile sind aber auch älteren Datums wie etwa der Rundturm im Hof aus dem 15./16. Jahrhundert. Er wurde im Jahre 1891 restauriert. Der Hof besteht aus einer vierflügeligen Backstein-Anlage. Das Herrenhaus besitzt zwei Geschosse. In Richtung Innenhof wurde ein dreieckiger turmähnlicher Vorbau angebaut. Neben dem Herrenhaus befinden sich Flügelbauten, in östlicher Richtung steht frei der Rundturm. Dem Herrenhaus ist ein Torhaus mit Blausteinportal angeschlossen.2

  1. Text von Anneliese Louis für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  2. Text zum Bauwerk von Wolfgang Lothmann 2021 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V. nach der Baubeschreibung der Denkmalschutzbehörde
  1. Anneliese Louis, Geschichte und Geschichten aus Kleinbouslar. 1999
  2. Limburg, Käthe und Bernd, Denkmale in der Stadt Erkelenz. http://www.limburg-bernd.de, /DenkErk/Nr. 32.htm

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