Hambacher Wald und Keyenberg?


Hambacher Wald und Keyenberg, wo besteht da ein Zusammenhang? In den letzten Wochen war der Hambacher Wald täglich präsent in den Medien. Viele tauende Menschen haben am Wochenende friedlich für den Erhalt des Waldes protestiert. Das ist auch gut so, aber wo waren die Proteste beim Abriss der Kirchen in Borschemich und Immerath? Ja, in Immerath waren einige Greenpeace-Aktivisten und andere konnte man fast an zwei Händen zählen, in Borschemich waren es noch weniger. Und der Rodungsstop im Hambacher Wald hat eine neue Diskussion um den Braunkohleabbau entfacht.

 

Bei der „Eröffnung“ des Virtuellen Museums am 08.10.2018 sagte der Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, Günther Merkens, u.a.:

 

„Vorweg etwas zur aktuellen Entwicklung im rheinischen Braunkohletagebau. Die Entwicklung der letzten Tage stellen den weiteren Abbau der Braunkohle, der ja in der letzten Zeit immer schon fragwürdig war, noch mehr in Frage. Leider ist für die Erkelenzer Lande wohl alles zu spät, hier sind die harten Fakten schon geschaffen. Aber: Träumen ist erlaubt, vielleicht bleibt der Keyenberger Kirche das Schicksal ihrer Schwestern in Borschemich und Immerath erspart. Die Schutzwürdigkeit des Waldes in Hambach müsste z.B. doch auch für Kulturgüter wie Kirchen und Kapellen in Erkelenz gelten, oder?

Warten wir die weitere Entwicklung ab, die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt.

 

Wie dem auch sei, unser Projekt „Virtuelles Museum der verlorenen Heimat“ ist umso richtiger und wichtiger, zumal Immerath und Borschemich schon „verlorene Heimat“ sind und in Keyenberg und Kuckum hat der Verlust der Heimat schon begonnen.“

 

Auch in folgenden Grußworten wurde dieses Thema aufgegriffen. Landrat Stephan Pusch sagte u.a.:

 

„Die Region bringe für die Energiegewinnung ein großes Opfer, er sehe aber die Gefahr, „dass unsere Region in der Energiepolitik zum zweiten Mal zum Opfer wird“. Ein Sitz für das gesamte Rheinische Revier in der Kohlekommission sei zu wenig. So fühle sich die Region „in der Diskussion außer acht gelassen“. Nicht zuletzt vor der aktuellen Situation des gerichtlich auferlegten Rodungsstopps im Hambacher Forst wünschte Landrat Pusch sich nun „einen moderierten Prozess, geleitet von Kanzlerin Angela Merkel, mit den Menschen vor Ort und mit dem Ziel eines realistischen Ausstiegsszenarios“. Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet „müssen das jetzt zu ihrem Thema machen“.

 

Beeindruckt vom Virtuellen Museum für die verlorene Heimat wollen die Landtagsabgeordneten Thomas Schnelle (CDU) und Stefan Lenzen (FDP) das Thema noch einmal verstärkt mit in die Landespolitik nehmen. Lenzen sprach von Anregungen, die er daraus für die politische Diskussion ziehe, und der Erkenntnis, „dass die Menschen im bevorstehenden Wandel noch mehr unterstützt werden müssen“. Schnelle forderte ebenfalls mehr Unterstützung im Strukturwandel, erklärte außerdem aber, die aktuelle Situation noch einmal für eine neue Diskussion über den Abstand zu den Tagebauranddörfern nutzen zu wollen. Allerdings mahnte er in den laufenden Diskussionen auch an, dass für die Menschen Planungssicherheit von größter Bedeutung sei. Ein Aspekt, den Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz, aufgriff: „Wir waren und sind als Stadt Erkelenz gegen den Tagebau. Ich fordere aber von allen Seiten, die zurzeit das Thema diskutieren, den Betroffenen keinen Sand in die Augen zu streuen. Auch wenn wir uns einen frühen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der Braunkohle wünschen, so reden wir dennoch über längere Zeiträume.“

(Quelle: RP vom 09.10.2018)

 

Auch das Mitglied des Heimatvereins. Wilhelm Borgs griff das Thema in einem Leserbrief in der RP am 10.10.2018 auf und schrieb u.a., „wenn der Hambacher Wald und bestimmte Tierarten schützenswert sind, sind dann nicht auch das Hab und Gut der Menschen in den uralten Siedlungen in den Orten von Kuckum bis Keyenberg schützenswert? Eine „Rodung“ der Kirchen, Kapellen, Häuser müsste auch unterbunden werden.“

 

Weil ihn das Thema so bewegte, hat er seine Gedanken in der folgenden Zeichung festgehalten:

W.B. Zeichnung Hambach-Keyenberg 2018

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