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Kirche Sankt Josef Hetzerath

Vorbemerkung

Die katholischen Christen der Gemeinde Hetzerath gehörten bis zum 15. April 1931 zur katholischen Pfarrgemeinde Sankt Dionysius Doveren. Das bedeutete, dass sie, ähnlich wie die Christen aus Granterath auch, über den von Granterath nach Doveren führenden alten Kirchweg zur Messe gehen mussten. Gerade für die älteren Menschen war dieser Weg beschwerlich, führte er doch auf dem Rückweg den Berg nach Hetzerath hinauf. Wie in anderen Orten im Erkelenzer Land hegten daher auch die Hetzerather Bürger Ende des 19. Jahrhunderts den Wunsch, eine kleine Kapelle in Hetzerath zu bauen, damit das Dorf zumindest eine Gebetsstätte hätte. Mit dem Bau des Gotteshauses ging schließlich auch der Wunsch nach einer Loslösung von der Pfarre Doveren einher, die zum 15. April 1931 vom Erzbistum Köln angeordnet, aber wegen Rechtsstreitigkeiten erst 1970 endgültig vollzogen wurde. Hetzerath blieb Pfarrgemeinde bis zum Jahre 2010, als durch den Priestermangel alle selbstständigen Pfarrgemeinden des Stadtgebietes in Erkelenz in zwei Pfarreien aufgeteilt wurden: Sankt Lambertus und Sankt Maria und Elisabeth. Hetzerath wurde der letztgenannten Pfarrei zugeordnet. 2015 wurden auch diese beiden Pfarreien zur Pfarre Christkönig Erkelenz fusioniert.

Geschichte

Kapellenbau

Der Wunsch nach einer Kapelle in Hetzerath mündete auf einer Dorfversammlung am 28. Februar 1896 in die Gründung eines Kapellenbauvereins, dessen Hauptaufgabe zunächst war, Geld für einen Kapellenbau einzusammeln. Besonders engagierte sich der Vorsitzende Joseph Peters für den Kapellenbau, aber auch der Pfarrer von Doveren unterstützte das Anliegen der Hetzerather. Gegen Ende der 1900er Jahre dachte man zunächst an den Bau einer kleinen Kapelle. Im Jahre 1911 genehmigte das Generalvikariat des Erzbistums Köln die Baupläne für diese kleine Kapelle. Doch bereits bei der Grundsteinlegung am 12. Juni 1912, dem Dreifaltigkeits- und gleichzeitig Kirmessonntag in Hetzerath, wurde der Wunsch nach einer größeren Kapelle diskutiert, der dann dank der Finanzierung durch Karl Hybgens und Pfarrer Peters auch durch die Vergrößerung des Portals realisiert wurde. Dank der großen Hilfe der Hetzerather Bevölkerung konnte die Kapelle bereits am 24. August 1913 eingeweiht werden.

© Heinz Peters | unbekannt | Alte Kirche 1954
Kapelle um 1953

Obwohl nun in Hetzerath Messen gelesen werden konnten, gehörte die Gemeinde nach wie vor zur Pfarre Doveren. Durch die seelsorgerische Wirkung des Priesters Willi Leonards konnten ab 1922 immer mehr pfarrliche Dienste nach Hetzerath geholt werden, so dass die Gemeinde de facto zum Rektorat wurde. Er war es auch, der 1923 eine Sakristei anbauen ließ. Je nach Einstellung der Doverener Pfarrer wurden in der Folgezeit diese Dienste entweder wieder eingeschränkt oder erweitert. Die Hetzerather Bevölkerung war des Hin und Hers der Kompetenzen müde und strebte eine selbstständige Gemeinde an, die 1931 vom Erzbistum Köln nach Hinterlegung eines Betrages von 23.000 Mark zur Unterhaltssicherung für den Priester genehmigt wurde. Ab dem 15. April 1931 wurde Hetzerath vermögensrechtlich selbstständig und zur eigenständige Pfarre erklärt. Juristische Streitigkeiten mit der Pfarre Doveren verhinderten allerdings noch einige Jahre die offizielle Ernennung. Erst 1970 waren die Streitigkeiten endgültig beendet.

Im 2. Weltkrieg wurde das Gotteshaus in Hetzerath beschädigt. Nach einem Bombenangriff war eine Seite zerstört, die Orgelbühne abgerissen und ein Teil der Inneneinrichtung verbrannt. Nach dem Krieg baute die Hetzerather Bevölkerung ihre Kirche wieder auf. Sie war 1946 so weit hergestellt, dass in ihr wieder Messen gelesen wurden.

Anbau der neuen Kirche

Auf Anregung des Aachener Bischofs Joseph von der Felden wurde von 1952 bis 1953 eine neue, große Kirche an die alte nach Plänen des Architekten Heinz Tillmanns aus Erkelenz angebaut. Am 30. August 1953 feierten die Hetzerather bereits die Einweihung der Kirche. Der Neubau entspricht der Anlage, wie sie bei der Abfassung dieses Berichts noch existiert.1 Beim Neubau wurde die Südwand der alten Kapelle „in vier spitzen Bogen geöffnet und in Breite des alten Langschiffs ein neues Langschiff gebaut, so dass die alte Kirche jetzt eine Art Narthex der neuen bildet“2.

Im Jahre 2017 wurde die Kirche Sankt Josef gründlich renoviert.

Bauwerk

© Heinz Peters | Wolfgang Lothmann | Grundriss Kirche
Grundriss der Hetzerather Kirche Sankt Josef

Der gesamte Bau ist nahezu west-östlich ausgerichtet. Der Eingangsbereich an der westlichen Südseite führt in den alten Kapellenbau, der ursprünglich ein Saalbau war. Er besitzt einen dreiseitig geschlossenen Chor und ein Kreuzgewölbe. Er wird heute als Taufkapelle genutzt.3 Der Neubau wurde an der Ostseite des Altbaus angebaut und besteht aus einem großen, quaderförmigen Hauptschiff mit Holzbalkendecke. Der Altar steht im östlichen Teil des Schiffes. Der neue Teil besitzt keinen Chor. Der Fußboden ist hier allerdings um drei Stufen erhöht. Der Altar steht nochmals auf einem um drei Stufen erhöhten Grund. Nördlich des Altarraums befindet sich unter dem 22 m hohen Turm die Sakristei. Neben der Sakristei sind im Turm noch der Heizungskeller, die Toiletten, eine Musikbühne und 2 weitere Räume untergebracht. Im Turm befindet sich ebenfalls das Archiv der Ortschaft Hetzerath. Im Norden besitzt die Kirche ein niedriges, schmales Seitenschiff zwischen dem Turm und der alten Kapelle.4

  1. Dem Inhalt liegen die umfangreichen historischen Informationen von Heinz Peters zur Geschichte Hetzeraths zugrunde, speziell sein Typoskript „Katholische Pfarrkirche St. Joseph Hetzerath“ und sein Werk „Hetzerath: Gesang eines Dorfes“
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Hetzerath_(Erkelenz) (Stand: 09.2022)
  3. www.limburg-bernd.de/Kirchen und Kapellen im Kreis Heinsberg/Bilder Erkelenz/Hetzerath Kirche St. Josef.htm (Stand: 09.2022)
  4. Text von Wolfgang Lothmann 2022 für den Heimatverein Erkelenz e. V.
  1. Heinz Peters u. a., Hetzerath: Gesang eines Dorfes. Erkelenz-Hetzerath, 2018, Kapitel 2: Pfarre Hetzerath - Ein Zeugnis gläubiger Generationen, Seite 41 ff.
  2. Limburg, Käthe und Bernd, Sakrales in der Stadt Erkelenz. http://www.limburg-bernd.de/Kirchen%20und%20Kapellen%20im%20Kreis%20Heinsberg/, Kirchen und Kapellen im Kreis Heinsberg/Bilder Erkelenz/Hetzerath Kirche St. Josef.htm (Stand: 09.2022)
  3. Wikipedia, https://de.m.wikipedia.org. https://de.m.wikipedia.org, wiki/Hetzerath_(Erkelenz) (Stand: 09.2022)
  4. Wikipedia, https://de.m.wikipedia.org. https://de.m.wikipedia.org, wiki/St._Josef_(Hetzerath) (Stand: 09.2022)
  5. Dr. Dipl.-Ing. Annette Jansen-Winkeln (inh. Verantwortliche), Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V.. http://www.glasmalerei-ev.net, http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b2698/b2698.shtml

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