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Rheinisches Feuerwehrmuseum Erkelenz-Lövenich

Lage

Das Museum liegt an der Hauptstraße 23, inmitten der Ortschaft Lövenich, einem Stadtteil der Stadt Erkelenz.

Einen guten ersten Eindruck des Museums erhält man durch das Video der tomcat2006 videoproduction, das Horst Hetberg dem Virtuellen Museum freundlicherweise zur Verfügung stellte.

Rheinisches Feuerwehrmuseum Lövenich (Coppyright by tomcat2006 videoproduction)

Geschichte

© Fred Höpgens | Peter Hoepgens
Peter Höpgens

Die Entstehung und der Werdegang des Rheinischen Feuerwehrmuseums beruhen auf dem zielgerichteten Sammeln des Herrn Peter Höpgens. Schon im Jahre 1945, während seiner kurzen Dienstzeit in der Deutschen Wehrmacht, kam ihm der Gedanke, alte Feuerwehrgeräte zu sammeln. Nach seiner Rückkehr sammelte er die noch vorhandenen Feuerwehrgerätschaften ein und deponierte sie im alten Feuerwehrgerätehaus. Die Mannschaft und die Fahrzeuge befanden sich kriegsbedingt dienstverpflichtet im Sauerland. Wie so viele deutsche Soldaten wurde auch Peter Höpgens von der amerikanischen Militärpolizei festgenommen. Nach verschiedenen Gefängnislageraufenthalten, konnte er Ende April 1945 endlich wieder nach Lövenich zurückkehren. Leider waren alle eingelagerten Gerätschaften im Gerätehaus verschwunden. Auch das Löschgruppenfahrzeug kam aus dem Kriegseinsatz nicht wieder zurück. 

Nach Kriegsende war die Ausstattung der Lövenicher Feuerwehr sehr mangelhaft. Zum Teil bestand sie aus gefundenen Wehrmachtsausrüstungen, so auch die von Peter Höpgens. Er hatte im Feld einen durchlöcherten Stahlhelm und ein altes Feuerwehrbeil aufgelesen. Helm und Beil trug er im aktiven Feuerwehrdienst bis 1949. Ab 1960 war es ihm möglich, eine Sammlung von Geräten und Ausrüstungsgegenständen zur Rettung und Brandbekämpfung aufzubauen. Durch Reisen nach Süddeutschland, Österreich, Schweiz und den benachbarten Ländern fand er die richtigen Sammlerstücke. Speziell in Lüttich konnte er einige rheinische Lederhelme sowie Leibriemen, Sicherheitsgurte und Beile erstehen. Auch durch private Sammlerstücke, Feuerwehruniformen und eine Handdruckspritze, bereicherte er seine Sammlung! Eine alte Uniform und eine Handdruckpritze wurden mehrfach von der ZDF Fernsehgesellschaft ausgeliehen und im Vorspann unzählige Male in der Sendung „Das königlich bayrische Amtsgericht tagt“ ( z. B. bei der Serie Nr. 36 “Der anonyme Brief“) gezeigt. Peter Höpgens wollte aber auch seine Sammlung der Öffentlichkeit vorstellen.

1966 stellte er anlässlich des 70jährigen Bestehens der Lövenicher Feuerwehr seine Sammlung vor. Ausgestattet mit historischen Feuerwehruniformen, saßen die Feuerwehrleute auf einer pferdebespannten Überlandspritze. Ein dreisitziges Feuerwehrrad und ein legendäres Hochrad mit einem Hornisten begleiteten die Gruppe. Die historische Formation wurde in den folgenden Jahren oft von befreundeten Feuerwehren zu Festen eingeladen.

Willi Hintzen | Eroeffnung-Hoepgen-13.3.1977
Peter Höpgens bei Eröffnung am 13.3.1977

Die Sammlung wurde um viele bedeutende Stücke vergrößert und so beschloss man 1971, eine eigene Ausstellung in der Lövenicher Volksschule zu machen. Die Ausstellung war ein voller Erfolg. Auswärtige Feuerwehren baten zu verschiedenen Anlässen, die Ausstellung auch bei ihnen zu zeigen. Der Transport wurde durch die umfangreiche Menge immer problematischer. Immer noch bewahrte Peter Höpgens seine Exponate in seinen Privaträumen, Garagen und Werkstätten auf. In diesen Räumen wurde dann am 13. März 1977 das Feuerwehrmuseum Lövenich eröffnet. Es bestand zu dem Zeitpunkt bereits aus über 600 Exponaten.1

Am 4. Mai 1979 gründeten die „Abteilung 96“ und weitere sieben Feuerwehrfreunde mit Peter Höpgens den „Verein Feuerwehrmuseum Lövenich e. V.“ Durch Anbau weiterer Ausstellungsräume in seinem privaten Haus war es nun möglich, die Sammlung zu regelmäßigen Terminen der Öffentlichkeit zu zeigen. 1988 übernahm die Stadt Erkelenz die Sammlung. Sie erwarb die historischen Gebäude der alten Landmaschinenfabrik von Wilhelm Granderath (letzter Bürgermeister von Lövenich 1967-1971) und baute das Hauptgebäude der Landmaschinenfabrik zum Rheinischen Feuerwehrmuseum um. Seit 1994 hat man dort mittlerweile auf ca. 1.500 m² rund 4000 Exponate, von denen 2500 Stück für die Besucher zugänglich sind.2

Exponate

Das Feuerwehrmuseum zeigt neben vielen Großgeräten wie

Drehleitern,

hunderte Einzelstücke von Helmen, Uniformen, Hakengurten, Beilen, Stahlrohren, Brandhaken, Löscheimern u. v. m.

Die ältesten Geräte stammen aus dem 15. bis 16. Jahrhundert. Früher wurden die Löschgeräte in Spritzenhäusern gelagert. Eine Nachbildung eines typischen Spritzenhauses findet man im Feuerwehrmuseum, darin ist die älteste Spritze aus dem Jahre 1612 untergebracht. Die Betreuung wird vom Verein „Feuerwehrmuseum Lövenich e. V.“ durchgeführt.3

  1. siehe Hintzen, a. a. O., Seite 257
  2. siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinisches_Feuerwehrmuseum (Stand: 10/2022)
  3. Text von Rudolf Recker-Proprenter 2022 für den Heimatverein der Erkelenzer Lande e. V.
  1. Wikipedia, https://de.m.wikipedia.org. https://de.m.wikipedia.org, /wiki/Rheinisches_Feuerwehrmuseum (Stand: 10/2022)
  2. Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V. (Hrsg.), Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e.V.. Band 9, 1989. Darin: Willi Hintzen: Das Feuerwehrmuseum Lövenich zugleich Geschichte des Feuerwehrwesens, Seite 257 bis 264
  3. Stadt Erkelenz, Rheinisches Feuerwehrmuseum Erkelenz-Lövenich. Flyer
  4. Rudolf Gau, Rheinisches Feuerwehrmuseum Erkelenz-Lövenich. 1995

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